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Bärenmärkte als Chance: Was 22 Jahre Börsenerfahrung lehren

Ein erfahrener Investor erklärt, warum Bärenmärkte keine Bedrohung, sondern eine Kaufgelegenheit für langfristige Anleger sind.

• 3 Min
Bärenmärkte als Chance: Was 22 Jahre Börsenerfahrung lehren

Bärenmärkte gehören zum Investieren wie schlechtes Wetter zum Alltag – sie kommen unweigerlich. Doch obwohl dies die meisten Anleger wissen, reagieren viele in solchen Phasen mit Angst und Rückzug statt mit Besonnenheit. Ein Investor mit 22 Jahren Börsenerfahrung teilt seine wichtigste Erkenntnis: Wer langfristig denkt, ein diversifiziertes Portfolio hält und die richtige Perspektive einnimmt, hat keinen Grund zur Sorge.

Börsencrashs sind emotional belastend. Sie sind beängstigend, entmutigend und können dazu führen, dass Menschen das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft verlieren. Genau diese emotionale Reaktion ist jedoch häufig der größte Feind des Anlageerfolgs – denn sie verleitet Anleger dazu, in den ungünstigsten Momenten falsche Entscheidungen zu treffen.

Bärenmärkte bedeuten: Aktien sind im Sonderangebot

Der Vergleich mit dem Autokauf verdeutlicht das Paradoxon vieler Anleger: Wer ein Auto kaufen möchte und den Preis von 30.000 auf 25.000 Dollar sinken sieht, greift zu – er nutzt das Angebot. An der Börse verhält sich dieselbe Person oft genau umgekehrt. Fällt der S&P 500 um 10 Prozent oder mehr, werden viele Anleger nervös und warten lieber ab, bis sich die Kurse erholt haben.

Dabei ist die Logik dieselbe wie beim Autokauf: Wer dem S&P 500 auf einem höheren Kursniveau vertraut hat, sollte ihm auf einem niedrigeren Niveau erst recht vertrauen. Bärenmärkte bieten die Möglichkeit, mehr Anteile zu günstigeren Preisen zu erwerben. Diese Schnäppchenjäger-Mentalität, die im Alltag selbstverständlich ist, fehlt vielen Anlegern an der Börse vollständig.

Der Aktienmarkt erholt sich immer

Eine wichtige Unterscheidung gilt es dabei zu treffen: Nicht jede einzelne Aktie erholt sich nach einem Kursrückgang. Ein sinkender Kurs kann auf ernsthafte strukturelle Probleme eines Unternehmens hinweisen. Doch der breite Markt – repräsentiert durch den S&P 500 – hat sich historisch betrachtet immer wieder erholt, selbst nach den schlimmsten Krisen der modernen Wirtschaftsgeschichte.

Seit 1928 hat der S&P 500 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,98 Prozent erzielt. Kriege, Naturkatastrophen, Rezessionen, wirtschaftliche Schocks und Pandemien konnten diesen langfristigen Aufwärtstrend nicht dauerhaft brechen. Selbst der Crash von 1929, der die Große Depression einleitete, konnte den Markt nicht dauerhaft aufhalten. Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) erzielte in den vergangenen 16 Jahren eine annualisierte Rendite von rund 15 Prozent.

Entscheidend ist dabei, wer von diesen Renditen profitiert: nicht kurzfristige Spekulanten oder Daytrader, sondern langfristige Anleger, die auch in Abschwungphasen weiter kaufen und ihre Positionen fünf bis zehn Jahre oder länger halten. Diese Geduld ist der eigentliche Schlüssel zum Vermögensaufbau über den Aktienmarkt.

Es gibt selten einen schlechten Zeitpunkt für den S&P 500

Für Anleger, die ihr Geld wirklich langfristig investieren können und es nicht kurzfristig benötigen, relativiert sich die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt erheblich. Selbst wer direkt zu Beginn eines Bärenmarktes einsteigt, kann langfristig profitieren – vorausgesetzt, er hält durch und verkauft nicht in der Panik.

Kurzfristig können Anleihen, Rohstoffe, Gold oder alternative Anlagen die Aktienrenditen übertreffen. Langfristig jedoch gilt die Beteiligung an den Gewinnen börsennotierter Unternehmen über kostengünstige Indexfonds wie den VOO als einer der effektivsten Wege zur Vermögensmehrung. Die Botschaft nach 22 Jahren Börsenerfahrung ist klar: Wer Bärenmärkte als das versteht, was sie sind – temporäre Rücksetzer in einem langfristigen Aufwärtstrend –, kann sie gelassen und sogar mit Vorfreude auf günstige Einstiegskurse begegnen.

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