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Bank of Korea: Neuer Chef signalisiert mögliche Zinswende nach oben

Designierter Gouverneur Shin Hyun-song warnt vor anhaltendem Inflationsdruck durch den Nahostkonflikt und steigende Importkosten.

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Bank of Korea: Neuer Chef signalisiert mögliche Zinswende nach oben

Der designierte Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, hat bei seiner parlamentarischen Bestätigungsanhörung in Seoul einen möglichen geldpolitischen Kurswechsel signalisiert. Shin erklärte am Mittwoch, die Zentralbank müsse reagieren, falls angebotsseitige Schocks infolge des Nahostkonflikts zu anhaltendem Inflationsdruck führten. Damit deutet der künftige Chef der südkoreanischen Zentralbank eine härtere Linie an, als bisher erwartet wurde.

„Ein bedeutender Test steht bevor. Angesichts der aktuellen Situation, in der die Krise im Nahen Osten nicht schnell gelöst wurde, glaube ich, dass der Preisdruck anhalten wird", sagte Shin auf die Frage eines Abgeordneten zur politischen Ausrichtung. Er fügte hinzu: „Wenn dieser Zustand lange anhält, schlägt er sich in den Inflationserwartungen und der Kerninflation nieder und führt zu einer allgemeinen Inflation. In diesem Fall wird die Geldpolitik sicherlich eine Rolle spielen müssen."

Südkorea zwischen Wachstumsschwäche und Preisdruck

Shins Äußerungen fallen in eine wirtschaftlich angespannte Phase für Südkorea. Asiens viertgrößte Volkswirtschaft kämpft derzeit mit schwächerem Wachstum und gleichzeitig steigenden Preisen. Der anhaltende Nahostkonflikt bedroht die exportabhängige Wirtschaft mit einem größeren Angebotsschock als bisher erwartet – insbesondere über steigende Importkosten für Energie und Rohstoffe.

Auf die Frage, ob er größere Risiken bei den Preisen als beim Wachstum sehe, machte Shin seine Prioritäten deutlich: Preisstabilität sei die oberste Aufgabe der Zentralbank, um ein stabiles Wirtschaftswachstum zu erreichen. Die Inflation werde sich aufgrund steigender Importkosten „wahrscheinlich beschleunigen", so der designierte Gouverneur.

Die Bank of Korea hatte den Leitzins zuletzt am 10. April unverändert bei 2,50 Prozent belassen. Diese Entscheidung war die letzte unter dem amtierenden Gouverneur Rhee Chang-yong, dessen Amtszeit am 20. April endet. Shin übernimmt damit das Steuer in einer Phase erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit.

Warnung vor starker Won-Abwertung

Neben der Zinspolitik revidierte Shin am Mittwoch auch seine bisherige neutrale Haltung zur südkoreanischen Währung. Er warnte ausdrücklich vor einer „starken Abwertung" des Won und kündigte Interventionen an, sollte die Volatilität der Wechselkurse übermäßig zunehmen. Eine schwache Währung würde Importe weiter verteuern und den Inflationsdruck zusätzlich verstärken – ein Teufelskreis, den Shin offenbar frühzeitig durchbrechen will.

Für internationale Anleger und Beobachter des asiatischen Finanzmarkts ist Shins Positionierung ein klares Signal: Die Bank of Korea könnte unter ihrer neuen Führung bereit sein, die Geldpolitik zu straffen, sollte sich der Preisdruck als hartnäckig erweisen. Dies wäre ein deutlicher Kurswechsel gegenüber der zuletzt abwartenden Haltung der Zentralbank.

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