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Bank of England hebt Leitzins auf 4 Prozent an

Die BoE erhöht den Leitzins um 25 Basispunkte – mit 8 zu 1 Stimmen und einem offenen Ausblick.

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Bank of England hebt Leitzins auf 4 Prozent an

Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins erstmals seit über drei Jahren angehoben. Das Monetary Policy Committee (MPC) beschloss mit einer Mehrheit von 8 zu 1 Stimmen eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 4 Prozent. Die Finanzmärkte hatten mit diesem Schritt gerechnet, doch das Abstimmungsverhalten wich von den Erwartungen ab.

Catherine Mann votierte als einziges Mitglied für eine aggressivere Anhebung um 50 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Sie will damit Zweitrundeneffekte eindämmen und die Glaubwürdigkeit der Notenbank stärken. Für deutsche Anleger ist die Entscheidung vor allem deshalb relevant, weil sie den globalen Zinszyklus und damit auch die Kapitalmarktzinsen beeinflusst.

Gouverneur Andrew Bailey betonte, dass die Entscheidung nicht zwangsläufig den Beginn einer langen Serie von Zinserhöhungen markiere. Sollte der Konflikt im Nahen Osten jedoch andauern, seien weitere Schritte wahrscheinlich. Die BoE reagiert damit auf den anhaltenden Inflationsdruck durch hohe Energiepreise.

Die Inflation soll erst 2028 wieder das Ziel erreichen

Die Inflationsrate wird laut Prognosen Mitte nächsten Jahres bei etwa 5 Prozent ihren Höhepunkt erreichen. Das liegt deutlich über dem Zielwert der Bank. Eine Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel erwartet die Notenbank erst für das dritte Quartal 2028 – ein langer Weg zurück zur Preisstabilität.

Im MPC wächst der Widerstand gegen weitere Straffungen

Innerhalb des MPC herrscht Uneinigkeit über den weiteren Kurs. Die stellvertretende Gouverneurin Clare Lombardelli sowie Megan Greene und Huw Pill halten weitere Straffungen für notwendig. Swati Dhingra und Alan Taylor mahnen dagegen zur Vorsicht: Sie fordern klare Belege für eine Lohn-Preis-Spirale und eine Erholung der Preissetzungsmacht der Unternehmen, bevor sie weiteren Zinserhöhungen zustimmen. Alan Taylor betonte, dass der nächste Schritt je nach Datenlage in jede Richtung – nach oben, unten oder seitwärts – erfolgen könne.

Die BoE hebt ihre Wachstumsprognose leicht an

Die wirtschaftlichen Aussichten wurden leicht nach oben korrigiert. Die BoE erwartet nun ein Wachstum von 1,6 Prozent in diesem Jahr und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Als Stützen nennt sie Investitionen in Künstliche Intelligenz und Impulse aus dem jüngsten Haushalt. Dennoch warnt die Notenbank vor einem Rückgang der realen Haushaltseinkommen. In einem pessimistischen Szenario mit Ölpreisen von 130 Dollar pro Barrel könnte die Inflation sogar auf 6,2 Prozent klettern.

Das Pfund legt zu, die Renditen zweijähriger Gilts steigen

Marktbeobachter bewerten den Schritt als maßvoll und glaubwürdigkeitsorientiert. Madison Faller von J.P. Morgan Private Bank ordnet die Entscheidung in genau diese Richtung ein. Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel deutlich aus: Das britische Pfund legte gegenüber dem US-Dollar zu, und die Renditen zweijähriger Staatsanleihen stiegen um 4 Basispunkte.

Die BoE unterstreicht damit ihren Entschluss, die geldpolitische Haltung an die aktuellen Risiken für die Preisstabilität anzupassen. In ihrer zukünftigen Zinspolitik bleibt sie jedoch stark von der weiteren Entwicklung der Energiepreise und der geopolitischen Lage abhängig. Für Anleger bedeutet das: Die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad in Großbritannien bleibt hoch, und die nächsten Datenveröffentlichungen dürften die Richtung vorgeben.

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