Baltic Dry Index steigt leicht dank Capesize-Gewinnen
Der Baltic Dry Index legt am Freitag zum zweiten Mal in Folge zu, verzeichnet aber ein deutliches Wochenminus.

Der Trockenfrachtindex der Baltic Exchange ist am Freitag zum zweiten Tag in Folge gestiegen. Getrieben wurde der Anstieg von höheren Frachtraten für Capesize-Schiffe. Trotz des Tagesgewinns verzeichnete der Index für die gesamte Woche einen Rückgang um 8,1 Prozent.
Der Haupt-Baltic-Index, der die Raten für Capesize-, Panamax- und Supramax-Schiffe misst, legte um 8 Punkte oder 0,3 Prozent zu und erreichte 3.148 Punkte. Damit setzte das Barometer seinen Erholungskurs nach zuvor schwächeren Handelstagen fort. Für deutsche Anleger ist der Index ein wichtiger Frühindikator für die weltweite Rohstoffnachfrage und den Welthandel.
Capesize-Schiffe treiben den Index an
Der Capesize-Index kletterte um 32 Punkte oder 0,6 Prozent auf 5.042 Punkte und markierte damit seinen zweiten täglichen Gewinn in Folge. Für die Woche verzeichnete dieser Teilindex jedoch einen Verlust von 12,8 Prozent. Die durchschnittlichen Tageserträge für Capesize-Schiffe, die typischerweise rund 150.000 Tonnen Ladung aus Eisenerz und Kohle transportieren, stiegen um 296 US-Dollar auf 42.228 US-Dollar.
Die Capesize-Kategorie gilt als besonders konjunktursensibel, da sie vor allem die Nachfrage nach Rohstoffen wie Eisenerz und Kohle abbildet. Diese wiederum hängt eng mit der Stahlproduktion und der Baukonjunktur zusammen, insbesondere in China. Steigende Raten in diesem Segment werden von Marktbeobachtern daher häufig als Signal für eine anziehende Rohstoffnachfrage gewertet.
Panamax-Segment gibt nach
Weniger erfreulich entwickelte sich das Panamax-Segment. Der Panamax-Index fiel um 7 Punkte oder 0,3 Prozent auf 2.372 Punkte. Für die Woche sank dieser Index um 1,5 Prozent. Die durchschnittlichen Tageserträge für Panamax-Schiffe, die normalerweise 60.000 bis 70.000 Tonnen Kohle oder Getreide transportieren, gingen um 58 US-Dollar auf 21.349 US-Dollar zurück.
Damit zeigt sich ein gemischtes Bild am Trockenfrachtmarkt. Während die großen Capesize-Frachter Zuwächse verbuchten, mussten die mittelgroßen Panamax-Schiffe Einbußen hinnehmen. Der Hauptindex konnte sich dennoch knapp behaupten, weil die Gewinne im Capesize-Segment die Verluste bei den Panamax-Frachtern überkompensierten.
Für den Wochenverlauf bleibt die Bilanz dennoch negativ. Der Rückgang des Hauptindex um 8,1 Prozent unterstreicht, dass die Erholung am Freitag nur einen Teil der vorangegangenen Verluste ausgleichen konnte. Anleger, die den Baltic Dry Index als Stimmungsbarometer für den globalen Handel nutzen, dürften die weitere Entwicklung in den kommenden Handelstagen genau beobachten.
Der Baltic Dry Index gilt seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Indikatoren für den internationalen Seefrachtverkehr. Er bildet die Kosten für den Transport von Massengütern auf den wichtigsten Schifffahrtsrouten ab und wird täglich von der Baltic Exchange in London veröffentlicht. Da die enthaltenen Frachtraten direkt von Angebot und Nachfrage nach Schiffsraum abhängen, liefert der Index Hinweise auf die Dynamik des Welthandels.
