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Ausweitung der Einlagensicherung?

Kontrovers diskutiert: Experten fordern Ausweitung der Einlagensicherung für europäische Banken

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Ausweitung der Einlagensicherung?

Ein neues Gutachten des Leibniz-Instituts für Finanzforschung (SAFE) in Frankfurt am Main schlägt vor, die Einlagensicherung bei europäischen Banken auszuweiten. Demnach sollen künftig Einlagen unbegrenzt versichert sein und nicht mehr wie bisher nur bis zu 100.000 Euro. Die Frankfurter Banken-Experten erhoffen sich dadurch, einen "Sturm auf die Banken" von Anlegern zu verhindern, die aufgrund von schlechten Nachrichten panisch ihre Konten leeren und damit Banken in Schwierigkeiten bringen. "Bank Runs" führten in der jüngsten Vergangenheit zu hektischen Abwicklungen der Silicon Valley Bank in den USA und der Schweizer Großbank Credit Suisse. Laut SAFE-Gründungsdirektor Jan Krahnen könnten schlecht geführte Banken ordentlich abgewickelt werden, wenn bei einem "Bank Run" kein Zeitdruck mehr entstehe. Eine Einlagensicherung sollte jedoch von den Banken selbst bezahlt werden.

Lorenzo Bini Smaghi, ehemaliger Direktor der Europäischen Zentralbank, kritisierte bei einer Veranstaltung des Leibnitz-Instituts, dass es unmöglich sei, dass Aufseher einer Bank sagen könnten, dass sie insolvent sei. Eine Einlagensicherung könne das Signal fehlen lassen, dass mit einer Bank wirklich Schluss sei. Ex-Chefin der Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BAFin) Elke König argumentiert, dass mit einer Garantie aller Einlagen "Raider" angezogen werden könnten, die sich mit aggressivem Vorgehen bei unterbewerteten Unternehmen einkaufen. Dabei fragt sie, ob man einen Peter Thiel, ein deutsch-amerikanischer Investor, der Milliarden bewegt, schützen müsse. Bini Smaghi merkt an, dass viele Reiche hohe Beträge bei der Silicon Valley Bank hatten, und hinterfragt, warum diese Menschen geschützt werden sollten. Die SAFE-Forscherin Loriana Pelizzon hingegen widerspricht, dass viele Investoren keine Ahnung hatten, dass ihre Einlagen verloren gehen könnten.

Trotz der Skepsis der Finanzaufseher sind sich Forscher und Bankaufseher einig, dass die Banken in der Eurozone besser dastehen als manch amerikanisches Institut und die Schweizer Credit Suisse. Auch wenn es Banken mit Problemen gebe, stünden alle deutschen Banken besser da als die Pleitebanken, so Pelizzon. Florian Heider von SAFE betont, dass es in Europa große Banken in kleinen Ländern gebe. Damit Bankgeschäft und Staatsaufsicht zusammenpassen, müsse die Bankenaufsicht europäischer werden. Einig sind sich Forscherinnen und Bankaufseher jedoch darin, dass sowohl die Silicon Valley Bank als auch Credit Suisse am Ende waren und in schlechtem Zustand waren. Die Banken waren laut Pelizzon "nicht gut geführt".

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