Asiens Börsen erholen sich trotz anhaltender Iran-Unsicherheit
Trumps verschobener Angriffsfrist auf den Iran sorgt für Entlastung – doch die Märkte bleiben nervös.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag einen Teil ihrer frühen Verluste aufgeholt. Auslöser der Erholung war die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, geplante Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur um mehr als zehn Tage zu verschieben. Trump signalisierte zudem Fortschritte in den Verhandlungen mit Teheran, was die Stimmung an den Märkten spürbar aufhellte.
Die S&P-500-Futures stiegen im frühen Freitagshandel um 0,6 Prozent, nachdem die Wall Street am Donnerstag angesichts wachsender Unsicherheit über den Iran-Konflikt deutlich nachgegeben hatte. Teheran hatte direkte Gespräche mit Washington zunächst ausgeschlossen, erklärte aber, einen 15-Punkte-Waffenstillstandsvorschlag der USA zu prüfen. Der Konflikt befindet sich nun in seiner fünften Woche.
Südkorea unter besonderem Druck
Besonders hart traf es den südkoreanischen Aktienmarkt. Der KOSPI brach zu Handelsbeginn um bis zu drei Prozent ein, konnte die Verluste jedoch auf minus 0,5 Prozent begrenzen. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von rund sechs Prozent zu Buche – der schlechteste Wert in ganz Asien.
Hauptbelastungsfaktor waren die südkoreanischen Chipwerte. Samsung Electronics und SK Hynix verloren im Wochenverlauf jeweils zwischen sieben und zehn Prozent. Hintergrund ist die Ankündigung von Google-Mutter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, einen neuen Komprimierungsalgorithmus namens TurboQuant entwickelt zu haben, der den Arbeitsspeicherbedarf für KI-Anwendungen erheblich senken soll. Analysten warnen, dass dies die langfristige Nachfrage nach Speicherchips beeinträchtigen könnte.
Die übrigen asiatischen Märkte zeigten sich stabiler. Der japanische Nikkei 225 und der TOPIX schlossen nahezu unverändert und verbuchten auf Wochensicht sogar leichte Gewinne. Chinas CSI 300 legte am Freitag um 0,7 Prozent zu, liegt aber auf Wochensicht noch rund 1,7 Prozent im Minus.
Gemischtes Bild quer durch die Region
Hongkongs Hang Seng gewann 0,2 Prozent, verzeichnete in der Woche jedoch ein Minus von 1,4 Prozent. Australiens ASX 200 gab leicht um 0,1 Prozent nach, profitierte aber insgesamt von steigenden Ölpreisen, die lokalen Energiewerten Auftrieb gaben. Singapurs Straits Times Index stieg um 0,7 Prozent und schloss die Woche unverändert ab.
Indiens Nifty 50 gab im Nachholhandel nach einem Feiertag am Donnerstag um 1,4 Prozent nach. Für die gesamte Woche steuert der Index auf ein nahezu unverändertes Ergebnis zu. Die anhaltenden Widersprüche zwischen US-amerikanischen und iranischen Aussagen über den Verhandlungsstand dürften die Volatilität an den Märkten vorerst hoch halten.
