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Asienmärkte unter Druck: USA-Iran-Spannungen treiben Ölpreise

Gegenseitige Angriffe in der Straße von Hormus erschüttern die Märkte und halten den Ölpreis deutlich über 100 Dollar.

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Asienmärkte unter Druck: USA-Iran-Spannungen treiben Ölpreise

Die Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag nachgegeben, während die Ölpreise trotz leichter Rückgänge deutlich über 100 Dollar pro Barrel verharrten. Auslöser waren neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Der fragile Waffenstillstand in der Region steht damit erneut auf dem Spiel.

Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel in einem dünnen Handel um 0,6 Prozent. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor mehr als 1 Prozent, während der chinesische Blue-Chip-Index CSI300 nahezu unverändert blieb. Die Märkte in Japan und Südkorea blieben feiertagsbedingt geschlossen. Auch europäische Futures gaben nach: EUROSTOXX-50-Futures sanken um 0,3 Prozent, FTSE-Futures verloren 1 Prozent und DAX-Futures gaben um 0,4 Prozent nach.

Straße von Hormus im Fokus

Die USA und der Iran lieferten sich am Montag neue Angriffe im Golf, während beide Seiten mit gegenseitigen Seeblockaden um die Kontrolle über die Straße von Hormus rangen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor neue Bemühungen unternommen, festsitzende Tanker und andere Schiffe durch diesen lebenswichtigen Engpass für den Energiehandel zu geleiten. Reederei Maersk teilte mit, dass die Alliance Fairfax, ein unter US-Flagge fahrender Autotransporter, den Golf am Montag in Begleitung von US-Militärkräften durch die Straße von Hormus verlassen habe.

Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, kommentierte die Lage nüchtern: „Wir begannen den gestrigen Tag mit großen Hoffnungen, dass die Operation ‚Project Freedom' vor Ort ein Erfolg werden würde, da sie eher als humanitäre Bemühung dargestellt wurde. Aber wie wir sahen, gingen die Iraner überhaupt nicht auf diesen Köder ein. Es signalisiert wirklich, dass das Patt bestehen bleibt; es war ein sehr holpriger Start."

Ölpreise geben leicht nach, bleiben aber erhöht

An den Ölmärkten fielen die Futures für die Sorte Brent um 1,3 Prozent auf 112,93 Dollar pro Barrel, während US-Rohöl um 2,3 Prozent auf 104 Dollar pro Barrel sank. Beide Sorten waren in der vorangegangenen Sitzung aufgrund erhöhter Sorgen über Versorgungsunterbrechungen stark gestiegen. Das Preisniveau bleibt damit weit über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

Abseits der geopolitischen Spannungen richten die Anleger ihren Blick auch auf die laufende Berichtssaison. Advanced Micro Devices und Pfizer gehören zu den Unternehmen, die im Laufe des Tages ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen. Daten von S&P Global Market Intelligence zeigen, dass bereits 83 Prozent der berichtenden S&P-500-Unternehmen die Gewinnschätzungen übertroffen haben, 78,2 Prozent schlugen zudem die Umsatzerwartungen. Die Nasdaq-Futures stiegen um 0,26 Prozent, S&P-500-Futures legten um 0,17 Prozent zu.

Jeff Buchbinder, Chef-Aktienstratege bei LPL Financial, bleibt für den Technologiesektor optimistisch: „Ohne Anzeichen einer Verlangsamung werden die KI-gesteuerten Ausgaben wahrscheinlich weiterhin den Hauptteil des Gewinnwachstums im S&P 500 tragen, angeführt vom Technologiesektor."

Yen und Währungsmärkte im Blick

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem japanischen Yen, der am Montag kurzzeitig auf ein Intraday-Hoch von 155,69 Yen je Dollar gestiegen war und damit Spekulationen über eine erneute Intervention der japanischen Behörden auslöste. Zuletzt notierte der Yen stabil bei 157,26 je Dollar. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama sprach sich gegen spekulativen Devisenhandel aus und hielt die Märkte damit in Alarmbereitschaft.

Abbas Keshvani, Asien-Makrostratege bei RBC Capital Markets, wies darauf hin, dass Tokio im Jahr 2022 „innerhalb weniger Wochen drei Interventionssalven abgefeuert" habe. Er erwartet, dass die Behörden erneut eingreifen könnten, falls der Dollar/Yen-Kurs die Marke von 160 weiter teste. „Wir vermuten, dass Interventionen lediglich als Deckel für USD/JPY wirken werden und nicht als Katalysator für eine anhaltende Yen-Stärke", so Keshvani.

Der australische Dollar notierte zuletzt 0,08 Prozent niedriger bei 0,7162 Dollar, nachdem die Reserve Bank of Australia am Dienstag in einem weithin erwarteten Schritt zum dritten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben hatte. Der US-Dollar festigte sich derweil aufgrund der Nachfrage nach sicheren Häfen. Der Goldpreis stieg um 0,3 Prozent auf 4.533,68 Dollar pro Unze. Für den weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke der Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht für April, der am Freitag veröffentlicht wird. Erwartet werden 62.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Zuwachs von 178.000 im März.

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