Asiatische Währungen gemischt: Yuan hält sich nahe dem Vier-Jahres-Hoch
Der chinesische Yuan notiert nahe seinem stärksten Stand seit über vier Jahren, während der Dollar-Index leicht auf 101,94 zulegt und Anleger auf die US-Midterms warten.

Die asiatischen Währungen haben am Montag gemischt gehandelt. Der chinesische Yuan notierte nahe seinem stärksten Niveau seit mehr als vier Jahren, während der US-Dollar insgesamt stabil blieb. Die Anleger richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Midterm-Wahlen in den USA am Dienstag und auf eine intensive Woche mit wirtschaftlichen Daten.
Der US-Dollar-Index stieg um 0,1% auf 101,94. Das Währungspaar USD/JPY legte um 0,2% auf 157,88 zu, was den japanischen Yen leicht schwächte. Das EUR/USD-Paar gewann 0,1% auf 1,1169 und lag damit nahe dem früheren 17-Monats-Tief von 1,1159, während das GBP/USD-Paar mit 1,3386 nahezu unverändert blieb. Der Euro stand weiterhin unter Druck, nachdem Fitch am Freitag die Kreditbeurteilung für Frankreich von „stabil“ auf „negativ“ herabgestuft hatte und dabei verschlechterte Schuldendynamiken anführte. Das Pfund Sterling notierte im frühen Handel ebenfalls kaum verändert bei 1,3387 Dollar.
Auf der asiatischen Seite blieb der Yuan der auffälligste Akteur. Das Offshore-Paar USD/CNH notierte bei 6,6523, das Inshore-Paar USD/CNY bei 6,6540. Der Inshore-Yuan hatte sich bereits am Freitag auf 6,659 pro Dollar gefestigt – sein stärkstes Niveau seit dem 6. Juni 2022. Gegenüber dem Dollar hat er in diesem Jahr rund 5% gewonnen und dürfte einen vierten aufeinanderfolgenden monatlichen Anstieg verbuchen, gestützt teilweise durch Exporteure, die ihre Dollar-Einnahmen in Yuan konvertieren.
Der Yuan profitiert von konvertierenden Exporteuren und soliden Fabrikdaten
Die People’s Bank of China legte den Mittelkurs für den Freitag auf 6,7138 pro Dollar fest – ihr stärkster Fixierungswert seit Februar 2023, der allerdings deutlich unter den Markterwartungen lag. Zusätzliche Unterstützung kam von der privaten Umfrage des RatingDog-Instituts vom Montag, die auf eine anhaltende Expansion unter den Herstellern und eine stärkere Fabrikproduktion hinwies. Dieser Befund half dem Yuan nach dem Rückgang des offiziellen Manufacturing PMI.
Für die Region liefern Inflationsveröffentlichungen aus Taiwan, Thailand und den Philippinen weitere Signale zu den Preisdruckverhältnissen. Die DBS erwartet, dass die südkoreanischen Exporte im Oktober jahresbezogen beschleunigen, und veranschlagt den Handelsbilanzüberschuss auf 43 Mrd. Dollar. Für Indonesien sieht die Bank das Wachstum im dritten Quartal von 5,3% auf 5,2% abkühlen.
Die Anleger warten auf die Midterm-Wahlen und die Signale der Federal Reserve
Die Wahlen am Dienstag entscheiden über die Kontrolle des Kongresses und beeinflussen damit die Entscheidungen zur Staatsausgabe und zur Aufnahme von Bundesanleihen. Von den Demokraten wird allgemein erwartet, dass sie das Repräsentantenhaus gewinnen, während der Kampf um den Senat weniger sicher ist. Nach Einschätzung von Analysten könnte ein demokratischer Sweep auf Bundesebene Hindernisse für Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur schaffen; zudem könnte die nächste Debatte über die Anhebung der US-Schuldenobergrenze besonders kontrovers ausfallen.
Die am Freitag anstehenden Beschäftigungsdaten für Oktober dürften zudem wichtig für die Erwartungen an den nächsten geldpolitischen Schritt der Federal Reserve werden. In der vergangenen Woche hatten die Fed, die Europäische Zentralbank, die Bank of Japan und die Reserve Bank of New Zealand ihre Zinssätze allesamt unverändert gelassen und sich damit der Bank of Thailand angeschlossen. Die BOJ hielt die Zinsen in einer Abstimmung von 8:1 Stimmen bei 1,25%. Die unerwartete Entscheidung der RBNZ, ihren Zins bei 2,75% zu belassen, ließ den neuseeländischen Dollar in der vergangenen Woche um 1,2% sinken.
Die RBA dürfte am Dienstag den Leitzins auf 4,85% anheben
Das AUD/USD-Paar rutschte vor der Entscheidung der Reserve Bank of Australia am Dienstag um 0,1% auf 0,7024. Von der RBA wird allgemein erwartet, dass sie ihren Leitzins auf 4,85% anhebt – ein Niveau, das fast zwei Jahrzehnte alt ist. Das NZD/USD-Paar fiel um 0,3% auf 0,5614 und setzte damit den Druck nach der Überraschung der RBNZ in der Vorwoche fort.
Deutlicher gab der südkoreanische Won nach: Das USD/KRW-Paar stieg um 0,7% auf 1.342,83. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund volatiler ausländischer Kapitalströme und der Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des Börsenaufschwungs im Land, der stark von Halbleiter- und KI-bezogenen Aktien getrieben wurde. Auch andere südostasiatische Währungen gerieten unter Druck: Das USD/IDR-Paar gewann 0,4% auf 18.171, das USD/SGD-Paar stieg um 0,2% auf 1,2795 und das USD/MYR-Paar kletterte um 0,3% auf 4,0665. Neben der Bank of England werden in dieser Woche auch die Zentralbanken Norwegens und Schwedens geldpolitische Entscheidungen bekannt geben; für die Bank Negara Malaysia wird am Donnerstag ein unveränderter Zins von 2,75% erwartet.
Bereits am 20.10.2026 erreichte der Yuan ein Vier-Jahres-Hoch
Die aktuelle Entwicklung setzt eine Serie früherer Berichte fort. Am 20.10.2026 meldete aktien.news, dass der Yuan ein neues Vier-Jahres-Hoch erreichte, nachdem die Volksbank Chinas eine starke tägliche Fixierung vorgenommen hatte. Damals fiel das Währungspaar USD/CNH auf ein intraday-Tief von 6,6775 pro Dollar – sein stärkstes Niveau seit Juli 2022 – bevor es bei 6,6781 gehandelt wurde; der Onshore-Yuan stärkte sich auf 6,6791 pro Dollar. Der Anstieg folgte neben der festen Fixierung auch auf stärker als erwartete Wirtschaftsdaten aus China, deren Wirtschaft im dritten Quartal um 4,5 Prozent wuchs.
Am 01.10.2026 berichtete aktien.news, dass die asiatischen Währungen in engen Bandbreiten handelten, während der japanische Yen schwächelte. Auslöser war die jüngste politische Zusammenfassung der Bank of Japan, die gemischte Signale zum Tempo künftiger Zinserhöhungen sendete; der US-Dollar-Index lag damals bei rund 101,62 und damit 0,2% im Plus. Bereits am 05.02.2026 hatte der Dollar vor den Sitzungen von EZB und Bank of England zugelegt, wobei das USD/JPY-Paar um 0,1 Prozent stieg und sich der Marke von 157 Yen näherte. Und am 23.01.2026 verzeichnete der Dollar-Index einen Wochenrückgang von über 1 Prozent, während die Bank of Japan ihren Leitzins bei 0,75 Prozent beließ und ihre Prognosen für Inflation und Wachstum leicht anhob.
Für deutsche Anleger bleibt der Dollar-Effekt im Depot der entscheidende Faktor
Wer US-Aktien oder dollar-denominierte Fonds hält, spürt die Währungsbewegung direkt in der Rendite: Ein stabiler bis festerer Dollar stützt den Euro-Gegenwert, ein schwächerer Dollar zehrt daran. Der Quelltext zeigt für den Montag keine einheitliche Richtung, sondern eine Mischung – ein leicht festerer Dollar-Index, ein nahezu unveränderter Euro und ein Yen, der nachgab. Der Euro bleibt dabei durch die Herabstufung des französischen Kreditausblicks durch Fitch belastet, was für Anleger mit Euro-Exposure ein Risikofaktor ist, der nicht aus der Währungsrelation selbst stammt.
Gleichzeitig ist der Yuan derzeit kein reiner Schwächefall: Rund 5% Gewinn in diesem Jahr und ein vierter monatlicher Anstieg in Folge zeigen eine Gegenbewegung zum Dollar, die teilweise von Exporteuren getragen wird, die ihre Dollar-Einnahmen konvertieren. Für Portfolios mit Asien-Bausteinen bedeutet das, dass Währungs- und Aktienrisiko auseinanderlaufen können. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten; die Zahlenlage ist uneinheitlich und stark von den anstehenden Terminen abhängig.
Die kommenden Tage bringen mehrere geldpolitische Entscheidungen
Die RBA entscheidet am Dienstag über ihren Leitzins, von der allgemein eine Anhebung auf 4,85% erwartet wird. Am selben Tag finden die Midterm-Wahlen in den USA statt. Am Donnerstag wird bei der Bank Negara Malaysia ein unveränderter Zins von 2,75% erwartet. Im Laufe der Woche folgen zudem geldpolitische Entscheidungen der Bank of England sowie der Zentralbanken Norwegens und Schwedens. Am Freitag stehen die US-Beschäftigungsdaten für Oktober an, die für die Erwartungen an den nächsten Schritt der Federal Reserve wichtig werden. Aus Taiwan, Thailand und den Philippinen werden Inflationsdaten erwartet.
Drei Fachbegriffe erklären die Funktionsweise der Devisenmärkte
- Fixierung: Der von einer Zentralbank festgelegte Referenzkurs einer Währung, an dem sich der Handel orientiert.
- Inshore und Offshore: Bezeichnungen für den Yuan-Handel im Inland beziehungsweise außerhalb Chinas, der unterschiedlichen Regeln unterliegt.
- Leitzins: Der von einer Notenbank gesetzte zentrale Zinssatz, der die Kreditkosten einer Volkswirtschaft prägt.
