Argentiniens Inflation im Februar über Analystenprognosen geblieben
Die monatliche Teuerungsrate verharrte bei 2,9 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Argentiniens Inflation hat sich im Februar 2025 als hartnäckiger erwiesen als erwartet. Die monatliche Inflationsrate blieb mit 2,9 Prozent stabil auf dem Januarniveau, übertraf jedoch die Analystenprognose von 2,7 Prozent, wie offizielle Daten am Donnerstag zeigten.
Auf Jahresbasis stiegen die Preise um 33,1 Prozent – mehr als die prognostizierten 32,7 Prozent und auch mehr als die Vormonatsrate von 32,4 Prozent. Damit beschleunigt sich die Jahresinflation trotz der massiven Disinflationsbemühungen der Regierung unter Präsident Javier Milei leicht.
Besonders stark stiegen die Lebenshaltungskosten wie Mieten und Nebenkosten – sie legten im Februar um 6,8 Prozent zu und waren damit der stärkste Preistreiber. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 3,3 Prozent. Bekleidungspreise blieben hingegen stabil, während Alkohol und Tabak nur leicht anzogen.
Milei setzt sich ehrgeizige Ziele
Präsident Milei bekräftigte in einem Fernsehinterview diese Woche sein Versprechen, die Inflation auf null zu senken – mit dem August als angestrebtem Zieldatum. Als er Ende 2023 sein Amt antrat, lag die Inflation noch bei über 200 Prozent und erreichte kurz darauf mit knapp 300 Prozent ihren Höchststand. Seitdem hat Argentinien eine drastische Disinflation erlebt, auch wenn das aktuelle Niveau für deutsche Verhältnisse immer noch außerordentlich hoch ist.
Die Veröffentlichung der Daten fällt in eine politisch bedeutsame Phase: Argentinische Regierungsvertreter treffen sich derzeit in Washington mit US-Vertretern, um die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder zu vertiefen. Eine mögliche Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wird dabei als zentrales Thema gehandelt.
Eine monatliche Umfrage der argentinischen Zentralbank zeigt, dass Analysten grundsätzlich weiterhin mit rückläufiger Inflation rechnen. Allerdings wurde die Konsensprognose für das Jahresende 2026 gegenüber der Januar-Umfrage nach oben korrigiert – ein Zeichen dafür, dass der Weg zur Preisstabilität steiniger sein könnte als erhofft.
