Brasilien erzielt im Februar Handelsüberschuss von 4,2 Milliarden Dollar
Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas trifft Markterwartungen dank kräftig gestiegener Rohstoffexporte.

Brasilien hat im Februar 2025 einen Handelsüberschuss von 4,2 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Prognosen der Analysten exakt erfüllt. Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um starke 15,6 Prozent auf 26,3 Milliarden Dollar, während die Importe um 4,8 Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar zurückgingen. Damit kehrt das Land nach einem Defizit von 500 Millionen Dollar im Februar des Vorjahres in die Gewinnzone zurück.
Das Exportwachstum wurde vor allem von klassischen brasilianischen Rohstoffen getragen. Rohöl, Eisenerz und Sojabohnen verzeichneten deutliche Zuwächse und unterstrichen Brasiliens Rolle als globaler Rohstofflieferant. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Ausfuhren von Baumwolle und Zucker.
Importrückgang durch schwächere Maschinenkäufe
Auf der Importseite machte sich vor allem ein Rückgang bei nicht-elektrischen Motoren und Maschinen bemerkbar. Die Importstruktur Brasiliens gilt als vergleichsweise breit diversifiziert, weshalb einzelne Kategorien die Gesamtbilanz weniger stark beeinflussen als auf der Exportseite.
Die brasilianische Wirtschaft zeigt derweil deutliche Anzeichen einer Verlangsamung. Die Zentralbank des Landes hält den Leitzins seit Juli vergangenen Jahres auf einem Niveau von 15 Prozent – dem höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Diese restriktive Geldpolitik drosselt die Binnennachfrage und wirkt sich entsprechend auf die Importtätigkeit aus.
Jahresprognose bleibt ambitioniert
Das brasilianische Handelsministerium hatte im Januar für das Gesamtjahr 2025 einen Überschuss zwischen 70 und 90 Milliarden Dollar prognostiziert. Dieser Zielkorridor läge deutlich über dem im Jahr 2024 erzielten Überschuss von 68,3 Milliarden Dollar. Die Februardaten liefern erste Hinweise, dass Brasilien auf Kurs bleibt, diese ambitionierten Ziele zu erreichen.
