ANZEIGE

Argentiniens Einzelhandel öffnet sich: UK-Konsum gerät unter Druck

Während internationale Marken in Argentinien auf einen liberalisierten Markt setzen, kämpft der britische Einzelhandel mit sinkenden Umsätzen.

•• 3 Min
Argentiniens Einzelhandel öffnet sich: UK-Konsum gerät unter Druck

Der globale Einzelhandel bewegt sich derzeit in zwei völlig unterschiedlichen wirtschaftlichen Fahrwassern. Auf der einen Seite steht Argentinien, wo die Regierung unter Präsident Javier Milei den Konsummarkt für internationale Marken öffnet. Auf der anderen Seite kämpft der britische Einzelhandel mit einer spürbaren Abkühlung der Nachfrage. Beide Entwicklungen zeigen, wie stark das Retail-Geschäft von makroökonomischer Politik und Konsumstimmung abhängt.

In Argentinien erlebt der Einzelhandel seit dem Amtsantritt Mileis im Dezember 2023 einen tiefgreifenden Wandel. Die Regierung hat damit begonnen, die protektionistischen Maßnahmen abzubauen, die den Konsummarkt des Landes lange abgeschottet hatten. Durch die Abschaffung diskretionärer Importlizenzen und die Lockerung der Devisenkontrollen wurde eine Welle des Interesses bei internationalen Einzelhändlern ausgelöst.

Marken wie Superdry, Decathlon, H&M, Victoria's Secret, Kiabi, Mango und Armani Exchange kehren entweder in das Land zurück oder eröffnen erstmals Filialen. Für viele bedeutet dies das Ende jahrelang blockierter Planungen. Ezequiel García von Tango Fabric, das die Lizenz für Superdry in Südamerika hält, erklärte, der Markteintritt sei jahrelang wegen der geschlossenen Wirtschaft unmöglich gewesen. Nun könne die Marke aktuelle Kollektionen importieren, statt auf veraltete Bestände zurückzugreifen.

Wachstum trifft auf Rezessionsdruck

Der Zustrom ausländischen Kapitals erfolgt jedoch vor dem Hintergrund erheblicher wirtschaftlicher Instabilität. Die argentinische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal, und Ökonomen warnen vor einer möglichen technischen Rezession. Der private Konsum fiel im zweiten Quartal um 2,4 Prozent, und die Haushaltsfinanzen bleiben durch steigende Kosten für Versorgungsleistungen und Transport belastet.

Branchenanalysten wie Guillermo Oliveto von Consultora W ziehen Parallelen zwischen der aktuellen Lage und der wirtschaftlichen Liberalisierung der 1990er-Jahre. Sie betonen jedoch einen entscheidenden Unterschied: Die 1990er-Jahre waren von schnellem Wirtschaftswachstum geprägt, während heutige Einzelhändler in einen Markt eintreten, der von Rezessionsdruck und gesunkener Kaufkraft bestimmt wird. Folglich bevorzugt der aktuelle Retail-Trend preisbewusste Mainstream-Marken gegenüber Luxuslabels.

Die chinesische Varieté-Kette Miniso veranschaulicht diese Strategie: Sie plant, innerhalb von fünf Jahren 100 Filialen zu eröffnen, und setzt darauf, dass ihr Niedrigpreis- und Hochvolumenmodell besser zum aktuellen Klima passt als High-End-Mode. Dieser Wandel setzt die lokale Textilindustrie massiv unter Druck. Deren Produktion sank in den ersten sieben Monaten des Jahres um 22,6 Prozent – der niedrigste Stand seit einem Jahrzehnt. Um die Risiken politischer Instabilität und möglicher künftiger Politikwechsel zu mindern, verfolgen Unternehmen defensive Strategien, darunter regionale Diversifizierung und die Erkundung lokaler Produktion als Absicherung gegen künftige Importbeschränkungen.

Britischer Einzelhandel unter Druck

Während Argentinien versucht, seinen Einzelhandel anzukurbeln, erlebt das Vereinigte Königreich eine Schrumpfung. Daten des Office for National Statistics (ONS) zufolge fielen die britischen Einzelhandelsumsätze im September um 0,4 Prozent – ein stärkerer Rückgang als die von Ökonomen prognostizierten 0,1 Prozent. Zuvor war für August ein revidierter Anstieg von 0,7 Prozent verzeichnet worden, was die Volatilität des Konsumverhaltens unterstreicht.

Da die Konsumausgaben rund 60 Prozent der britischen Wirtschaftsaktivität ausmachen, gilt dieser Rückgang als wichtiger Indikator für die allgemeine Wirtschaftsgesundheit. Das ONS führte den Einbruch im September auf zwei Hauptfaktoren zurück: einen Rückgang der Lebensmittelkäufe und ungewöhnlich warmes Wetter, das Verbraucher vom Kauf von Herbstbekleidung abhielt. Dies verdeutlicht die Empfindlichkeit des britischen Marktes gegenüber Inflationsdruck bei Gütern des täglichen Bedarfs und externen Umweltfaktoren, die saisonale Einzelhandelszyklen bestimmen.

Vergleich und Ausblick

Obwohl sich die beiden Regionen in unterschiedlichen Phasen ihres Wirtschaftszyklus befinden, unterstreichen beide Berichte die Anfälligkeit des Einzelhandelssektors gegenüber makroökonomischer Politik und Konsumstimmung. In Argentinien ist das Hauptrisiko politischer und struktureller Natur: Marken betreten einen „unberührten Markt" in der Hoffnung, dass das langfristige Potenzial die derzeit fehlende Kaufkraft überwiegt. In Großbritannien ist das Risiko zyklisch: Etablierte Einzelhändler kämpfen darum, in einem reifen Markt Momentum zu halten, in dem die Ausgaben stark auf Wetter und Lebenshaltungskosten reagieren.

Der Kontrast zwischen beiden Regionen verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen des globalen Einzelhandels. In Argentinien geht es um Markteintritt und Überleben in einer volatilen, reformierenden Wirtschaft. In Großbritannien geht es darum, das Konsuminteresse in einer reifen Volkswirtschaft zu halten, in der selbst kleine Veränderungen bei Wetter oder Ausgabengewohnheiten messbare Auswirkungen auf nationale Wirtschaftsdaten haben.

Argentinien EinzelhandelJavier MileiUk EinzelhandelsumsätzeSuperdryMinisoKonsumausgabenONSTechnische Rezession

Meistgelesene News

  1. KI nur für Top-Mitarbeiter: Paysend-CEO setzt auf Leistungsnachweis
  2. XRP als Millionärsmacher? Warum ein 1.000-facher Anstieg unrealistisch ist
  3. Iran-Krieg: Hubschrauberabsturz tötet zwei Soldaten, Tankerangriffe bedrohen Hormuz
  4. Iran bietet Öffnung der Straße von Hormus an: Spannungen eskalieren
  5. Iran verzögert Gespräche bewusst, um Trump vor Midterms zu schwächen

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.