Argentinien: Wachstum verlangsamt sich – Rückkehr an Schuldenmarkt entscheidend
Die argentinische Wirtschaft steht vor einer Verlangsamung des Wachstums, während die Inflation weiter sinkt. Entscheidend für die weitere Entwicklung ist die mögliche Rückkehr an die internationalen Schuldenmärkte.

**Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 gedämpft
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Die argentinische Wirtschaft wird 2026 und 2027 voraussichtlich jeweils um 3,0 Prozent wachsen, wie eine Reuters-Umfrage unter 25 Ökonomen ergab. Dies markiert eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem für 2025 erwarteten Wachstum von 4,3 Prozent. Die Prognosen für 2026 reichen von optimistischen 5,0 Prozent bis zu vorsichtigen 1,6 Prozent – ein Spektrum, das die unterschiedlichen Einschätzungen der Reformen von Präsident Javier Milei widerspiegelt.
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Inflation sinkt, bleibt aber zweistellig
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Die Inflation wird sich 2026 auf durchschnittlich 25,3 Prozent abschwächen, verglichen mit 44,5 Prozent im Jahr 2025. Damit liegt die Teuerungsrate deutlich unter dem Höchststand von 237 Prozent aus dem Jahr 2024, als Milei sein Amt antrat. Allerdings bleibt die Inflation höher als die im Oktober prognostizierten 23,7 Prozent, da vor allem die Dienstleistungspreise hartnäckig steigen. Die im Dezember gemeldete Inflationsrate betrug noch 31,5 Prozent.
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Wirtschaftliche Transformation mit Schattenseiten
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Mileis radikale Sparpolitik mit der "Kettensäge" führt zu einer grundlegenden Neuausrichtung der argentinischen Wirtschaft. Während Bergbau, Landwirtschaft und Energiesektor in rohstoffreichen Provinzen boomen, bricht die Fertigungsindustrie in den Ballungszentren ein. "Für 2026 wird erwartet, dass die Landwirtschaft, der Bergbau und der Finanzsektor eine gute Performance zeigen", erklärt Marcos Cohen Arazi vom IERAL-Institut. "Gleichzeitig wird erwartet, dass die Handelsaktivität, der Tourismus, das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe schwächer abschneiden."
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Rückkehr an Schuldenmärkte als Schlüsselfaktor**
Entscheidend für Argentiniens wirtschaftliche Zukunft ist die Rückkehr an die internationalen Schuldenmärkte, von denen das Land seit 2018 ausgeschlossen ist. Ende 2025 kündigte die Zentralbank an, dies zu versuchen, um Fälligkeiten zu refinanzieren. Ein erfolgreicher Zugang zu den Kapitalmärkten würde das Vertrauen stärken, den Peso stabilisieren und weiteren Spielraum für sinkende Inflationsraten schaffen. Die Ökonomen sehen darin den Schlüssel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des südamerikanischen Landes.
