Apple lädt zum Produkt-Event am 28. Oktober: Touchscreen-Mac erwartet
Der Konzern lädt Medien und Analysten zur „Apple Experience in Los Angeles" ein – Analysten rechnen mit neuen Macs samt Touchscreen-Notebook.

Apple hat eine Produktveranstaltung für den 28. Oktober angekündigt und am Montag Medienvertreter sowie Analysten zu einer „Apple Experience in Los Angeles" eingeladen. In der Einladungs-E-Mail heißt es „Pro and tell". Das deutet darauf hin, dass der Fokus der Veranstaltung auf hochwertigen „Pro"-Geräten mit leistungsstarken, eigenentwickelten Chips liegen wird.
Für den Konzern ist es die dritte Veranstaltung in der kurzen Amtszeit von CEO John Ternus, der Tim Cook letzten Monat ablöste. Zuvor hatte Apple zu einer Veranstaltung im Firmenhauptsitz für neue iPhones geladen, darunter das faltbare Duo. Ein weiteres Treffen in New York drehte sich um Smart-Home-Hubs und einen neuen Lautsprecher mit Bildschirm namens HomeView.
Analyst Ben Reitzes von Melius Research schrieb in einem Bericht vom Montag, er erwarte die Vorstellung neuer Macs, „einschließlich eines Notebooks mit Touchscreen", im Herbst. Diese Launch-Rhythmik stelle für CEO John Ternus einen „bedeutenden Wandel" von bisher zwei Veranstaltungen pro Jahr dar.
Die Details
Im Mittelpunkt der Erwartungen stehen damit neue Mac-Modelle. Apple hatte erst im August seine Desktop-Computer Mac Mini und Mac Studio mit neuen Chips aktualisiert. Im Frühling brachte das Unternehmen ein überarbeitetes MacBook Pro sowie ein neues, günstigeres MacBook Neo heraus. Der iMac-Desktop wurde dagegen seit Oktober 2024 nicht mehr aktualisiert.
Die Mac-Sparte ist für Apple ein wichtiger, aber überschaubarer Umsatzträger. Im jüngsten Quartal entfielen etwa 10% des gesamten Umsatzes auf den Mac-Verkauf, während das Unternehmen weiterhin stark von iPhones abhängig ist. Dennoch haben Macs dank ihrer Chips, die schneller auf mehr Speicher zugreifen können als andere Consumer-Prozessoren, zu einem der stärksten Elemente von Apples KI-Geschichte geworden.
Der Aktienkurs spiegelt diese Entwicklung wider. Die Aktien von Apple sind dieses Jahr bereits um 26% gestiegen und übertreffen damit den S&P 500. Letzte Woche kündigten Apple und Meta an, ein großes Open-Weight-Modell, das von Meta entwickelt wurde, auf mehreren hochpreisigen Mac Studios einzuführen.
Bemerkenswert ist die mögliche Rückkehr des Touchscreens. Historisch war Apple gegenüber Touchscreen-Laptops skeptisch. Software-Chef Craig Federighi erklärte 2018, dass die Ergonomie Benutzer ermüden würde.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 22.09.2026 berichtete aktien.news, dass Apple Microsoft und Nvidia mit neuen KI-Macs herausfordert. Damals hieß es, die neuen Mac Minis und Mac Studios würden am Dienstag ausgeliefert und die Führungskräfte würden mit einem ungewöhnlichen Argument werben: Die Geräte seien günstiger als die Anmietung von Rechenzentren. Die aufgerüsteten Modelle, die fast 20.000 US-Dollar kosten können, verarbeiten KI-Aufgaben lokal und treten damit in direkten Wettbewerb mit neuen Desktop-Maschinen von Nvidia und PC-Herstellern. Diese sollten voraussichtlich im nächsten Monat im Mittelpunkt einer Microsoft-Windows-Veranstaltung in San Francisco stehen.
Am 01.08.2026 berichtete aktien.news, dass die Apple-Aktie frische Impulse braucht und sich die Hoffnungen der Anleger auf den Herbst richten. Im September sollte der designierte Apple-Chef John Ternus erstmals auf großer Bühne auftreten und die neue iPhone-18-Generation vorstellen. Im Mittelpunkt standen zunächst das iPhone 18 Pro sowie das Pro Max, die mit einer verbesserten Kamera, einem helleren Display, längerer Akkulaufzeit und mehr lokalem Speicher für KI-Anwendungen aufwarten sollten. Neue iPhone-Generationen sind traditionell einer der wichtigsten Umsatztreiber für Apple – und damit ein zentraler Faktor für die Kursentwicklung der Aktie.
Am 28.08.2026 berichtete aktien.news, dass Apple seinen jährlichen Produkt-Launch-Event offiziell angekündigt hat. Die Veranstaltung fand am 9. September am Hauptsitz in Cupertino, Kalifornien, statt. Unter dem Motto „Surprise and shine" war es ein historischer Moment für das Unternehmen: Es war die erste große Produktpräsentation unter der Führung des designierten CEO John Ternus. Ternus, der bisher als Hardware-Chef von Apple fungierte, übernahm das Amt des Chief Executive Officer am 1. September. Er trat die Nachfolge von Tim Cook an, der das Unternehmen durch ein Jahrzehnt enormen Wachstums und Produktdiversifizierung geführt hat. Cook bleibt dem Konzern erhalten und wechselte in die Rolle des Executive Chairman.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Veranstaltung am 28. Oktober vor allem deshalb relevant, weil sie Aufschluss über die künftige Produktstrategie unter John Ternus geben dürfte. Der Mac trägt mit etwa 10% zum Gesamtumsatz bei, doch die eigentliche Bedeutung liegt in der Rolle der Geräte für Apples KI-Geschichte. Die Chips der Macs greifen schneller auf mehr Speicher zu als andere Consumer-Prozessoren – ein Argument, das Apple im Wettbewerb mit Nvidia und PC-Herstellern nutzt.
Die Aktie hat in diesem Jahr bereits 26% zugelegt und damit den S&P 500 übertroffen. Anleger sollten jedoch beachten, dass Apple weiterhin stark von iPhones abhängig ist und der Mac-Verkauf nur einen begrenzten Teil des Umsatzes ausmacht. Neue Produktankündigungen können kurzfristig Impulse liefern, ersetzen aber nicht die breite Umsatzbasis des Konzerns.
Ausblick
Konkrete Produktdetails hat Apple bislang nicht bestätigt. Analyst Reitzes erwartet neue Macs, „einschließlich eines Notebooks mit Touchscreen", im Herbst. Die Veranstaltung am 28. Oktober in Los Angeles dürfte diese Erwartung präzisieren. Ob Apple tatsächlich einen Touchscreen-Laptop vorstellt, ist offen – historisch war das Unternehmen gegenüber dieser Technologie skeptisch.
Ein weiterer Beobachtungspunkt bleibt die Zusammenarbeit mit Meta. Letzte Woche kündigten beide Konzerne an, ein großes Open-Weight-Modell, das von Meta entwickelt wurde, auf mehreren hochpreisigen Mac Studios einzuführen. Wie sich dieses Projekt entwickelt, könnte die Position der Macs im KI-Markt weiter stärken.
Kurz erklärt
- Open-Weight-Modell: Ein KI-Modell, dessen Gewichte öffentlich verfügbar sind und das sich auch lokal betreiben lässt.
- Touchscreen-Notebook: Ein Laptop mit berührungsempfindlichem Bildschirm, der sich per Finger oder Stift bedienen lässt.
- Eigenentwickelte Chips: Von Apple selbst entworfene Prozessoren, die in den eigenen Geräten verbaut werden.
