Apollo Silver liefert positives PEA für kalifornisches Silberprojekt Calico
Vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sieht 737 Millionen US-Dollar Kapitalwert und 25 Prozent Rendite nach Steuern.

Das an der TSX-V notierte Unternehmen Apollo Silver Corp hat positive Ergebnisse einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung (PEA) für sein Silberprojekt Calico im US-Bundesstaat Kalifornien bekannt gegeben. Die Studie beziffert den abgezinsten Kapitalwert (NPV) nach Steuern auf 737 Millionen US-Dollar und die nach Steuern berechnete interne Rendite (IRR) auf 25 Prozent. Die Amortisationsdauer des Projekts wird mit drei Jahren angegeben.
Grundlage der Rechnung ist die Entwicklung eines Tagebaubetriebs am Waterloo-Vorkommen. Dieses soll eine konventionelle Mahl- und Cyanidlaugungsanlage mit einer Kapazität von 8.000 Tonnen pro Tag speisen. Die geplante erste Verarbeitungslebensdauer beträgt rund 15 Jahre.
„Diese PEA zeigt, dass das Waterloo-Vorkommen allein einen 15-jährigen Betrieb mit einer jährlichen Produktion von etwa fünf Millionen Unzen Silber unterstützen kann“, erklärt Colin Sutherland, Präsident und CEO von Apollo. Der nach Steuern abgezinste Kapitalwert liege bei 737 Millionen US-Dollar unter der Annahme eines Silberpreises von 55 US-Dollar pro Unze. Der Basisfall berücksichtige dabei noch nicht die 49 Millionen Unzen des inferierten Langtry-Vorkommens.
Die Details
Die Kapitalkosten des Projekts werden auf 715,16 Millionen US-Dollar geschätzt. Für den Bau veranschlagt das Unternehmen zwei Jahre. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung steht und fällt damit mit der Entwicklung des Silberpreises: Der Basisfall unterstellt 55 US-Dollar pro Unze, ein Niveau, das deutlich über den langjährigen Durchschnittsnotierungen liegt.
Sutherland hebt in seiner Stellungnahme zwei strukturelle Merkmale des Projekts hervor. „Waterloo befindet sich auf Privatland mit gesicherten Oberflächenbergbaurechten und würde im US-Bundesstaat Barrenmetalle (Dorés) produzieren – zu einem Zeitpunkt, zu dem Silber in die US-Liste der kritischen Mineralien aufgenommen wurde“, so der CEO. Die Lage auf Privatland mit gesicherten Oberflächenrechten unterscheidet Calico von vielen US-Bergbauprojekten, bei denen Genehmigungsverfahren auf Bundesland langwierig sein können. Die Einstufung von Silber als kritisches Mineral durch die US-Behörden verleiht dem Vorhaben zusätzliche strategische Bedeutung für die heimische Rohstoffversorgung.
Nicht in den Basisfall eingerechnet ist das inferierte Langtry-Vorkommen mit 49 Millionen Unzen Silber. Es könnte in späteren Studien als zusätzliche Ressource berücksichtigt werden und das Produktionsprofil über die 15 Jahre hinaus verlängern.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 11.05.2026 berichtete aktien.news, dass Apollo Silver Corp. (TSX.V: APGO, OTCQB: APGOF, Frankfurt: 6ZF) die Ergebnisse seines geologischen Kartierungs- und Probenahmeprogramms auf dem Silberprojekt Calico im San Bernardino County, Kalifornien, veröffentlicht hatte. Die Resultate zeigten damals hochgradig anomale Silber-, Gold-, Baryt- und Zinkwerte in mehreren Schlüsselbereichen des Projektgeländes. Im Dezember 2025 wurden insgesamt 245 Gesteinsproben sowie 893 Bodenproben entnommen. Alle Gesteins- und 522 Bodenproben wurden an ALS Global-Geochemistry in Reno, Nevada, zur Gold- und Multielement-Analyse übergeben. Die Bodenproben wurden in einem Abstand von 25 Metern entnommen, wobei die Linien 200 Meter voneinander entfernt waren. Die nun vorgelegte PEA baut auf dieser Explorationsbasis auf und überführt die geologischen Ergebnisse erstmals in eine wirtschaftliche Bewertung.
Der Schritt vom Explorationsergebnis zur Wirtschaftlichkeitsstudie ist im kanadischen Bergbausektor ein etabliertes Muster. So berichtete aktien.news am 21.10.2026 über Lahontan Gold Corp. (TSXV: LG, OTC: LGCXF, OTCQB: LGCXF), deren PEA für die Gold-Silber-Mine Santa Fe im Walker Lane in Nevada einen Nettobarwert nach Steuern bei einem Diskontsatz von 5 Prozent (NPV5) von 820 Millionen US-Dollar auswies. Die Studie wurde von Kappes, Cassiday & Associates aus Reno erstellt, Beiträge zur Bergbauplanung, Ressourcenschätzung und Produktionsplanung kamen von RESPEC Company LLC, ebenfalls mit Sitz in Reno, und die Arbeiten erfolgten nach dem kanadischen Standard National Instrument 43-101.
Auch bei anderen Rohstoffen folgten vergleichbare Bewertungen. Am 26.05.2026 meldete aktien.news, dass Q-Gold Resources Ltd. am 25. Mai 2026 den technischen Bericht gemäß NI 43-101 einreichte, der die PEA für das Goldprojekt Quartz Mountain in Lake County, Oregon, unterstützt. Am 14.05.2026 berichtete aktien.news über Euro Manganese, dessen PEA für das Chvaletice-Projekt in der Tschechischen Republik einen internen Zinsfuß nach Steuern von 13,8 Prozent und einen Kapitalwert nach Steuern von 492 Millionen US-Dollar auswies, bei einer Minenlaufzeit von 26 Jahren und einer geplanten Jahresproduktion von rund 150.000 Tonnen hochreinem Mangansulfat-Monohydrat.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die PEA ein Zwischenschritt in der Projektentwicklung, kein Endstand. Sie liefert eine erste wirtschaftliche Indikation, basiert aber auf Annahmen, die sich ändern können. Der zentrale Hebel ist der unterstellte Silberpreis von 55 US-Dollar pro Unze – fällt die Notierung deutlich darunter, verschieben sich Kapitalwert und Rendite entsprechend. Anleger sollten daher die Silberpreisentwicklung und die im Basisfall nicht enthaltene Langtry-Ressource im Blick behalten.
Positiv hervorzuheben ist die kurze Amortisationsdauer von drei Jahren und die Tatsache, dass die Kapitalkosten mit 715,16 Millionen US-Dollar klar beziffert sind. Die Lage auf Privatland mit gesicherten Oberflächenbergbaurechten reduziert ein Genehmigungsrisiko, das bei US-Projekten auf Bundesland häufig zu Verzögerungen führt. Gleichzeitig steht die Finanzierung eines Projekts dieser Größenordnung noch aus – die PEA trifft dazu keine Aussage.
Ausblick
Apollo Silver richtet den Fokus nach eigenen Angaben nun auf die Risikominderung. Studien zu Wasser-, Energie- und Kapitalinputs sind laut Sutherland in vollem Gange. Das Unternehmen arbeitet auf eine Vorstudie zur Machbarkeit (Prefeasibility Study) hin. Weitere Termine oder Zeitpläne nennt die Mitteilung nicht.
Kurz erklärt
- PEA: Vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die ein Bergbauprojekt erstmals auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit prüft, ohne bereits eine endgültige Machbarkeitsstudie zu sein.
- NPV: Abgezinster Kapitalwert, der künftige Zahlungsströme eines Projekts auf den heutigen Wert abzinst und so die Vorteilhaftigkeit einer Investition messbar macht.
- IRR: Interne Rendite, also der Zinssatz, bei dem der Kapitalwert eines Projekts genau null beträgt und der damit die Verzinsung des eingesetzten Kapitals angibt.
