Anthropic meldet 1.127 Prozent Umsatzsprung und höhere Ausgabenverpflichtungen
Das KI-Labor reicht geänderte IPO-Unterlagen mit den Zahlen des September-Quartals ein: 16,95 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 1.127 Prozent.

Anthropic hat am Montag eine geänderte Fassung der Unterlagen für den geplanten Börsengang (IPO) eingereicht. In dem aktualisierten Dokument legt das KI-Forschungslabor die Ergebnisse des dritten Quartals offen. Die Zahlen belegen zum einen das starke Wachstum des Unternehmens, zum anderen aber auch erhöhte Ausgabenverpflichtungen. Damit erhalten potenzielle Anleger kurz vor dem möglichen Gang an die Börse einen genaueren Blick auf die Finanzlage des Entwicklers des KI-Assistenten Claude.
Im September-Quartal erzielte Anthropic einen Umsatz von 16,95 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 1.127 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Sprung fällt damit außergewöhnlich groß aus und unterstreicht die Dynamik des Geschäfts mit KI-Modellen. Ein wesentlicher Teil des Erlöses stammt aus der sogenannten Token-Nutzung, also den Datenmengen, die von KI-Modellen zur Ausführung von Aufgaben verarbeitet werden.
Ein kleinerer Anteil des Umsatzes resultiert aus Abonnementvereinbarungen mit Kunden. Das Unternehmen kombiniert damit zwei Erlösquellen: die nutzungsabhängige Abrechnung über verarbeitete Token und wiederkehrende Abonnementzahlungen. Beide Modelle sind für Anleger relevant, weil sie unterschiedliche Grade an Planbarkeit und Abhängigkeit von der Nutzungsintensität mit sich bringen.
Der Umsatz stammt überwiegend aus der Token-Nutzung von KI-Modellen
Die Token-Nutzung bildet nach Angaben des Unternehmens die wichtigste Einnahmequelle. Token sind die kleinsten Verarbeitungseinheiten, in die ein KI-Modell Texte zerlegt, um Aufgaben auszuführen. Je intensiver Kunden die Modelle von Anthropic nutzen, desto mehr Token werden verarbeitet und desto höher fällt der Umsatz aus. Diese Abrechnungsform macht die Erlöse stark von der tatsächlichen Nutzung abhängig.
Ergänzt wird dieses Modell durch Abonnementvereinbarungen mit Kunden, die einen kleineren Teil des Umsatzes ausmachen. Solche Verträge sorgen für wiederkehrende Einnahmen und eine gewisse Grundauslastung. Für die Bewertung des Unternehmens im Rahmen des Börsengangs ist das Verhältnis zwischen nutzungsabhängigen und vertraglich gebundenen Erlösen ein wichtiger Faktor.
Neben dem Umsatz weist die geänderte Fassung der IPO-Unterlagen auch erhöhte Ausgabenverpflichtungen aus. Das Unternehmen muss also künftig mehr Mittel für seine Verpflichtungen einplanen. Diese Entwicklung steht in Spannung zum starken Umsatzwachstum und dürfte für Anleger bei der Bewertung des Börsengangs von Bedeutung sein.
Bereits am 15.10.2026 berichtete aktien.news von 16,8 Milliarden Dollar Umsatz
Schon vor der nun eingereichten Fassung gab es Hinweise auf die Quartalszahlen. Bereits am 15.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Umsatz von Anthropic im dritten Quartal auf 16,8 Milliarden US-Dollar gestiegen sei. Der US-Sender CNBC hatte dies unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen gemeldet. Damit lag der KI-Entwickler deutlich über dem Wert des zweiten Quartals, den die Quellen mit rund 11,6 Milliarden US-Dollar angaben.
Ebenfalls am 15.10.2026 berichtete aktien.news, dass Anthropic kurz vor seinem für November erwarteten Börsengang Zahlen vorgelegt habe, die in der Technologiegeschichte ihresgleichen suchten. Der Entwickler des KI-Assistenten Claude erzielte demnach im dritten Quartal einen Umsatz von 16,8 Milliarden US-Dollar, nach 11,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal. Im Vorjahreszeitraum wies das Unternehmen noch keinen Umsatz aus; das Wachstum im Jahresvergleich dürfte daher im Bereich von 1.000 Prozent gelegen haben. Anthropic wurde 2021 gegründet und war damit zum damaligen Zeitpunkt noch keine sechs Jahre alt. Mit einem annualisierten Umsatzlaufzeitwert (Run Rate) von 67 Milliarden US-Dollar habe kein anderes Unternehmen der Geschichte diese Größe erreicht.
Am 15.10.2026 berichtete aktien.news zudem, dass Anthropic seinen Investoren mitgeteilt habe, der Umsatz sei im dritten Quartal um fast 50 Prozent auf 16,8 Milliarden US-Dollar gestiegen. Zugleich operiere das Unternehmen gewinnbringend, während die Gruppe Unterstützung für einen vielbeachteten Börsengang sammle. Die Zahlen wurden an einem Mittwoch bei einer ganztägigen Investorenpräsentation im Büro des Start-ups in San Francisco vorgestellt, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Das rasante Wachstum fiel jedoch langsamer aus als zuvor in diesem Jahr und lag unter den Erwartungen einiger Unterstützer von Anthropic.
Am 18.10.2026 berichtete aktien.news, dass der KI-Entwickler im zum 30. September endenden Quartal einen Umsatz von 16,8 Milliarden Dollar erzielt habe, was einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Die Zahlen gingen aus Berichten über einen privaten Investor Day des Unternehmens hervor, wie der Finanzdienst Motley Fool zusammenfasste. Für Anleger, die auf einen möglichen Börsengang schauen, seien die Zahlen dennoch mit Vorsicht zu genießen, hieß es damals.
Für deutsche Privatanleger ist die Bewertung des Börsengangs entscheidend
Für deutsche Privatanleger ist die nun eingereichte Fassung der IPO-Unterlagen vor allem deshalb interessant, weil sie den aktuellsten Stand der Geschäftsentwicklung zeigt. Der Umsatzsprung von 1.127 Prozent im Jahresvergleich belegt eine sehr hohe Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens. Gleichzeitig weist das Dokument erhöhte Ausgabenverpflichtungen aus, die bei der Einschätzung der künftigen Ertragskraft berücksichtigt werden müssen.
Ein direkter Einstieg in Anthropic-Aktien ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, da der Börsengang erst geplant ist. Anleger, die sich für das Unternehmen interessieren, sollten die weiteren Unterlagen und die endgültigen Konditionen des möglichen Börsengangs abwarten. Die früheren Berichte von aktien.news zeigen zudem, dass das Wachstum zwar hoch, aber nicht ohne Schwankungen verlief: Im Vergleich zu früheren Quartalen fiel das Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal langsamer aus als zuvor in diesem Jahr.
Zu beachten ist auch, dass die Angaben aus der geänderten Fassung der Unterlagen stammen und sich von den zuvor berichteten Werten unterscheiden können. Während frühere Berichte von 16,8 Milliarden US-Dollar Umsatz sprachen, nennt die aktualisierte Fassung nun 16,95 Milliarden US-Dollar für das September-Quartal. Solche Abweichungen sind bei vorläufigen Angaben vor einem Börsengang nicht ungewöhnlich.
Der Börsengang ist Berichten zufolge für November geplant
Der Ausblick bleibt an den geplanten Börsengang geknüpft. Bereits am 15.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Gang an die Börse Berichten zufolge für November geplant sei. Nach Angaben der Quellen hatte Anthropic den Anlegern die Ergebnisse des dritten Quartals bereits mitgeteilt. Die nun eingereichte geänderte Fassung der Unterlagen mit den Ergebnissen des dritten Quartals ist ein weiterer Schritt in Richtung dieses Vorhabens.
Weitere konkrete Termine oder Konditionen des möglichen Börsengangs nennt der Quelltext nicht. Anleger sollten daher die offiziellen Veröffentlichungen des Unternehmens verfolgen, um über den Fortgang informiert zu bleiben.
Drei Fachbegriffe erklären das Geschäftsmodell von Anthropic
- Token: kleinste Verarbeitungseinheit, in die ein KI-Modell Texte zerlegt, um Aufgaben auszuführen.
- Token-Nutzung: Abrechnung der von KI-Modellen verarbeiteten Datenmengen als Grundlage von Umsatzerlösen.
- Börsengang (IPO): der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse.
