Anthropic erwägt Entwicklung eigener KI-Chips für Claude-Modell
Das KI-Unternehmen Anthropic prüft den Bau eigener Prozessoren – angesichts eines wachsenden Mangels an KI-Chips.

Anthropic, der Entwickler des KI-Modells Claude, erwägt laut einem Reuters-Bericht die Entwicklung eigener Chips für künstliche Intelligenz. Hintergrund ist ein anhaltender Mangel an Prozessoren, die für den Betrieb fortschrittlicher KI-Systeme benötigt werden. Die Pläne befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.
Wie Reuters unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnte Anthropic letztlich auch entscheiden, KI-Chips lediglich zuzukaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln. Eine endgültige Entscheidung ist demnach noch nicht gefallen. Das Unternehmen nutzt derzeit eine Vielzahl unterschiedlicher Chips, um sein Flaggschiff-Modell Claude zu betreiben.
Frische Chip-Vereinbarung mit Google und Broadcom
Erst Anfang dieser Woche hatte Anthropic eine langfristige Vereinbarung mit Google und Broadcom über KI-Chips geschlossen. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten Tensor Processing Units (TPUs) von Google – speziell entwickelte Prozessoren, die für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle optimiert sind. Diese Vereinbarung zeigt, wie stark Anthropic aktuell auf externe Chip-Lieferanten angewiesen ist.
Anthropic wird von mehreren großen Technologiekonzernen unterstützt, darunter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet – die Muttergesellschaft von Google – sowie Amazon. Diese Investoren spielen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung und Infrastruktur des Unternehmens, das im hart umkämpften Markt für generative KI zu den führenden Akteuren zählt.
Branchentrend: Große Tech-Konzerne setzen auf eigene Chips
Die Überlegungen von Anthropic reihen sich in einen breiteren Trend in der Technologiebranche ein. Auch andere große Konzerne wie Meta Platforms und OpenAI diskutieren intern über die Entwicklung eigener KI-Chips. Der Hintergrund ist stets derselbe: Die Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten – allen voran Nvidia – soll reduziert und die Kontrolle über die eigene KI-Infrastruktur gestärkt werden.
Für Anleger ist dieser Trend bedeutsam, da er langfristig die Nachfrage nach Chips von etablierten Herstellern beeinflussen könnte. Gleichzeitig erfordert die Eigenentwicklung von Halbleitern enorme Investitionen und jahrelange Entwicklungszeit – ein Risiko, das nicht alle Unternehmen eingehen wollen oder können.
Die Entwicklung eigener KI-Chips ist technisch äußerst anspruchsvoll. Unternehmen wie Google mit seinen TPUs oder Amazon mit seinen Trainium-Chips haben gezeigt, dass maßgeschneiderte Prozessoren erhebliche Effizienzvorteile bieten können. Ob Anthropic diesen Weg tatsächlich einschlägt, bleibt angesichts der frühen Planungsphase jedoch offen.
