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Amerikas Kupfervorräte schüren die Angst vor einer globalen Knappheit

Kupfer sammelt sich in US-Lagern, während der Markt seit Juli des vergangenen Jahres auf Klarheit über mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer wartet.

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Amerikas Kupfervorräte schüren die Angst vor einer globalen Knappheit

Kupfer häuft sich in amerikanischen Lagern an – und könnte dort noch eine ganze Weile verbleiben. Diese Entwicklung hat beunruhigende Auswirkungen auf Käufer an anderen Standorten, die auf das Industriemetall angewiesen sind. Der Kupfermarkt befindet sich seit Juli des vergangenen Jahres in einer Art Schwebezustand, weil die politischen Rahmenbedingungen in den USA unklar bleiben.

Auslöser war eine Entscheidung von Präsident Donald Trump. Er verhängte Zölle auf Kabel und andere Kupferprodukte, nahm davon jedoch das von Herstellern verwendete raffinierte Metall aus. Diese Ausnahme sorgte zunächst für Entlastung bei den Verarbeitern. Zugleich ordnete Trump eine Prüfung an, ob auch raffiniertes Kupfer künftig besteuert werden sollte.

Bis heute hat die US-Regierung ihre Absichten in dieser Frage nicht bekannt gegeben. Diese Ungewissheit prägt den Markt und lenkt die Aufmerksamkeit auf die wachsenden Lagerbestände in den Vereinigten Staaten.

Die Details

Im Mittelpunkt steht eine Konstellation, die sich über Monate aufgebaut hat: Kupfer sammelt sich in US-Lagern an, während die Verwaltung noch nicht entschieden hat, ob raffiniertes Kupfer besteuert wird. Solange diese Entscheidung aussteht, bleibt das Metall in den USA gebunden, statt internationale Käufer zu erreichen.

Bereits am 22.09.2026 berichtete aktien.news, dass sich die US-Lagerkapazitäten zusehends erschöpfen. Die Kupferpreise legten damals den fünften Handelstag in Folge zu. Comex-Kupfer mit Lieferung im Dezember stieg um bis zu 3,3 Prozent auf 6,8410 US-Dollar pro Pfund in New York – den höchsten Stand seit dem 10. September. Mittags notierte das Metall bei 6,7770 US-Dollar, was rund 14.940 US-Dollar pro Tonne und einem Tagesgewinn von 1,3 Prozent entsprach.

Auch der Referenzpreis für dreimonatiges Kupfer an der London Metal Exchange (LME) berührte 14.710,50 US-Dollar pro Tonne, ebenfalls ein Hoch seit dem 10. September, bevor er sich auf rund 14.650 US-Dollar einpendelte. Kupfer verzeichnete am Freitag bereits den elften wöchentlichen Anstieg in zwölf Wochen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 14.02.2026 berichtete aktien.news, dass die weltweiten Kupferbestände an den drei größten Metallbörsen erstmals seit Anfang 2003 die Marke von 1,1 Millionen Tonnen überschritten hatten. Seit Anfang Januar waren die globalen Börsenbestände um 300.000 Tonnen gestiegen. Die Zuflüsse beschleunigten sich dabei nicht nur in den USA, sondern zunehmend auch an der LME und der Shanghai Futures Exchange.

Am 13.09.2026 meldete aktien.news ein Rekordhoch: An der LME kletterte der Preis in dieser Woche auf rund 14.800 Dollar je Tonne. Seit Jahresbeginn summierte sich das Plus auf etwa 19 Prozent. Als wesentlicher Treiber galt, dass Händler große Mengen Kupfer aus Sorge vor neuen Importzöllen in die USA schafften. Marktbeobachter betonten damals, dass keinerlei Informationen dazu vorlägen, ob und wann die US-Administration entscheide.

Am 14.08.2026 berichtete aktien.news, dass sich der Preisaufschlag zwischen US-Kupfer-Futures an der COMEX und den Preisen an der LME zu einem ungewöhnlichen Frühwarnsystem entwickelt hat. Händler und Analysten nutzen diesen Spread zunehmend, um die Wahrscheinlichkeit neuer US-Zölle auf raffiniertes Kupfer abzuschätzen. Die Societe Generale übersetzte diesen Zusammenhang erstmals in konkrete Prozentzahlen: Laut den SocGen-Analysten unter der Leitung von Mike Haigh implizierte der damalige COMEX-Aufschlag gegenüber vollständig geliefertem LME-Metall eine Wahrscheinlichkeit von 14,6 Prozent für einen gestuften universellen Zoll von 15 Prozent – wirksam ab dem 1. Januar 2027. Diskutiert wurde zudem ein Zoll von 30 Prozent ab Januar 2028.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist Kupfer vor allem als Industriemetall von Bedeutung, dessen Preis stark von Angebot, Nachfrage und Handelspolitik abhängt. Das rote Metall steckt in unzähligen Alltagsprodukten – vom Stromkabel über das Elektroauto bis zur Wärmepumpe und dem Smartphone. Veränderungen bei den US-Beständen und bei den Zollerwartungen wirken sich daher mittelbar auch auf europäische Industrieunternehmen und Verbraucher aus.

Aufschlussreich ist der Blick auf den COMEX-LME-Spread. Er hat sich laut den früheren Berichten zu einem Echtzeit-Indikator für die US-Zollrisiken entwickelt. Anleger können daran ablesen, wie der Markt die Wahrscheinlichkeit neuer Abgaben auf raffiniertes Kupfer einschätzt. Die jüngsten Preisbewegungen an der COMEX und der LME zeigen zugleich, wie sensibel das Metall auf politische Signale reagiert.

Ausblick

Der entscheidende Termin bleibt offen: Die US-Administration hat ihre Absichten zur Besteuerung von raffiniertem Kupfer noch nicht bekannt gegeben. In den früheren Berichten wurden zwei mögliche Szenarien genannt – ein gestufter universeller Zoll von 15 Prozent ab dem 1. Januar 2027 und ein Zoll von 30 Prozent ab Januar 2028. Solange keine offizielle Entscheidung fällt, dürfte der Markt in seinem Schwebezustand verharren und das in den USA lagernde Kupfer gebunden bleiben.

Kurz erklärt

  • COMEX: US-amerikanische Rohstoffbörse, an der unter anderem Kupfer-Futures gehandelt werden.
  • LME: London Metal Exchange, die weltweit wichtigste Handelsbörse für Industriemetalle.
  • Raffiniertes Kupfer: Hochreines, von Herstellern verarbeitbares Kupfer, das von den bisherigen US-Zöllen ausgenommen war.
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