Citi hebt Bitcoin- und Ether-Prognosen an: Neue Ziele für 2027
Die US-Bank Citi setzt ihre 12-Monats-Kursziele für Bitcoin und Ether deutlich höher und erwartet bis Jahresende moderate Gewinne.

Die US-Großbank Citi hat ihre Kursprognosen für die beiden größten Kryptowährungen aktualisiert. Wie aus einer Analyse hervorgeht, legt die Bank 12-Monats-Preistargets von 181.000 US-Dollar für Bitcoin und 5.400 US-Dollar für Ether fest. Für das laufende Jahr rechnet Citi nun mit moderaten Kursgewinnen und nennt Prognosen in Höhe von 132.000 US-Dollar für Bitcoin und 4.500 US-Dollar für Ether.
Analyst Alex Saunders schrieb in einer Notiz, dass weitere Gewinne im kommenden Jahr vor allem aus der Nachfrage der Anleger resultieren dürften. Beide Token handeln demnach bereits über statistischen Kennzahlen, die auf der Nutzeraktivität basieren. Citi geht davon aus, dass sich der positive Strömungshintergrund fortsetzt, da institutionelle Investoren und Finanzberater ihre Krypto-Allokationen erhöhen werden. Begünstigt werde diese Entwicklung durch ein günstiges regulatorisches Umfeld, insbesondere in den USA.
Gemischtes makroökonomisches Bild
Die Bank sieht den makroökonomischen Hintergrund allerdings nicht einseitig positiv. „Der makroökonomische Hintergrund weist ausgleichende Faktoren auf, da die erwarteten positiven 12-Monats-Renditen bei Aktien durch Prognosen eines stärkeren Dollars und im Fall von Bitcoin einen schwächeren Goldpreis ausgeglichen werden“, heißt es in der Analyse.
Citi bevorzugt klar Bitcoin gegenüber Ether. Als Gründe nennt die Bank die größere Marktkapitalisierung, die längere Historie und die klarere „Digital-Gold“-Narrative von Bitcoin. Diese Faktoren sollten einen größeren Anteil an zusätzlichen Kapitalströmen anziehen, so die Einschätzung.
Bitcoin notiert derzeit oberhalb der Schätzung des Adoptionsmodells von Citi von 83.000 US-Dollar. Die Bank nennt für dieses Modell ein Band von 70.000 bis 95.000 US-Dollar, das durch ETF-Ströme und Regulierung getrieben wird. Für die künftige Entwicklung skizziert Citi zwei Szenarien: Das Bärenszenario geht von einer Rezession und schwächeren Aktienmärkten aus, während das Bullenszenario noch stärkere Kapitalströme unterstellt.
Höhere Unsicherheit bei Ether
Deutlich vorsichtiger äußert sich die Bank zu Ether. Citi gab an, dass die Prognosen für Ether mit höherer Unsicherheit behaftet seien. Die Modellierung der Nutzeraktivität sowie die Frage, wie viel Wert aus Layer-2-Netzwerken generiert wird, seien schwierig zu erfassen. Selbst moderate Kauforders könnten den Preis erheblich bewegen, warnt die Bank.
Die Bedeutung der Kapitalströme unterstreicht Citi mit konkreten Zahlen: „Die Kapitalströme bleiben entscheidend zur Erklärung der Renditevariation; Bitcoin-Ströme erklären 42 Prozent der Renditevariation. Die ETF-Zuflüsse in ETH haben eine geringere erklärende Kraft (18 Prozent), üben jedoch einen größeren Preiseinfluss aus“, fügte die Bank hinzu.
Für deutsche Anleger sind die neuen Citi-Ziele vor allem deshalb relevant, weil sie die wachsende institutionelle Akzeptanz von Kryptowährungen widerspiegeln. Steigende Allokationen von Finanzberatern und institutionellen Investoren gelten als zentraler Treiber für die künftige Kursentwicklung. Gleichzeitig bleiben die Prognosen der Bank ausdrücklich an Bedingungen geknüpft: Ein schwächerer Dollar, ein fallender Goldpreis oder eine Rezession könnten die erwarteten Renditen deutlich schmälern.
Die unterschiedliche Bewertung von Bitcoin und Ether zeigt zudem, wie stark sich die beiden großen Krypto-Assets in ihrer Reifephase unterscheiden. Während Bitcoin von Citi als etabliertes „Digital-Gold“ positioniert wird, bleibt Ether aus Sicht der Analysten schwerer zu modellieren – ein Hinweis darauf, dass die Unsicherheit bei alternativen Kryptowährungen weiterhin hoch ist.
