Amazon stellt 300.000 Weihnachtskräfte ein und Aktie steigt weiter
Der Tech-Riese erhöht seine Saisonstellen um 20 Prozent – und die Amazon-Aktie legt den zweiten Tag in Folge zu.

Amazon (AMZN) wird in diesem Jahr 300.000 Saisonkräfte einstellen. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der US-amerikanische Tech-Konzern hat seine Planungen für das Weihnachtsgeschäft am Dienstagmorgen in einem Blogbeitrag bekannt gegeben. Die Gesamtzahl umfasst sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitstellen in den US-Geschäftsbereichen von Amazon, wobei das Gehalt bei 20 US-Dollar beginnt.
Für die Amazon-Aktie ist die Nachricht ein weiterer positiver Impuls. Das Papier stieg am zweiten Tag in Folge, nachdem es in der vergangenen Woche noch mit Kursverlusten geschlossen hatte. Damit setzt der Titel seine jüngste Erholungsbewegung fort, nachdem die vergangenen Handelstage von Schwäche geprägt waren.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Amazon auf der einen Seite massiv Stellen im Verwaltungsbereich streicht und auf der anderen Seite im operativen Geschäft kräftig Personal aufbaut. Diese Gleichzeitigkeit prägt das Bild des Konzerns seit Monaten und ist für Anleger ein zentraler Punkt bei der Bewertung der Aktie.
Die Details
Die Zahl von 300.000 Saisonkräften ist die zentrale Kennzahl der Ankündigung. Sie liegt 20 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Stellen entfallen auf die US-Geschäftsbereiche von Amazon und umfassen sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitbeschäftigungen. Der Einstiegslohn beginnt bei 20 US-Dollar.
Veröffentlicht wurden die Pläne am Dienstagmorgen in einem Blogbeitrag des Unternehmens. Damit nutzt Amazon denselben Kanal, über den der Konzern in der Vergangenheit regelmäßig Personalentscheidungen kommuniziert hat. Ein genauer Zeitplan für den Beginn der Einstellungen oder eine Aufteilung nach Regionen innerhalb der USA wurde im Quelltext nicht genannt.
Für die Aktie ist der Zeitpunkt der Meldung relevant. Der Kurs legte am zweiten Handelstag in Folge zu. Zuvor hatte das Papier die vergangene Woche mit Verlusten abgeschlossen. Die Ankündigung des Stellenaufbaus fällt damit in eine Phase, in der sich der Titel von einer schwächeren Phase zu lösen versucht.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Einstellungsoffensive steht in auffälligem Kontrast zu den Nachrichten aus dem Januar. Bereits am 23.01.2026 berichtete aktien.news, dass Amazon vor der zweiten großen Entlassungswelle innerhalb weniger Monate steht. Laut Reuters-Informationen sollten ab Dienstag der darauffolgenden Woche rund 14.000 weitere Stellen im Unternehmensbereich gestrichen werden. Dies entsprach dem Umfang der bereits im Oktober 2024 durchgeführten Kündigungen. Die geplanten Kürzungen waren Teil einer umfassenden Restrukturierung, mit der Amazon seine globale Belegschaft um insgesamt 30.000 Mitarbeiter reduzieren wollte. Dies hätte knapp 10 Prozent der Beschäftigten im Konzernbereich betroffen, bei einer Gesamtbelegschaft von 1,58 Millionen Mitarbeitern allerdings nur einen Bruchteil ausgemacht.
Am selben Tag, dem 23.01.2026, meldete aktien.news ergänzend, dass Amazon eine weitere massive Entlassungswelle in seiner Konzernzentrale plant. Nach Informationen von Reuters war für die kommende Woche der Abbau von rund 14.000 weiteren Arbeitsplätzen vorgesehen. Auch dies war Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, das insgesamt etwa 30.000 Verwaltungsstellen betraf. Bereits im Oktober 2024 hatte Amazon rund 14.000 Büroarbeitsplätze gestrichen – etwa die Hälfte des ursprünglich geplanten Stellenabbaus. Die nun anstehende zweite Welle sollte laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen ein ähnliches Ausmaß haben und könnte bereits am kommenden Dienstag beginnen.
Auch die Kapitalmarktseite war zuletzt bewegt. Am 05.08.2026 berichtete aktien.news, dass die Amazon-Aktie an Fahrt verliert. Auslöser war die Meldung, dass Jeff Bezos, Executive Chairman und Gründer von Amazon, den Verkauf von Aktien im Wert von mehr als 4 Milliarden US-Dollar angemeldet hat. Der Verkauf sollte im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans erfolgen. Solche Pläne, in den USA als sogenannte 10b5-1-Pläne bekannt, ermöglichen es Insidern wie Unternehmensführern und Großaktionären, Aktienverkäufe im Voraus zu planen und zu einem späteren Zeitpunkt automatisch auszuführen. Sie sollen den Vorwurf des Insiderhandels ausschließen, da die Entscheidung zum Verkauf unabhängig vom aktuellen Kursgeschehen getroffen wird.
Und schließlich gab es auch schon früher Erholungsphasen. Am 29.06.2026 meldete aktien.news, dass sich die Aktie von Amazon zu Beginn der neuen Handelswoche erholt zeigt. Im vorbörslichen Handel notierte das Papier des E-Commerce- und Cloud-Computing-Giganten rund 1 Prozent im Plus bei 235 US-Dollar. Damit setzte sich die Erholungsbewegung fort, die bereits am Freitag eingesetzt hatte. Am Freitag legten die Amazon-Anteilscheine um 2,5 Prozent zu und gewannen damit nach einem schwachen Wochenstart wieder an Boden. Trotz dieser Aufholjagd schloss Amazon die damalige Handelswoche insgesamt mit einem Minus von 4,8 Prozent ab.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung aus zwei Perspektiven interessant. Zum einen signalisiert der saisonale Personalaufbau, dass Amazon für das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft Kapazitäten aufbaut. Der Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutet auf ein höheres erwartetes Bestellvolumen hin. Zum anderen bleibt die gleichzeitige Restrukturierung im Verwaltungsbereich ein Thema, das die Kostenstruktur des Konzerns verändert.
Die Kursbewegung zeigt, wie sensibel der Markt auf Nachrichten rund um Personal und Kapitalmaßnahmen reagiert. Nach einem verlustreichen Wochenabschluss legte die Aktie am zweiten Tag in Folge zu. Anleger sollten dabei beachten, dass einzelne Handelstage nur begrenzte Aussagekraft haben – die vergangenen Berichte von aktien.news zeigen, dass auf Erholungsphasen auch wieder Rückschläge folgten.
Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Wer in Amazon investiert ist, sollte die weiteren Meldungen des Konzerns zum Weihnachtsgeschäft und zur Restrukturierung im Blick behalten. Beide Entwicklungen laufen parallel und beeinflussen Umsatz- und Kostenseite gleichermaßen.
Ausblick
Konkrete Termine für den weiteren Verlauf nennt der Quelltext nicht. Die Einstellungspläne wurden am Dienstagmorgen veröffentlicht, ein Startdatum für die Saisonkräfte wurde nicht genannt. Aus den Archiv-Auszügen geht hervor, dass Amazon im Rahmen seiner Restrukturierung insgesamt rund 30.000 Stellen im Konzernbereich abbauen wollte, wovon ein Teil bereits im Oktober 2024 und ein weiterer Teil ab Januar 2026 umgesetzt werden sollte.
Für Anleger bleibt festzuhalten: Die Aktie hat nach einem schwachen Wochenabschluss zwei Handelstage in Folge zugelegt. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt von den kommenden Unternehmensnachrichten ab. Der saisonale Stellenaufbau von 300.000 Kräften ist ein operativer Baustein, der in den kommenden Wochen in die Vorbereitung des Weihnachtsgeschäfts einfließen dürfte.
Kurz erklärt
- Saisonkräfte: Beschäftigte, die befristet für einen bestimmten Zeitraum eingestellt werden, häufig zur Abdeckung von Spitzenlasten wie dem Weihnachtsgeschäft.
- 10b5-1-Plan: Ein vorab festgelegter Handelsplan, der es Insidern erlaubt, Aktienverkäufe im Voraus zu planen und automatisch auszuführen.
- Restrukturierung: Umbau eines Unternehmens, bei dem unter anderem Stellen gestrichen und Abläufe neu organisiert werden.
