Amazon setzt Zusammenarbeit mit 21 Air nach tödlichem Absturz aus
Nach tödlichem Crash in Miami: Amazon stoppt vorerst Geschäfte mit Frachtflieger 21 Air.

Der E-Commerce-Riese Amazon hat die Zusammenarbeit mit der Frachtfluggesellschaft 21 Air vorerst ausgesetzt. Grund ist der tödliche Flugzeugabsturz in Miami Anfang September, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Amazon teilte am Sonntag mit, die Entscheidung sei nach einer internen Überprüfung der Umstände getroffen worden.
Eine Sprecherin des Unternehmens, Kelly Nantel, betonte, dass Sicherheit sowohl im eigenen Betrieb als auch bei der Zusammenarbeit mit Partnern oberste Priorität habe. Amazon werde die laufenden Untersuchungen weiterhin unterstützen. Der Schritt erfolgt, während die US-amerikanische Behörde für Transportsicherheit (NTSB) die genauen Ursachen des Unglücks ermittelt.
Der Unfallhergang
Der tragische Vorfall ereignete sich am 6. September. Eine von 21 Air betriebene Boeing 767-300 war vom Luis Muñoz Marín International Airport in San Juan, Puerto Rico, gestartet. Bei der Landung am Miami International Airport schoss das Flugzeug über die Landebahn hinaus, kollidierte mit mehreren Fahrzeugen und kam erst danach zum Stillstand.
Bei dem Unglück starben fünf Menschen: Rolando Aleman Leon (55), Yoel Rodriguez Naranjo (53), Julio C. Pineda (75), Carlos Acosta Fajardo (53) und Javierkys Reyes Quevedo (47). Fünf weitere Personen wurden verletzt. Die NTSB-Vorsitzende Jennifer Homendy beschrieb die Unfallstelle als einen Ort „völliger Verwüstung“.
Erste Ermittlungsergebnisse deuten auf menschliches Versagen hin
Die Auswertung der Flugschreiber liefert erste Hinweise auf die mögliche Ursache. Laut NTSB wies ein Pilot den anderen mehrfach auf die „übermäßige Geschwindigkeit“ des Flugzeugs hin. Der angesprochene Pilot gab jedoch keine konsistente verbale Antwort, obwohl verschiedene elektronische Warnsignale und ein Höhenalarm ausgelöst worden waren. Die Ermittler prüfen nun, ob menschliches Versagen die entscheidende Rolle bei dem Absturz gespielt hat.
21 Air, ein reiner Frachtdienstleister, der unter anderem für Amazon und DHL tätig ist, zeigte sich nach eigenen Angaben „am Boden zerstört“. CEO Keith Winters erklärte, die Unterstützung der Hinterbliebenen und die Aufklärung des Vorfalls hätten derzeit höchste Priorität. Das Unternehmen kooperiert nach eigenen Angaben vollumfänglich mit den Behörden.
Amazon wirtschaftlich weiter auf Wachstumskurs
Unabhängig von den Ereignissen rund um den Flugbetrieb bleibt Amazon wirtschaftlich stark fokussiert. Während das Unternehmen die Zusammenarbeit mit 21 Air neu bewertet, verzeichnete die wichtige Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 37 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg seit 18 Quartalen.
Analysten wie Daniel Sparks von „The Motley Fool“ ordnen Amazon weiterhin als einen der zentralen Akteure im Bereich der KI-Infrastruktur ein. Das Unternehmen profitiere neben Firmen wie Taiwan Semiconductor und Applied Digital von der aktuellen technologischen Expansion. Der Vorfall in Miami dürfte für Amazon operativ zwar eine Herausforderung darstellen, an der grundsätzlich positiven Geschäftsentwicklung des Konzerns ändert er jedoch vorerst nichts.
