86 Prozent der S&P-500-Firmen übertreffen Gewinnerwartungen 2026
Breite Gewinnstärke im US-Leitindex – doch die Abhängigkeit vom KI-Boom wächst.

Die Unternehmen des S&P 500 liefern weiterhin starke Ergebnisse. Einer aktuellen Analyse von Bloomberg zufolge haben 86 Prozent der im Index gelisteten Firmen im Jahr 2026 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Die Zahl unterstreicht die unerwartete Breite der aktuellen Gewinnsaison und gibt Anlegern Rückenwind, die auf eine nachhaltige Erholung der Unternehmensgewinne gesetzt haben.
Doch die beeindruckende Trefferquote wirft auch eine Frage auf: Hängt ein zu großer Teil dieses Gewinnwachstums vom KI-Boom ab? Die Konzentration auf wenige große Technologiewerte, die von der Künstlichen Intelligenz profitieren, könnte das Gesamtbild verzerren. Anleger, die Bedenken hinsichtlich eines übermäßig auf wenige große Werte konzentrierten S&P 500 haben, sollten laut der Analyse Wertpapiere und Small Caps in Betracht ziehen.
Die Details
Die Bloomberg-Analyse zeigt, dass 86 Prozent der S&P-500-Unternehmen im Jahr 2026 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Quartale fort. Bereits im zweiten Quartal 2026 hatten rund 86 Prozent der mehr als 440 bereits berichtenden S&P-500-Unternehmen die Analystenerwartungen übertroffen, wie Daten von FactSet ergaben. Das gemischte Gewinnwachstum des Index lag damals bei rund 50 Prozent – der stärkste Anstieg seit der konjunkturellen Erholung durch staatliche Konjunkturprogramme im Jahr 2021.
Die aktuelle Berichtssaison markiert das siebte aufeinanderfolgende Quartal mit zweistelligem Gewinnwachstum für den S&P 500. Für Anleger, die die Nachhaltigkeit der Marktrally in Frage gestellt hatten, liefern diese Zahlen erhebliche Entlastung. Dennoch bleibt die Bewertung vieler Large Caps auf hohem Niveau, was die Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten befeuert.
Forschungsergebnisse von Vanguard deuten darauf hin, dass US-Small Caps und Value-Aktien in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich besser abschneiden werden als Wachstumsaktien und Large Caps. Diese Einschätzung deckt sich mit der aktuellen Marktentwicklung: Small-Cap-Aktien erleben 2026 eine bemerkenswerte Rallye. Die beiden größten börsengehandelten Indexfonds (ETFs) in dieser Kategorie sind seit Jahresbeginn um durchschnittlich 21,4 Prozent gestiegen – und übertreffen damit die Gewinne des S&P 500 von 9,5 Prozent deutlich.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 29.05.2026 berichtete aktien.news, dass Analysten zunehmend Klarheit darüber gewinnen, wie sich die Unternehmensgewinne im S&P 500 für das Jahr 2026 entwickeln werden. Damals zeichnete sich ab, dass eine ausgewählte Gruppe von neun Unternehmen aus dem Index ihre bisherigen Gewinnprognosen sogar verdoppeln soll.
Am 19.07.2026 folgte ein Bericht über den Vanguard Small-Cap Growth ETF (VBK), der trotz seiner starken Performance erstaunlich wenig Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Fonds ist mehr als 22 Jahre alt und verwaltet ein Vermögen von 23,8 Milliarden US-Dollar. Damit zählt er zu den sechs größten Small-Cap-ETFs überhaupt.
Am 10.08.2026 berichtete aktien.news, dass die laufende Berichtssaison für das zweite Quartal ein starkes Bild der US-Unternehmenslandschaft zeichnet. Rund 86 Prozent der mehr als 440 bereits berichtenden S&P-500-Unternehmen hatten die Analystenerwartungen übertroffen. Das gemischte Gewinnwachstum des Index lag bei rund 50 Prozent – der stärkste Anstieg seit 2021.
Bereits am 10.07.2026 war deutlich geworden, dass Nebenwerte das Börsenjahr 2026 dominieren. Der Russell 2000, die wichtigste Benchmark für Small-Cap-Aktien, erzielte bis dahin ein beeindruckendes Plus von 19,1 Prozent seit Jahresbeginn. Damit verdoppelte der Index in etwa die Performance des breiten Marktes. Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum lediglich um 9,3 Prozent zu.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ergeben sich aus der aktuellen Entwicklung mehrere wichtige Erkenntnisse. Die hohe Trefferquote von 86 Prozent bei den Gewinnerwartungen zeigt, dass die Gewinnsaison im S&P 500 breit gestützt ist. Dennoch sollten Anleger die Konzentration auf wenige große Werte im Auge behalten, die stark vom KI-Boom abhängen.
Die Forschungsergebnisse von Vanguard legen nahe, dass US-Small Caps und Value-Aktien in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich besser abschneiden werden als Wachstumsaktien und Large Caps. Dies deckt sich mit der aktuellen Marktentwicklung: Small-Cap-ETFs wie der Vanguard Small-Cap Growth ETF (VBK) haben den S&P 500 in diesem Jahr bereits deutlich übertroffen. Der Russell 2000 verdoppelte bis Juli nahezu die Performance des S&P 500.
Anleger, die Bedenken hinsichtlich eines übermäßig auf wenige große Werte konzentrierten S&P 500 haben, sollten Wertpapiere und Small Caps in Betracht ziehen. Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine strategische Überlegung, die auf den vorliegenden Analysen und Forschungsergebnissen basiert.
Ausblick
Die aktuelle Berichtssaison markiert das siebte aufeinanderfolgende Quartal mit zweistelligem Gewinnwachstum für den S&P 500. Die Frage, ob dieser Trend anhält, hängt maßgeblich davon ab, ob die Gewinnstärke auch ohne den KI-Boom Bestand hat. Die Forschungsergebnisse von Vanguard deuten darauf hin, dass US-Small Caps und Value-Aktien in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich besser abschneiden werden als Wachstumsaktien und Large Caps. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Gewinnsaison sowie die Performance der Nebenwerte im Auge behalten.
Kurz erklärt
- S&P 500: Der US-amerikanische Aktienindex umfasst die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA und gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Entwicklung des US-Aktienmarktes.
- Small Caps: Bezeichnung für Aktien von Unternehmen mit vergleichsweise geringer Marktkapitalisierung, die oft ein höheres Wachstumspotenzial, aber auch ein höheres Risiko aufweisen als große Standardwerte.
- Value-Aktien: Aktien, die im Verhältnis zu ihrem fundamentalen Wert als unterbewertet gelten und häufig durch niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse oder hohe Dividendenrenditen gekennzeichnet sind.
