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71 Ökonomen erwarten anhaltend hohe US-Anleiherenditen

Eine WSJ-Umfrage unter 71 Ökonomen zeigt: Die Renditen von US-Staatsanleihen bleiben voraussichtlich hoch und belasten Schuldner.

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71 Ökonomen erwarten anhaltend hohe US-Anleiherenditen

Die Renditen von US-Staatsanleihen werden laut einer aktuellen Umfrage des „Wall Street Journal“ so schnell nicht verschwinden. Für Haushalte, die eine neue Hypothek suchen, für Unternehmen, die Kredite aufnehmen wollen, und für die stark verschuldete US-Bundesregierung bedeutet das weiterhin spürbaren Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg von 4,2 Prozent zu Jahresbeginn auf 5,1 Prozent in dieser Woche.

Rund drei Viertel der befragten Ökonomen rechnen damit, dass die Rendite dieses Jahr bei 5 Prozent oder höher endet. Mehr als ein Drittel erwartet sogar, dass sie bis 2027 auf diesem Niveau oder darüber bleibt. Die neueste Umfrage stützt sich auf Prognosen von 71 akademischen, finanziellen und volkswirtschaftlichen Ökonomen; nicht jeder Befragte beantwortete jede Frage.

Warum die Renditen hoch bleiben

Die Prognosen für anhaltend höhere Renditen spiegeln eine Mischung mehrerer Faktoren wider. Dazu zählen eine verbesserte Wachstumsdynamik, inflationärer Druck, der die US-Notenbank Federal Reserve dazu veranlasste, die kurzfristigen Zinssätze anzuheben, sowie Bedenken bezüglich der US-Fiskaltrajektorie. Die zehnjährige US-Rendite gilt als wichtiger Gradmesser für die langfristigen Kapitalmarktzinsen weltweit – steigt sie, verteuert das Kredite rund um den Globus.

Ein wesentlicher Grund für die höhere Anleiherenditen-Prognose ist der Ölpreis. Die Ökonomen erwarten, dass der US-Ölpreis-Benchmark Ende 2027 bei etwa 75 Dollar pro Barrel liegt. Das liegt unter dem Schlusskurs am Freitag von 101 Dollar, aber über dem Preis von 67 Dollar vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar.

Infolgedessen fallen ihre Inflationsprognosen, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), bis Ende 2027 auf 2,3 Prozent. Die Panelteilnehmer gaben ihre Prognosen ab, bevor der September-CPI-Bericht veröffentlicht wurde.

Arbeitsmarkt und Ausblick

Für den Arbeitsmarkt erwarten die Ökonomen, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr im Durchschnitt jeden Monat 56.000 Arbeitsplätze hinzufügt. Die kurzfristigen Zinssätze wurden von der Federal Reserve wegen des inflationären Drucks angehoben – ein Umfeld, in dem auch die langfristigen Renditen tendenziell hoch bleiben.

Für deutsche Anleger sind diese Projektionen von Bedeutung, weil die US-Zinsen als Referenz für die internationalen Kapitalmärkte dienen. Höhere US-Renditen können auch europäische Kreditkonditionen und die Bewertung von Anleihen beeinflussen. Wer sich über die weitere Zinsentwicklung informieren will, findet in der Umfrage einen breiten Querschnitt der Erwartungen von Fachleuten.

Zu beachten ist, dass nicht alle Teilnehmer jede Frage beantwortet haben – die Ergebnisse zeichnen daher kein vollständig einheitliches Bild aller 71 Befragten. Ob die Prognosen eintreten, hängt von der weiteren Entwicklung von Wachstum, Inflation und Fiskalpolitik ab.

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