50+ und kinderlos: Braucht ein Paar mit 2 Mio. ein Testament?
Ein kinderloses Ehepaar mit 2 Mio. Dollar Vermögen fragt nach Testament oder Trust.

Ein kinderloses Ehepaar Ende 50 mit einem Vermögen von rund zwei Millionen Dollar steht vor einer wichtigen Frage: Brauchen wir ein Testament oder einen Trust? Die Frage, die auf dem Finanzportal MarketWatch gestellt wurde, beleuchtet ein typisches Szenario für vermögende Paare ohne Nachkommen.
Die Ehefrau, 52 Jahre alt, und ihr Mann, 56 Jahre alt, sind seit 26 Jahren verheiratet und haben keine Kinder. Das Paar ist schuldenfrei und besitgt mehrere Immobilien: den Hauptwohnsitz, ein Ferienhaus sowie das Haus der Mutter der Ehefrau in einem anderen Bundesstaat.
„Wir haben keine Schulden und besitzen unseren Hauptwohnsitz, ein Ferienhaus sowie das Haus meiner Mutter in einem anderen Bundesstaat“, schrieb die Frau in ihrer Anfrage. Sie sucht nach allgemeinen Informationen zum Unterschied zwischen Testamenten und Treuhandvermögen (Trusts).
Die besondere Situation der Mutter
Die Mutter der Ehefrau lebt in dem Haus, das das Paar erworben hat. Sie zahlt lediglich die Nebenkosten wie Strom und Wasser, während das Ehepaar die übrigen Kosten trägt. „Wir haben es erworben, damit sie sich den Aufenthalt dort so lange wie möglich leisten kann“, erklärte die Frau.
Diese Konstellation macht die Nachlassplanung komplexer. Ein Testament regelt, wer nach dem Tod des Erblassers das Vermögen erhält. Ein Trust hingegen ermöglicht eine flexiblere Vermögensverwaltung bereits zu Lebzeiten und kann steuerliche Vorteile bieten.
Testament oder Trust – die Unterschiede
Für kinderlose Paare mit Immobilienbesitz in mehreren Bundesstaaten kann ein Trust sinnvoll sein. Während ein Testament erst nach dem Tod wirksam wird und ein Nachlassverfahren (Probate) durchlaufen muss, kann ein Trust sofort greifen und das Vermögen gezielt verwalten.
Das Paar plant, einen Rechtsanwalt aufzusuchen, wollte sich aber zunächst informieren. „Natürlich planen wir, einen Rechtsanwalt aufzusuchen, aber ich wollte mich zunächst hier umsehen“, schrieb die Frau.
Was für deutsche Anleger relevant ist
Auch in Deutschland stehen kinderlose Paare vor ähnlichen Fragen. Ohne gesetzliche Erben wie Kinder kommt den Ehepartnern und weiteren Verwandten eine größere Bedeutung zu. Die gesetzliche Erbfolge sieht vor, dass der Ehepartner neben den Eltern oder Geschwistern des Verstorbenen erbt.
Ein Testament oder Erbvertrag kann diese gesetzliche Regelung individuell anpassen. Besonders bei Immobilienbesitz und wenn Angehörige versorgt werden sollen, ist eine frühzeitige Nachlassplanung ratsam.
Fazit für die Praxis
Das Beispiel des US-amerikanischen Paares zeigt, dass eine durchdachte Nachlassplanung bereits ab einem Vermögen von zwei Millionen Dollar sinnvoll ist. Die Kombination aus mehreren Immobilien, der Versorgung der Mutter und dem Fehlen eigener Kinder macht eine professionelle Beratung unverzichtbar.
Der Gang zum Rechtsanwalt ist der richtige nächste Schritt – die Vorab-Recherche hilft, die richtigen Fragen zu stellen.
