25-jähriger Supercycle: Warum die stärkste Phase noch bevorsteht
Wachstumsinvestor John Pocorobba sieht den Supercycle seit 2008 in einem vertrauten Muster aus Aufwärtstrends und Konsolidierungen.

Steht der Aktienmarkt in seiner aktuellen Bullenphase vor der dynamischsten Etappe? Der Wachstumsinvestor und Gründer von Rain King Insights, John Pocorobba, sieht zumindest historische Marktmuster, die darauf hindeuten. Seiner Einschätzung nach folgt der Supercycle an den Aktienmärkten, der nach der Finanzkrise 2008 begann, einem vertrauten Rhythmus. „Es gibt diese großen Aufwärtstrends, gefolgt von größeren Konsolidierungsphasen", so Pocorobba.
Der Analyst beschreibt damit ein Muster, das Anlegern seit Jahrzehnten bekannt ist: Phasen kräftiger Kursgewinne wechseln sich mit längeren Seitwärtsbewegungen ab. Entscheidend ist dabei die Perspektive. Wer nur auf einzelne Quartale oder Jahre blickt, verliert leicht den Blick für die großen Zyklen, die sich über Jahrzehnte erstrecken. Genau diese langfristige Betrachtung stellt Pocorobba in den Mittelpunkt seiner Analyse.
Was hinter dem Begriff Supercycle steckt
Ein Supercycle bezeichnet in der Finanzmarktanalyse einen besonders langen Aufwärtszyklus, der sich über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte ziehen kann. Anders als kurzfristige Rallys wird er nicht von einzelnen Unternehmensnachrichten getrieben, sondern von grundlegenden wirtschaftlichen, technologischen oder demografischen Entwicklungen. Pocorobba zufolge begann der aktuelle Supercycle mit der Finanzkrise 2008 – also in einer Phase, die viele Anleger zunächst als tiefen Einschnitt erlebten.
Die Finanzkrise von 2008 gilt als einer der schwersten Einbrüche der modernen Finanzgeschichte. Nach dem Zusammenbruch großer Finanzinstitute folgten weltweit massive Stützungsmaßnahmen der Notenbanken und Regierungen. Aus dieser Ausgangslage entwickelte sich in den folgenden Jahren eine der längsten Aufwärtsbewegungen an den internationalen Aktienmärkten. Pocorobbas These zufolge ist diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen.
Konsolidierung als Teil des Musters
Zentral für sein Argument ist die Rolle der Konsolidierungsphasen. Diese Seitwärts- oder Korrekturphasen sind aus seiner Sicht keine Unterbrechung des Aufwärtstrends, sondern ein integraler Bestandteil davon. „Es gibt diese großen Aufwärtstrends, gefolgt von größeren Konsolidierungsphasen", fasst der Gründer von Rain King Insights zusammen. Wer diese Muster erkennt, kann die aktuelle Marktphase möglicherweise besser einordnen.
Für deutsche Privatanleger ist diese Perspektive insofern relevant, als sie den Umgang mit Schwankungen beeinflusst. Wer den langfristigen Zyklus im Blick behält, bewertet kurzfristige Rücksetzer anders als ein Anleger, der nur auf Tages- oder Wochenkurse schaut. Pocorobba positioniert sich damit klar als langfristig orientierter Wachstumsinvestor.
Ob sich das historische Muster tatsächlich fortsetzt und die stärkste Beschleunigungsphase noch bevorsteht, bleibt offen. Der vollständige Artikel von John Pocorobba erschien bei Investor's Business Daily und ist urheberrechtlich geschützt. Anleger sollten derartige Zyklus-Thesen stets als eine von mehreren möglichen Interpretationen der Marktentwicklung verstehen und nicht als Garantie für künftige Kursgewinne.
