Zcash: Diese wenig bekannte Kryptowährung legt 217 Prozent im Jahr zu
Zcash steigt im Jahresverlauf um 217 Prozent, doch der langfristige Chart zeigt: Die Privacy Coin bleibt weit unter ihrem Allzeithoch.

Während Bitcoin (BTC) derzeit die gesamte Aufmerksamkeit der Krypto-Investoren auf sich zieht, gibt es eine weit weniger bekannte Kryptowährung, die den Marktführer deutlich hinter sich lässt. Bitcoin ist von seinen Sommertiefs um rund 40 Prozent gestiegen – ein beachtlicher Wert. Doch Zcash (ZEC) legte in den vergangenen 30 Tagen um 90 Prozent und im Jahresverlauf sogar um 217 Prozent zu. Die Frage, die sich Anleger nun stellen: Sollte man bei dieser Rallye noch einsteigen?
Die Performance-Zahlen klingen beeindruckend. Ein Blick auf den langfristigen Chart relativiert das Bild jedoch erheblich. Zcash wurde im Oktober 2016 gestartet und lief über den Großteil seines Bestehens flach. Erst im vergangenen Jahr zeigte die Kryptowährung echte Lebenszeichen. Trotz der massiven Rallye liegt Zcash noch immer fast 75 Prozent unter dem Niveau seit seiner Einführung und handelt weit entfernt von seinem Allzeithoch von 5.942 US-Dollar vor einem Jahrzehnt.
Lektionen aus einem Jahrzehnt Zcash
Damit ergibt sich eine Geschichte von zwei unterschiedlichen Kryptowährungen. Die eine schießt im Wert in die Höhe und zählt inzwischen zu den Top 10 der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Die andere erlebt womöglich nur einen „Dead Cat Bounce" – also eine kurzfristige Erholung, die die massiven Gewinne nicht nachhaltig halten kann. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend.
Es gibt jedoch konkrete Katalysatoren, die den Kurs befeuern. So startete Grayscale Ende August den allerersten Spot-Zcash-ETF. Bislang war dieser Start ein durchschlagender Erfolg: Der Fonds hat inzwischen über 500 Millionen US-Dollar an Investorengeldern angezogen. Ein solcher Zufluss institutioneller Gelder verleiht einer Kryptowährung zusätzliche Sichtbarkeit und Liquidität.
Privacy Coins erleben ihren Moment
Der größere makroökonomische Katalysator ist jedoch die wachsende Popularität sogenannter „Privacy Coins". Diese Kryptowährungen ermöglichen es Nutzern, ihre Blockchain-Gewinnadressen und Transaktionsdetails vor anderen zu schützen. Die beiden großen Vertreter sind derzeit Zcash und Monero (XMR), das im Jahresverlauf um 30 Prozent zugelegt hat. Neue Anwendungsmöglichkeiten werden weiterhin entdeckt, was das Investoreninteresse wieder entfacht. So kündigte Hyperliquid (HYPE) kürzlich Pläne an, den Handel mit privacy-fähigen Perpetual Futures auf Basis von Zcash anzubieten.
Kauf oder nicht?
Für kurzfristige Momentum-Trader könnte Zcash durchaus einen genaueren Blick wert sein. Sowohl Zcash als auch Monero zeigten in diesem Jahr starke Bewegungen, und die Aufwärtsdynamik könnte bis zum Jahresende anhalten. Langfristige Buy-and-Hold-Investoren sollten dagegen vorsichtig sein. Ein Blick auf den langfristigen Chart von Zcash genügt: Möchten Sie wirklich eine Münze kaufen, die über den größten Teil eines Jahrzehnts hinweg flach gelaufen ist?
Hinzu kommt ein strukturelles Argument. Privacy Coins waren nie als langfristige Buy-and-Hold-Anlagen gedacht. Sie sollten neue Arten vollständig anonymisierter Online-Transaktionen ermöglichen – was allerlei rechtliche und regulatorische Fragen aufwirft. Wer jetzt Privacy Coins kauft, sollte diese Unterscheidung genau beachten. Die jüngste Rallye macht Zcash für spekulative Anleger interessant, ersetzt aber keine langfristige Anlagestrategie.
