Wintersturm trifft US-Ostküste: Über 5.000 Flüge gestrichen
Ein schwerer Blizzard legt den Flugverkehr an der amerikanischen Ostküste erneut lahm – mit massiven Folgen für Reisende.

Ein weiterer heftiger Wintersturm zwingt US-Fluggesellschaften zu drastischen Maßnahmen. Bis Montag wurden mehr als 5.000 Flüge gestrichen, betroffen sind Flughäfen von Virginia bis Maine. Gleichzeitig verzichten die Airlines auf Stornierungs- und Umbuchungsgebühren für betroffene Passagiere.
Der Nationale Wetterdienst der USA (NWS) gab Blizzard-Warnungen für weite Teile von New Jersey, den Großraum New York City sowie Teile von Maryland, Connecticut, Rhode Island und Massachusetts heraus. Der Sturm soll in einigen Gebieten mehr als 60 Zentimeter Neuschnee bringen, dazu kommen Windböen von über 65 Stundenkilometern. Der NWS warnte ausdrücklich vor gefährlichen Reisebedingungen durch stark eingeschränkte Sichtverhältnisse.
Besonders hart trifft es die New Yorker Flughäfen. Laut dem Fluginformationsdienst FlightAware wurden am Sonntag rund zwei Drittel aller Ankünfte am John F. Kennedy International Airport und am LaGuardia Airport annulliert – ebenso wie etwa 40 Prozent der Abflüge. Am Montag dürften sich die Störungen weiter verschärfen.
Massive Ausfälle auch in Boston
Am Boston Logan International Airport wurden bereits mehr als 70 Prozent der Montagsabflüge gestrichen. Fluggesellschaften handeln damit nach bewährtem Muster: Proaktive Streichungen vor schweren Stürmen sollen verhindern, dass Flugzeuge und Besatzungen an falschen Standorten festsitzen und die Wiederaufnahme des Betriebs nach dem Sturm erschweren.
Delta Air Lines, American Airlines, JetBlue Airways, United Airlines und Spirit Airlines bieten betroffenen Passagieren Kulanzregelungen an. Wer seine Reise bis zum 26. Februar antreten kann, muss keine Umbuchungsgebühren oder Tarifdifferenzen zahlen. Southwest Airlines ermöglicht eine kostenfreie Umbuchung innerhalb von zwei Wochen oder alternativ das Fliegen auf der Warteliste.
American Airlines noch mit Nachwehen des letzten Sturms
Der aktuelle Sturm trifft die Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst im Januar hatte Wintersturm "Fern" gefolgt von extremer Kälte den US-Flugverkehr massiv gestört. American Airlines kämpfte damals besonders lange mit den Folgen: Besatzungsmitglieder saßen auf Flughäfen fest und mussten dort übernachten, was zu scharfer Kritik des fliegenden Personals an Unternehmenschef Robert Isom führte.
Der Januar-Sturm kostete American Airlines nach eigenen Angaben zwischen 150 und 200 Millionen US-Dollar an Umsatz – eine Zahl, die das Unternehmen im Rahmen seiner jüngsten Quartalsergebnisse bekanntgab. Für deutsche Reisende, die in den nächsten Tagen Transatlantikflüge in die betroffenen US-Regionen geplant haben, empfiehlt sich eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit ihrer Fluggesellschaft.
