Wiederwahl mit Makel
1045-Stimmen-Mehrheit für Bundespräsident Steinmeier

Auf den ersten Blick scheint die erfolgte Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier zum deutschen Bundespräsidenten ein Erfolg: Die Bundesversammlung wählte ihn für eine weitere Amtszeit.
Bei genauerem Hinsehen ist es jedoch eine Wiederwahl mit Makel. Denn er erhielt nur 1.045 von 1.223 Stimmen der Parteien, die ihn unterstützen; 178 Wahlleute der Parteien, die ihn eigentlich unterstützten, haben ihm die Stimme verweigert, das entspricht 15 Prozent.
Die Mitglieder der Bundesversammlung hatten sich am Sonntagn im Paul-Löbe-Haus in Berlin zusammengefunden, um ihre Stimme abzugeben. 1472 Delegierte waren insgesamt wahlberechtigt, unter anderem Abgeordnete des Deutschen Bundestags und ebensoviele Menschen, die von den Landtagen geschickt wurden. Wahlleute waren unter anderem der Musiker Roland Kaiser, Astronaut Alexander Gerst und auch die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel. 70 Nachrücker stimmten mit ab, weil Delegierte wegen positiver Coronatests nicht teilnehmen durften.
