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Wall Street baut Rally aus: KI-Boom und Nahost-Friedenshoffnungen treiben Kurse

Friedenshoffnungen im Nahen Osten und starke KI-Nachfrage beflügeln die US-Börsen – S&P 500 und Nasdaq hatten bereits Rekordstände erreicht.

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Wall Street baut Rally aus: KI-Boom und Nahost-Friedenshoffnungen treiben Kurse

Die Wall Street steuerte am Mittwoch auf eine höhere Eröffnung zu und setzte damit ihre beeindruckende Kursrallye fort. Treiber waren die Hoffnung auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die anhaltende Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz. Bereits am Dienstag hatten der S&P 500 und der Nasdaq Composite neue Rekordstände erreicht.

Besonders im Fokus stand Advanced Micro Devices (AMD): Der Chiphersteller lieferte eine Umsatzprognose für das zweite Quartal, die die Erwartungen der Analysten übertraf – angetrieben durch die robuste Nachfrage nach Rechenzentrum-Chips. AMD-Aktien sprangen daraufhin im vorbörslichen Handel um beachtliche 16,6 Prozent nach oben. Auch der Konkurrent Intel profitierte und legte um 4,3 Prozent zu.

Kevin Gordon, Leiter Makro-Research und Strategie am Schwab Center for Financial Research, kommentierte die Lage treffend: „Der Markt kann der Euphorie um KI-Investitionen nicht entkommen." Gleichzeitig mahnte er zur Vorsicht: „Ein länger andauernder Krieg und ein weiterer Anstieg der Benzinpreise führen zu stärkerem Gegenwind bei den Ausgaben, aber solange es keine klaren Anzeichen für Arbeitsplatzverluste gibt, bleibt die Wirtschaft von einer ausgewachsenen Rezession entfernt."

Nahost-Hoffnungen drücken Ölpreise

Ein mögliches Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran sorgte für zusätzlichen Rückenwind an den Märkten. Laut einer pakistanischen Quelle stünden beide Seiten kurz vor einer Einigung über ein einseitiges Memorandum zur Beendigung des Krieges. Wie das US-Nachrichtenportal Axios berichtete, würde das Memorandum in seiner derzeitigen Form das Ende des Konflikts erklären und eine 30-tägige Verhandlungsphase einleiten – mit dem Ziel, die Straße von Hormus zu öffnen, das iranische Atomprogramm zu begrenzen und US-Sanktionen aufzuheben.

Die Ölpreise reagierten prompt: Brent-Terminkontrakte gaben um 7,9 Prozent nach und fielen auf ein Zwei-Wochen-Tief. Für Anleger ist dies ein zweischneidiges Signal – günstigere Energiepreise entlasten die Wirtschaft, spiegeln aber auch die Erwartung einer Entspannung im Konflikt wider.

Dennoch warnte Kyle Rodda, leitender Finanzmarktanalyst bei Capital.com, vor überschwänglichem Optimismus: „Die Wall Street setzt weiterhin verstärkt auf die Wette, dass der Krieg im Nahen Osten nicht erneut eskaliert und den gewinngetriebenen Anstieg des Marktes auf Allzeithochs nicht unterbricht. Es besteht ein hohes Risiko, dass sich Risikoanlagen bei einer Fehlkalkulation dieser Wette scharf ins Gegenteil bewegen würden."

Starke Futures und breite Kursgewinne

Die Futures-Märkte signalisierten um 8:25 Uhr ET deutliche Gewinne zum Handelsstart:

  • Dow E-Minis: +422 Punkte (+0,85 %)
  • S&P 500 E-Minis: +57 Punkte (+0,78 %)
  • Nasdaq 100 E-Minis: +367,5 Punkte (+1,31 %)

Neben AMD glänzten weitere Technologiewerte: Super Micro Computer kletterte um 13 Prozent nach einer besser als erwarteten Prognose für Umsatz und bereinigten Gewinn im vierten Quartal. Alphabet legte um 1,8 Prozent zu und verringerte damit den Abstand zu Nvidia im Rennen um das wertvollste Unternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung. Nvidia selbst stieg um 1,9 Prozent. Arm Holdings gewann im Vorfeld seiner Quartalsergebnisse sogar 11 Prozent hinzu.

Unterstützung kam auch vom Arbeitsmarkt: Der ADP-Bericht zeigte, dass die Beschäftigung im privaten Sektor der USA im April um 109.000 Stellen gestiegen ist – und damit über der Erwartung von 99.000 lag. Solide Arbeitsmarktdaten gelten als wichtige Stütze für die Konsumausgaben und damit für die Unternehmensgewinne.

Politisch bleibt die Lage angespannt: US-Präsident Donald Trump hielt an seiner aggressiven Rhetorik fest und warnte, dass die „Bombardierung beginnt", falls der Iran nicht kooperiere. Für Anleger bleibt die Entwicklung im Nahen Osten damit ein zentrales Risiko – trotz der aktuellen Euphorie an den Märkten.

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