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AMD führt Chip-Rally an – Ausmaß wie zur Dotcom-Ära

Nach starken Quartalszahlen schoss AMD um 20% nach oben und zieht den gesamten Halbleitersektor auf historische Extremniveaus.

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AMD führt Chip-Rally an – Ausmaß wie zur Dotcom-Ära

Advanced Micro Devices (AMD) hat am Mittwoch mit einem Kurssprung von 20% für Aufsehen gesorgt. Auslöser waren besser als erwartet ausgefallene Zahlen für Gewinn und Umsatz im ersten Quartal sowie ein starker Umsatzausblick für das zweite Quartal. Die Bewegung ist dabei kein isoliertes Ereignis – AMD war bereits im vergangenen Monat um mehr als 60% gestiegen, bevor es zu diesem weiteren Schub kam.

Die starken Ergebnisse veranlassten mehrere Wall-Street-Häuser, ihre Einstufungen für AMD anzuheben. Darunter befand sich auch Goldman Sachs. Diese Hochstufungen gaben dem ohnehin bereits laufenden Halbleitersektor zusätzlichen Rückenwind und zogen weitere Marktteilnehmer in den Sektor.

Gesamter Halbleitersektor auf Extremniveau

Der Invesco PHLX Semiconductor ETF (SOXQ), der den bekannten PHLX Semiconductor Index (SOX) abbildet, sprang im frühen Handel um 3,1% nach oben. Auch andere Branchengrößen profitierten: Intel legte rund 3% zu, Micron Technology sogar rund 4%. Der Sektor bewegt sich damit in Bewertungsregionen, die seit dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre nicht mehr erreicht wurden.

Laut der Bespoke Investment Group liegt der SOX-Index – unter Berücksichtigung der Kursbewegungen im frühen Mittwochshandel – etwa 56% über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Dieser Wert gilt als wichtiger technischer Indikator für die Überhitzung eines Marktsegments. „Die Gruppe war nur zu zwei Gelegenheiten noch weiter von ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt entfernt: im Juli 1995 und im März 2000", schrieb Bespoke in einer Mitteilung.

Der Vergleich mit diesen beiden historischen Momenten ist aufschlussreich: Der Juli 1995 lag noch in der Frühphase des Dotcom-Booms der 1990er Jahre. Der März 2000 hingegen markierte den absoluten Höhepunkt – kurz bevor die Blase platzte und Billionen an Börsenwert vernichtet wurden. Bespoke warnt daher ausdrücklich: „In jedem Fall können derart extreme Werte nicht ewig Bestand haben, daher würden wir die Erwartungen für Halbleiterwerte für die nächsten zwölf Monate zum jetzigen Zeitpunkt dämpfen."

KI-Euphorie als Treiber – Bewertungen deutlich erhöht

Seit Jahresbeginn ist der SOX-Index um mehr als 55% gestiegen. Als zentraler Treiber gilt die erneute Begeisterung rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI), die Investoren weltweit in Halbleiterwerte treibt. Chips gelten als unverzichtbare Infrastruktur für KI-Anwendungen – von Rechenzentren bis hin zu großen Sprachmodellen.

Die Bewertungen im Sektor sind im Vergleich zum breiteren Markt bereits deutlich erhöht. Laut dem Datenanbieter FactSet wird der SOX-Index aktuell mit dem 26-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Der S&P 500, der breite US-Leitindex, kommt dagegen auf das 21-fache der zukünftigen Gewinne. Diese Bewertungsprämie spiegelt die hohen Wachstumserwartungen wider, birgt aber auch entsprechende Rückschlagrisiken.

Für Anleger stellt sich damit eine entscheidende Frage: Wie lange kann dieser parabolische Anstieg noch anhalten? Die historischen Vergleiche von Bespoke legen nahe, dass Vorsicht geboten ist – auch wenn die fundamentalen Treiber rund um KI weiterhin intakt erscheinen. Deutsche Privatanleger, die in Halbleiterwerte oder entsprechende ETFs investiert sind, sollten die Bewertungsniveaus und die historischen Warnsignale im Blick behalten.

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