US-Behörde prüft KI-Modelle von Google, Microsoft und xAI
Das US-Handelsministerium testet künftig freiwillig eingereichte KI-Modelle auf Leistung und Sicherheit – ein bedeutender Kurswechsel.

Google, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und xAI haben sich bereit erklärt, ihre KI-Modelle künftig freiwillig dem US-Handelsministerium zur Sicherheitsprüfung einzureichen. Zuständig ist das Center for AI Standards and Innovation (CAISI), das die Tools auf Leistungsfähigkeit und potenzielle Risiken hin evaluiert. Die neuen Vereinbarungen erweitern bestehende Abkommen, die bereits unter der Biden-Administration mit KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic geschlossen wurden.
CAISI-Direktor Chris Fall betonte die Bedeutung der Kooperationen: „Diese erweiterten Branchenkooperationen helfen uns, unsere Arbeit im öffentlichen Interesse in einem entscheidenden Moment zu skalieren." Die Evaluierungen umfassen laut CAISI „Tests, gemeinsame Forschung und die Entwicklung von Best Practices im Zusammenhang mit kommerziellen KI-Systemen". Bis Dienstag wurden bereits 40 Evaluierungen von KI-Tools abgeschlossen – darunter auch Prüfungen von Modellen, die noch nicht öffentlich verfügbar sind.
Die betroffenen KI-Produkte im Überblick
Zu den bekanntesten Produkten der beteiligten Unternehmen zählen Googles Gemini, ein Chatbot der Tochtergesellschaft DeepMind, der mittlerweile auch von US-Verteidigungs- und Militärbehörden genutzt wird. Microsoft bringt seinen KI-Assistenten CoPilot in das Prüfverfahren ein. xAI, das KI-Unternehmen von Elon Musk, das inzwischen von SpaceX kontrolliert wird, stellt seinen Chatbot Grok zur Verfügung – ein Produkt, das zuletzt wegen Problemen mit der unautorisierten Entkleidung von Personen auf Bildern in die öffentliche Kritik geraten war.
Microsoft erklärte in einem Unternehmensblog, dass das Unternehmen seine Modelle bereits intern teste. Gleichzeitig räumte der Konzern ein, dass „Tests in Bezug auf die nationale Sicherheit und großflächige Risiken für die öffentliche Sicherheit notwendigerweise ein gemeinsames Unterfangen mit Regierungen sein müssen". Eine Sprecherin von Googles DeepMind lehnte eine Stellungnahme ab, und ein Vertreter von SpaceX reagierte nicht auf eine Anfrage.
Kurswechsel unter Trump
Die Ausweitung der Sicherheitsprüfungen markiert eine bemerkenswerte Abkehr vom bisherigen Kurs des Weißen Hauses unter Präsident Donald Trump. Dieser hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Dekreten unterzeichnet, die „Bürokratie und belastende Regulierungen" rund um die KI-Entwicklung abbauen sollten. Trump erklärte, die USA müssten durch technologische Fortschritte und die Kontrolle über KI „gewinnen".
Angesichts der wachsenden Nutzung von KI durch das US-Militär scheint das Weiße Haus seine Haltung jedoch zu überdenken. Zusätzlichen Druck erzeugte Anthropic mit der Behauptung, ein Modell namens Mythos entwickelt zu haben, das zu leistungsstark für eine öffentliche Veröffentlichung sei. Hochrangige Mitarbeiter Trumps trafen sich daraufhin im vergangenen Monat mit Anthropic-CEO Dario Amodei – obwohl das Unternehmen gleichzeitig in einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium verwickelt ist. Anthropic weigert sich dabei, Sicherheitsvorkehrungen für die staatliche Nutzung seiner Modelle aufzugeben.
Das CAISI machte keine Angaben dazu, welche Modelle aufgrund der bisherigen Evaluierungen von einer Veröffentlichung ausgeschlossen wurden. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass selbst in einem regulierungsfeindlichen politischen Umfeld die Sicherheitsfragen rund um leistungsstarke KI-Systeme zunehmend auf die politische Agenda drängen – mit potenziell weitreichenden Folgen für die gesamte Branche.
