Volkswagen und Gotion vertiefen Batterie-Partnerschaft mit drei Werken
Der Wolfsburger Konzern baut die europäische Batterie-Wertschöpfungskette mit dem chinesischen Zellhersteller Gotion deutlich aus.

Volkswagen und der chinesische Batteriezellhersteller Gotion intensivieren ihre strategische Zusammenarbeit, um die europäische Batterie-Wertschöpfungskette maßgeblich auszubauen. Wie der Wolfsburger Automobilkonzern bekannt gab, umfasst die Kooperation die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen in Spanien, der Slowakei und Marokko. Ziel ist die gemeinsame industrielle Produktion von LFP-Batteriezellen (Lithium-Eisenphosphat) sowie von Kathodenmaterialien.
Im Zentrum der Vereinbarung steht das Werk im spanischen Valencia, das als europäischer Produktionshub für LFP-Batterien fungieren soll. Gotion wird sich dort mit rund 1,1 Milliarden Euro (circa 1,25 Milliarden US-Dollar) an der VW-Batterietochter PowerCo beteiligen und einen Anteil von 49 Prozent erwerben. PowerCo bleibt dabei Mehrheitseigner des Standorts.
Im Gegenzug investiert PowerCo etwa 470 Millionen Euro in die Gotion-Standorte Surany in der Slowakei und Kenitra in Marokko, um dort jeweils 49 Prozent der Anteile zu halten. In Surany sollen Batteriezellen für Fahrzeuge und stationäre Speicher gefertigt werden, während in Kenitra die Produktion von Kathodenmaterial geplant ist. Damit verteilt sich die Zusammenarbeit auf mehrere europäische und nordafrikanische Standorte.
Volkswagen reduziert Gotion-Anteil
Parallel dazu reduziert Volkswagen seinen Anteil an Gotion um 5,3 Prozent. Das Unternehmen betonte, dass dieser Schritt der Optimierung der Eigenkapitalstrukturen diene und keine Auswirkungen auf die Stimmrechte habe. Mit einem verbleibenden Anteil von knapp 20 Prozent bleibt Volkswagen weiterhin der größte Einzelaktionär des chinesischen Herstellers. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
VW-Technikvorstand Thomas Schmall bezeichnete die vertiefte Partnerschaft als „wichtigen Durchbruch“ für beide Unternehmen und einen entscheidenden Schritt in Richtung Elektromobilität. Laut Volkswagen unterstreicht das Vorhaben die Ambition, als erster europäischer Automobilhersteller die gesamte Batterie-Wertschöpfungskette abzudecken – von der Entwicklung über die Vormaterialien bis hin zur Produktion.
Bedeutung für die europäische Lieferkette
Während die strategische Neuausrichtung auf langfristige Synergien abzielt, betonen Marktbeobachter die Bedeutung der Kooperation für die Sicherung der europäischen Lieferketten im Bereich der Batterietechnologie. Die geplante Arbeitsteilung zwischen Spanien, der Slowakei und Marokko soll dabei helfen, die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern zu verringern und die Produktion von LFP-Zellen näher an den europäischen Absatzmarkt zu bringen.
Für deutsche Privatanleger ist vor allem relevant, dass Volkswagen mit der Beteiligung an mehreren Standorten seine Position im stark umkämpften Batteriemarkt ausbaut. LFP-Zellen gelten als kostengünstigere Alternative zu nickel- und kobaltbasierten Batterien und gewinnen bei preisorientierten Elektrofahrzeugen zunehmend an Bedeutung. Die Partnerschaft mit Gotion verschafft VW Zugang zu entsprechender Technologie und Produktionskapazität.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Sobald diese vorliegen, soll die gemeinsame industrielle Produktion in den drei Ländern anlaufen. Volkswagen hatte zuletzt mehrfach betont, die Kontrolle über die entscheidenden Stufen der Batteriefertigung stärker selbst in die Hand nehmen zu wollen.
