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Visa setzt auf KI: Sechs neue Tools für Zahlungsreklamationen

Der Zahlungsriese modernisiert seinen veralteten Anfechtungsprozess mit künstlicher Intelligenz für Händler, Emittenten und Acquirer.

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Visa setzt auf KI: Sechs neue Tools für Zahlungsreklamationen

Visa führt sechs neue KI-Tools ein, um den weltweiten Prozess der Kreditkartenanfechtungen grundlegend zu modernisieren. Das Unternehmen teilte dies exklusiv dem US-Sender CNBC mit. Hintergrund ist ein massiver Anstieg der Reklamationen: Im Jahr 2025 bearbeitete Visa weltweit mehr als 106 Millionen Zahlungsanfechtungen – ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber 2019.

Die neuen Tools sollen Kosten senken und die Frustration über veraltete Anfechtungsprozesse bei allen Beteiligten reduzieren. Dazu zählen Händler, Emittenten sowie Acquirer – also die kartenausgebenden Banken und die Zahlungsabwickler auf Händlerseite. Visa betont, dass die Automatisierung Zeit, Geld und unnötige Verwirrung für alle Parteien sparen werde.

Drei Tools für Händler, drei für Banken

Drei der sechs neuen Anwendungen richten sich gezielt an Händler. Sie ermöglichen es, potenzielle Streitfälle zu klären, bevor diese eskalieren, Anfechtungen mithilfe generativer KI-Antworten zu verwalten und detailliertere Bestelldaten bereitzustellen. Letzteres soll verhindern, dass Karteninhaber eine Abbuchung auf ihrer Abrechnung nicht zuordnen können – ein häufiger Auslöser für Reklamationen.

Die übrigen drei Tools sind für Emittenten und Acquirer konzipiert. Sie nutzen prädiktive KI-Modelle zur Einzelfallanalyse, analysieren Dokumente für automatische Zusammenfassungen und Formulare und bieten eine zentrale KI-gestützte Plattform, auf der der gesamte Streitfallprozess gebündelt verwaltet werden kann.

Die neuen Werkzeuge sind Teil einer branchenweiten Bewegung: Großbanken wie JPMorgan Chase und Goldman Sachs setzen KI bereits ein, um Personalkosten zu senken. BNY investierte 2025 rund 3,8 Milliarden US-Dollar in Technologie – etwa 19 Prozent des Gesamtumsatzes. Visa selbst ergänzt seine KI-Initiative durch weitere Verbrauchertools, darunter ein kürzlich angekündigter Abonnement-Manager, mit dem Karteninhaber unnötige Abos direkt kündigen können.

Die meisten der sechs neuen KI-Tools sollen laut Visa im Laufe des Jahres 2025 allgemein verfügbar sein. Für deutsche Verbraucher und Händler, die Visa-Karten nutzen, könnte dies künftig schnellere und transparentere Reklamationsprozesse bedeuten.

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