Zhipu AI wächst um 132 Prozent und setzt auf heimische Chips
Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu AI verzeichnet explosives Wachstum und treibt die Abkehr von US-Technologie voran.

Zhipu AI, einer der führenden Akteure im chinesischen KI-Sektor, hat für das Jahr 2025 ein Umsatzwachstum von 132 Prozent gemeldet. Es sind die ersten offiziellen Geschäftszahlen seit dem Börsengang im Januar an der Hongkonger Börse, bei dem das Unternehmen umgerechnet rund 555 Millionen US-Dollar einnahm. Die Zahlen unterstreichen die rasante Dynamik im chinesischen KI-Markt.
Das Unternehmen ist eine Ausgründung der renommierten Tsinghua-Universität in Peking und gilt als einer der ambitioniertesten Herausforderer westlicher KI-Konzerne. Mit seinem neuesten Modell GLM-5 hat Zhipu AI auch im Silicon Valley Aufmerksamkeit erregt. Das Modell soll US-Konkurrenten in mehreren Leistungsmetriken ebenbürtig sein.
Heimische Chips als strategische Priorität
Parallel zum starken Wachstum beschleunigt Zhipu AI den Schwenk hin zu chinesischen Halbleitern. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Strategie chinesischer Technologieunternehmen, sich von US-Chips unabhängiger zu machen. Hintergrund sind die anhaltenden Exportbeschränkungen der USA, die den Zugang zu leistungsstarken Nvidia-Chips für chinesische Firmen erheblich einschränken.
Die tiefgreifende Optimierung der Modelle für heimische Chip-Architekturen gilt als technologische Schlüsselaufgabe. Zhipu AI positioniert sich damit als Vorreiter bei der Anpassung großer Sprachmodelle an die verfügbare chinesische Hardware. Für deutsche Anleger, die den Hongkonger Markt im Blick haben, ist Zhipu AI unter dem Kürzel 2513.HK gelistet.
Der chinesische KI-Sektor erlebt seit dem Auftauchen von DeepSeek Anfang 2025 einen regelrechten Boom. Zahlreiche Unternehmen buhlen um Marktanteile und Investorengelder. Zhipu AI gehört mit seinem Tsinghua-Hintergrund und staatlicher Unterstützung zu den bestpositionierten Playern in diesem Wettbewerb.
