Vietnam plant Krypto-Pilotprojekt und Verbot des Auslandshandels
Hanoi will noch im März lokale Börsen für digitale Vermögenswerte einführen und den Auslandshandel gleichzeitig unterbinden.

Vietnam treibt die Regulierung des Kryptomarktes mit Nachdruck voran. Laut einem im Februar verabschiedeten Regierungsbeschluss plant Hanoi bereits in diesem Monat den Start eines Pilotprojekts für lokal betriebene Börsen für digitale Vermögenswerte. Ziel ist es, die staatliche Aufsicht über den Kryptohandel und grenzüberschreitende Kapitalströme deutlich zu verschärfen.
Fünf Unternehmen haben laut einem Dokument des vietnamesischen Finanzministeriums vom 12. März eine erste Qualifikationsrunde erfolgreich bestanden. Das Dokument lag Reuters in dieser Woche vor. Unter den Kandidaten befinden sich Tochtergesellschaften von drei bekannten privaten vietnamesischen Banken: Techcombank (TCB), VPBank (VPB) und LPBank (LPB).
Banken als Schlüsselakteure im neuen Kryptomarkt
Die Beteiligung etablierter Bankinstitute an dem Pilotprojekt ist ein klares Signal: Vietnam setzt auf eine kontrollierte Integration des Kryptomarktes in das bestehende Finanzsystem. Durch die Einbindung regulierter Banktöchter will Hanoi sicherstellen, dass Geldwäsche und illegale Kapitalabflüsse ins Ausland wirksam unterbunden werden.
Parallel zur Einführung der lokalen Lizenzen plant die Regierung ein Verbot des Handels über ausländische Kryptobörsen. Dieser Schritt soll verhindern, dass vietnamesische Anleger regulatorische Hürden durch die Nutzung internationaler Plattformen wie Binance oder Coinbase umgehen. Für deutsche Beobachter ist dies vergleichbar mit dem Ansatz, den auch die EU mit der MiCA-Verordnung verfolgt – Regulierung statt Verbot.
Vietnam gilt als einer der aktivsten Kryptomärkte in Südostasien. Millionen von Privatanlegern handeln bereits mit digitalen Vermögenswerten, bislang jedoch weitgehend ohne rechtlichen Rahmen. Das neue Pilotprojekt markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Kryptopolitik des Landes.
