ANZEIGE

Vestas-Aktie springt 20 Prozent: Windkraft zwischen Boom und Risiko

Nach starken Quartalszahlen schießt die Vestas-Aktie um über 20 Prozent nach oben – doch die Lage der Windkraftbranche bleibt komplex.

•• 3 Min
Vestas-Aktie springt 20 Prozent: Windkraft zwischen Boom und Risiko

Die Aktie des dänischen Windkraftanlagenherstellers Vestas hat am Mittwoch um mehr als 20 Prozent zugelegt – ausgelöst durch starke Quartalsergebnisse und eine optimistische Prognose für den Rest des Jahres. Damit liegt der Kurs nun mehr als 150 Prozent über seinem Tiefpunkt vom April 2025. Der Windkraftsektor erlebt damit eine bemerkenswerte Erholung, nachdem er jahrelang unter erheblichem Druck gestanden hatte.

Der Aktienchart von Vestas gleicht dabei einer Achterbahn: Der Marktwert des größten europäischen Windkraftanlagenherstellers hatte sich in weniger als neun Monaten verdreifacht und im Januar 2021 ein Rekordhoch erreicht. Anschließend wurden all diese Gewinne wieder abgegeben, da steigende Finanzierungs- und Komponentenkosten sowie die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus den Sektor belasteten. Nun dreht sich das Blatt erneut. Auch der kleinere deutsche Konkurrent Nordex hat sich seit Anfang letzten Jahres verdreifacht.

Europäischer Heimatmarkt mit echtem Rückenwind

Hinter dem Kursanstieg stehen reale Verbesserungen auf dem europäischen Markt. Regierungen, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffpreisschocks reduzieren wollen, haben die Vergütungssysteme für Windparks gestärkt – also die Mechanismen, über die Windparkbetreiber garantierte Preise für ihren erzeugten Strom erhalten. Das senkt das Investitionsrisiko erheblich. Länder wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben in den letzten Monaten alle erfolgreiche groß angelegte Windkraftauktionen durchgeführt.

Im zweiten Quartal lieferte Vestas Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1,1 Gigawatt für US-Energieprojekte aus – deutlich mehr als in jedes andere Land und ein Anstieg von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entwickler hatten sich beeilt, die im Inflation Reduction Act von Joe Biden eingeführten Steuergutschriften für grüne Energie zu nutzen, bevor diese unter Trump auslaufen. Vestas-Chef Henrik Andersen verwies dabei auf die sprunghaft ansteigende Stromnachfrage in den USA, insbesondere durch große Technologieunternehmen, als Treiber für „mehr von allem". Als Beispiel nannte er die Google-Ankündigung vom Februar über eine Vereinbarung zur Unterstützung von 1,4 GW neuer Windkapazität für ein Rechenzentrum in Minnesota.

USA: Kurzfristiger Boom, langfristige Unsicherheit

Dennoch könnte auf den aktuellen US-Aufschwung eine deutlich schwächere Phase folgen. Das von Trump unterstützte Gesetz zur schrittweisen Abschaffung der Steuergutschriften sieht vor, dass Windkraftprojekte bis zum 4. Juli 2025 mit dem Bau begonnen haben müssen, um förderfähig zu sein. Der Anti-Windkraft-Kurs der US-Regierung ist zwar auf rechtliche Hürden gestoßen – zuletzt wies ein Richter das Pentagon an, die Verzögerung von Onshore-Windprojekten einzustellen. Das politische Umfeld hat die Bereitschaft der Entwickler für neue Projekte jedoch bereits beeinträchtigt. „Für die Offshore-Windkraft wird es abgesehen von den im Bau befindlichen Projekten sicher keine neuen Projektentwicklungen geben", sagt Tancrède Fulop, Analyst bei Morningstar.

Ein weiteres strukturelles Problem für europäische Hersteller wie Vestas, Siemens Gamesa und Enercon ist die wachsende chinesische Konkurrenz. Chinesische Konzerne, angeführt von Goldwind, stellen inzwischen alle sechs der weltweit größten Windkraftanlagenhersteller gemessen an der im letzten Jahr neu installierten Kapazität. Laut einer Analyse von Rystad bieten sie Exportpreise an, die 30 bis 40 Prozent unter denen ihrer europäischen Konkurrenten liegen. Auf dem US-Markt ist diese Konkurrenz für europäische Hersteller vorerst weniger relevant, da chinesische Rivalen dort regulatorischer Überprüfung ausgesetzt sind.

Konsolidierung als Antwort auf den Wettbewerbsdruck

Einige Branchenvertreter fordern, dass die EU ihre Fusionskontrollregeln lockert, um europäischen Windkraftproduzenten eine Konsolidierung zu ermöglichen. Vestas-Chef Andersen unterstützte diese Idee und warnte: „Größe zählt, und das ist das Einzige, was zählt." Die Zerstörung des europäischen Solarsektors durch chinesische Konkurrenz gilt dabei als mahnendes Beispiel.

Global betrachtet bleibt der Ausblick für Windkraft robust. China – das im vergangenen Jahr fast dreimal so viel Windkapazität installierte wie der Rest der Welt zusammen – strebt im Rahmen einer Fünfjahresstrategie eine massive weitere Expansion an. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass die weltweite Windstromerzeugung bis 2030 um 65 Prozent gegenüber dem Niveau von 2025 steigen wird. Die Stromgestehungskosten für Onshore-Windkraft liegen laut BloombergNEF deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen, und sinkende Kosten für Batteriespeicher stärken das Argument für Wind- und Solarenergie weiter. Europas Turbinenhersteller werden jedoch hart um ihren Anteil an diesem Wachstum kämpfen müssen.

Vestas AktieWindkraftErneuerbare EnergienNordexOffshore-WindkraftGrüne EnergieWindkraftanlagen

Meistgelesene News

  1. Ukraine-Roboterangriff im Donbas deckt Schwachstelle in Putins Kriegsmaschinerie auf
  2. XRP-Preisprognose: Was Anleger in den nächsten drei Jahren erwarten
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Galeria Karstadt Kaufhof: Beetz stellt Rettungsplan für Warenhauskette vor
  5. Heizölpreise steigen stark: Staatlicher Rabatt bleibt umstritten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.