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Verdi weitet Warnstreiks im Handel bundesweit aus

Die Gewerkschaft eskaliert den Tarifkonflikt: Heute und Freitag sind Betriebe in allen Bundesländern betroffen.

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Verdi weitet Warnstreiks im Handel bundesweit aus

Die Gewerkschaft Verdi verschärft den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den Handel. Sowohl der Einzelhandel als auch der Groß- und Außenhandel sind betroffen – und das bundesweit in allen 16 Bundesländern. Die Warnstreiks finden heute sowie am Freitag statt.

In Kiel versammelten sich rund 200 Beschäftigte aus dem Handel, überwiegend aus Schleswig-Holstein, zu einer Demonstration. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer machte auf der Abschlusskundgebung deutlich, worum es der Gewerkschaft geht: „Wir sind nicht die Billigheimer der Nation." Es gehe nicht nur um Prozente, sondern um Anerkennung und Wertschätzung der Beschäftigten.

Zimmer betonte den Wunsch nach einem raschen Tarifabschluss, der der tatsächlichen Leistung der Arbeitnehmer gerecht werde. „Wir wollen vor allen Dingen keinen weiteren Reallohnverlust, weil wir nämlich schlicht nicht mehr wissen, wie wir unser tagtägliches Leben finanzieren sollen." Zudem verwies sie darauf, dass knapp zwei Drittel aller Einzelhandelsbeschäftigten lediglich in Teilzeit arbeiten – und damit oft auf das Wohlwollen von Filial- oder Hausleitern angewiesen sind, um zusätzliche Stunden zu erhalten.

Forderungen und Gegenangebote weit auseinander

Verdi fordert eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro mehr pro Monat – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Forderungen sind dabei je nach Tarifgebiet unterschiedlich akzentuiert: Im Einzelhandel gibt es bundesweit 16 Tarifgebiete, im Groß- und Außenhandel 20.

Die Arbeitgeberseite zeigt sich deutlich zurückhaltender. Im Groß- und Außenhandel bieten die Arbeitgeber laut Verdi eine Gesamterhöhung von 3,4 Prozent an – allerdings bei einer doppelt so langen Laufzeit von 24 Monaten, was den jährlichen Zuwachs faktisch halbiert. Im Einzelhandel fällt das Angebot noch magerer aus: Erst nach sechs Monaten ohne jede Steigerung sollen zwei Prozent folgen, nach weiteren drei Monaten Pause dann 1,5 Prozent – ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit.

Mehr als fünf Millionen Beschäftigte im Fokus

Die laufende Tarifrunde betrifft insgesamt mehr als fünf Millionen Beschäftigte im deutschen Handel – eine der größten Beschäftigungsgruppen des Landes. Für Anleger, die in Handelsunternehmen oder Einzelhandelsaktien investiert sind, ist der Ausgang der Verhandlungen durchaus relevant: Höhere Lohnkosten belasten die Margen, insbesondere bei personalintensiven Unternehmen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) gab sich vor den Streikaktionen gelassen. Man erwarte keine spürbaren Auswirkungen für Kunden, die Unternehmen seien gut vorbereitet und die internen Abläufe eingespielt. Zu beachten ist außerdem: In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland blieben die Geschäfte am Donnerstag wegen des Feiertags Fronleichnam ohnehin geschlossen – die Streikwirkung dort ist entsprechend begrenzt.

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