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USA Rare Earth gewinnt Dysprosium aus Recycling-Schrott erfolgreich

Das US-Unternehmen verarbeitet Magnetschrott zu hochreinen Seltenerdoxiden – ein Meilenstein für die amerikanische Versorgungsunabhängigkeit.

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USA Rare Earth gewinnt Dysprosium aus Recycling-Schrott erfolgreich

USA Rare Earth (NASDAQ: USAR) hat am 14. Juli in seiner Demonstrationsanlage in Wheat Ridge, Colorado, erfolgreich Dysprosium- und Neodym-Praseodym-Oxide (NdPr) in kommerzieller Qualität aus recyceltem Magnetschrott gewonnen. Als Ausgangsmaterial diente Schrott aus der eigenen Magnetfertigung in Stillwater, Oklahoma. Damit beweist das Unternehmen erstmals im kommerziellen Maßstab, dass kritische Seltenerdelemente aus dem eigenen Produktionskreislauf zurückgewonnen werden können.

Die Unternehmensführung prognostiziert, dass das Recycling von Schrott langfristig bis zu 30 Prozent des Bedarfs an magnetischen Seltenerdoxid-Rohstoffen decken wird. Die neu produzierten Oxide sollen an die britische Tochtergesellschaft Less Common Metals (LCM) zur Qualifizierung und Umwandlung in Seltenerdmetalle und Strip Cast geliefert werden. LCM wird das verarbeitete Material anschließend an die US-amerikanischen Produktionsstätten für Permanentmagnete von USA Rare Earth zurückliefern – ein geschlossener Kreislauf, der die Abhängigkeit von Importen reduzieren soll.

Dysprosium: Ein strategisch entscheidendes Element

Die Trennung von Dysprosium gilt im kommerziellen Maßstab als äußerst schwierig. Genau diese Herausforderung verschafft China derzeit ein faktisches Monopol auf dieses schwere Seltenerdelement. Hersteller benötigen Dysprosium, damit Permanentmagnete ihre Leistungsfähigkeit und Koerzitivfeldstärke auch bei extremen Temperaturen beibehalten – wie sie in Luft- und Raumfahrtkomponenten, Verteidigungssystemen und Elektromotoren entstehen. Für die westliche Industrie ist eine eigene Versorgungsquelle daher von strategischer Bedeutung.

Dieser Produktionsmeilenstein folgt auf eine massive Kapitalspritze der US-Bundesregierung. Im vergangenen Monat unterzeichnete USA Rare Earth endgültige Vereinbarungen mit dem US-Handelsministerium über den Zugang zu bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar im Rahmen des CHIPS Act. Das Paket umfasst 277 Millionen US-Dollar an direkten Bundesmitteln sowie 1,3 Milliarden US-Dollar an vorrangig besicherten Kreditkapazitäten. Zusammen mit privatem Kapital hat sich das Unternehmen rund 3,5 Milliarden US-Dollar zur Umsetzung seines Geschäftsplans gesichert.

„Der heutige Tag markiert den Moment, in dem wir gemeinsam mit der US-Regierung von der Absicht zur Ausführung übergehen", sagte CEO Barbara Humpton mit Blick auf die endgültigen Vereinbarungen mit dem Handelsministerium.

Rechtsstreit mit MP Materials überschattet den Aufstieg

Das rasante Rennen um den Aufbau eines unabhängigen US-Seltenerdsektors hat jedoch auch heftige interne Streitigkeiten ausgelöst. USA Rare Earth ist derzeit in einen Rechtsstreit mit MP Materials (NYSE: MP), Amerikas größtem Seltenerd-Bergbauunternehmen, verwickelt. MP Materials wirft USA Rare Earth vor, eine gezielte Abwerbeaktion durchgeführt zu haben, um mindestens acht Schlüsselmitarbeiter einzustellen und dabei vertrauliche Geschäftsgeheimnisse zu stehlen.

Im Zentrum des Streits steht die sogenannte Korngrenzendiffusion – ein hochsensibles Verfahren, bei dem schwere Seltenerden auf Magnete aufgebracht werden, um die Hitzebeständigkeit zu erhöhen, ohne die Magnetstärke zu beeinträchtigen. Wissenschaftler von MP Materials entwickelten diese Technik über Jahre hinweg in einem kleinen Industrieraum, intern als „The Garage" bekannt. MP Materials behauptet, der ehemalige Ingenieur Kevin Elkins habe die geschützte Formel zu USA Rare Earth mitgenommen, und fordert Schadensersatz in Höhe von mindestens 5 Millionen US-Dollar.

USA Rare Earth weist die Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen argumentiert, dass die betreffende Technologie durch unabhängige Entwicklung und Reverse Engineering leicht zugänglich sei. Der Ausgang des Rechtsstreits dürfte nicht nur für beide Unternehmen, sondern für die gesamte aufstrebende US-Seltenerdbranche richtungsweisend sein.

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