US-Wirtschaftswachstum verlangsamt sich im vierten Quartal 2024
Ökonomen erwarten eine deutliche Abkühlung des BIP-Wachstums auf 2,5 Prozent – nach starken 4,4 Prozent im Vorquartal.

Das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im vierten Quartal 2024 spürbar an Fahrt verloren haben. Laut einer Umfrage des Wall Street Journal unter führenden Ökonomen wird eine annualisierte Wachstumsrate von 2,5 Prozent erwartet. Das wäre ein erheblicher Rückgang gegenüber den 4,4 Prozent, die im dritten Quartal 2024 verzeichnet wurden.
Als Hauptbremsfaktoren gelten ein rekordlanger Shutdown der US-Bundesbehörden sowie ein sich ausweitetenes Handelsbilanzdefizit. Beide Faktoren haben die wirtschaftliche Dynamik in den letzten Monaten des Jahres merklich gedämpft. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die US-Konjunktur als wichtiger Taktgeber für die globalen Kapitalmärkte gilt.
Unterschiedliche Prognosen, einheitliche Tendenz
Die Schätzungen der einzelnen Experten variieren, zeigen jedoch alle in dieselbe Richtung. Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert ein Wachstum von 3,0 Prozent für das vierte Quartal. Aditya Bhave, Ökonom bei der Bank of America, ist mit einer Prognose von 2,0 Prozent deutlich pessimistischer.
Trotz der Verlangsamung im Schlussquartal bleibt das Gesamtbild für die US-Wirtschaft vergleichsweise solide. Für das laufende Jahr 2025 rechnet die Bank of America mit einem BIP-Wachstum von 2,4 Prozent. Das deutet darauf hin, dass die Abkühlung als temporär und nicht als strukturelles Problem eingestuft wird.
Für Investoren bedeutet das: Die US-Wirtschaft wächst weiterhin, wenn auch moderater als noch im Sommer. Die endgültigen BIP-Daten für das vierte Quartal werden vom US-Handelsministerium veröffentlicht und dürften die Markterwartungen maßgeblich beeinflussen.
