Lagarde will EZB-Amtszeit vollenden – kein vorzeitiger Rücktritt
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigt ihren Willen, ihre Amtszeit bis zum Ende zu erfüllen.

Christine Lagarde hat Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang von der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) eine klare Absage erteilt. Wie das Wall Street Journal am Donnerstag berichtete, erklärte die EZB-Präsidentin, sie erwarte, ihre Mission als Zentralbankchefin bis zum Ende ihrer Amtszeit zu vollenden. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gerüchte über einen möglichen Rücktritt vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit die Runde gemacht hatten.
Lagardes Amtszeit an der Spitze der EZB läuft bis Oktober 2027. Die Französin übernahm das Amt der EZB-Präsidentin im November 2019 als Nachfolgerin von Mario Draghi. Seitdem hat sie die Zentralbank durch die Corona-Pandemie, eine historische Inflationswelle und die damit verbundenen Zinserhöhungszyklen geführt.
Hintergrund der Spekulationen
Die Gerüchte über einen möglichen vorzeitigen Rücktritt Lagardes hatten zuletzt an Fahrt gewonnen, ohne dass konkrete Gründe öffentlich bekannt wurden. Für die Finanzmärkte und die Eurozone wäre ein ungeplanter Führungswechsel an der EZB-Spitze ein bedeutendes Ereignis, da die Zentralbank weiterhin die Geldpolitik für die 20 Mitgliedsstaaten der Eurozone steuert. Mit ihrer Klarstellung dürfte Lagarde nun für Stabilität und Kontinuität in der EZB-Führung sorgen.
Die EZB steht derzeit vor der Aufgabe, den Leitzins behutsam zu senken, nachdem sie ihn im Kampf gegen die Rekordinflation massiv angehoben hatte. Für deutsche Anleger und Sparer ist die Geldpolitik der Zentralbank von zentraler Bedeutung, da sie direkte Auswirkungen auf Kreditzinsen, Spareinlagen und die Konjunktur in der Eurozone hat. Lagarde hat zuletzt signalisiert, dass die EZB ihren Kurs der schrittweisen Zinssenkungen fortsetzen will.
