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US-Senatoren fordern Trump auf, Heizöl-Notreserve wegen Rekordpreisen freizugeben

Die beiden Senatoren aus Maine bitten den Präsidenten, den nationalen Notvorrat an Heizöl anzuzapfen, da die Dieselpreise Rekordwerte erreichen.

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US-Senatoren fordern Trump auf, Heizöl-Notreserve wegen Rekordpreisen freizugeben

Die beiden US-Senatoren aus Maine – dem Bundesstaat, der am stärksten von Heizöl abhängt – haben Präsident Donald Trump in dieser Woche gebeten, auf den nationalen Notvorrat dieses Brennstoffs zurückzugreifen. Hintergrund sind Dieselpreise auf Rekordniveau, die die Haushaltsrechnungen der Verbraucher in die Höhe treiben. In einem am Dienstag an Trump gerichteten Brief schreiben die Republikanerin Susan Collins und der unabhängige Senator Angus King, der mit den Demokraten zusammenarbeitet: „Wir schreiben Ihnen mit der Bitte, Heizöl aus dem Northeast Home Heating Oil Reserve freizugeben, um die Bewohner Maines vor den sehr hohen Preisen zu schützen, die eine schwere finanzielle Belastung darstellen.“

Collins, die sich in einem engen Rennen um ihren Sitz bei den Midterm-Wahlen im November befindet, erklärte gegenüber Reuters in einer Stellungnahme, die Energiekosten seien ein „riesiges Problem“ in ihrem Bundesstaat. Der Zugriff auf den Vorrat würde „nach unten drückenden Druck auf die Preise ausüben“, so die Senatorin. Das Weiße Haus antwortete zunächst nicht umgehend auf eine Anfrage bezüglich des Briefes.

Konkret rechnen die Senatoren vor, dass Haushalte in Maine etwa 675 US-Dollar mehr zahlen müssten, um einen Tank mit Heizöl zu füllen als im Vorjahr. Sie berufen sich dabei auf eine Umfrage des Maine Department of Energy Resources. Die Preise für Diesel, das Heizöl ähnelt, sind aufgrund der Kriege im Iran und in der Ukraine auf einen Rekordwert von über 6,50 US-Dollar pro Gallone gestiegen. Diese Konflikte behindern sowohl die Produktion von Kraftstoffen als auch den Transport von Erdöl.

Die Details

Der Northeast Home Heating Oil Reserve lagert nach Angaben aus dem Quelltext eine Million Barrel Diesel an vier Standorten, die sich von Maine bis New Jersey erstrecken. Der Vorrat deckt etwa zehn Tage des Heizölbedarfs der Region ab. Er wurde im Jahr 2000 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton ins Leben gerufen und seit 2012 nicht mehr angezapft – damals wurde er Einsatzkräften nach dem Hurrikan Sandy zur Verfügung gestellt.

Bemerkenswert ist, dass Trumps Haushaltsentwurf für das vergangene Jahr vorsah, den Vorrat zu schließen, da dessen Unterhaltung kostspielig ist. Nun fordern ausgerechnet Senatoren aus dem am stärksten betroffenen Bundesstaat, auf eben diesen Vorrat zuzugreifen. Collins schloss sich zudem Senator Jack Reed an, einem Demokraten aus Rhode Island, und bat die Regierung, Mittel aus dem Programm für die Unterstützung einkommensschwacher Haushalte beim Heizen freizugeben.

Die explodierenden Dieselpreise haben unterdessen Forderungen nach einem Exportverbot für diesen Brennstoff befeuert. Das Weiße Haus dementierte am Mittwoch jedoch einen Nachrichtenbericht, wonach die Regierung plane, ein 90-tägiges Verbot für Diesel-Exporte auszusprechen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 16.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Dieselpreise in den USA einen neuen historischen Höchststand erreicht haben und die Politik zu ungewöhnlichen Maßnahmen treiben. Der führende Republikaner im US-Senat erklärte sich damals bereit, über ein Exportverbot für Diesel zu diskutieren. Laut dem Automobilclub AAA erreichte der durchschnittliche Dieselpreis in den USA an jenem Dienstag einen Rekordwert von 6,27 US-Dollar pro Gallone – ein Anstieg von rund 80 Cent gegenüber dem Vormonat. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 3,69 Dollar pro Gallone, was einem Plus von knapp 70 Prozent innerhalb von zwölf Monaten entspricht.

Schon am 05.03.2026 hatte aktien.news berichtet, dass die Dieselpreise in den USA in nur zwei Handelstagen um 23 Prozent zugelegt hatten und an den Terminmärkten 3,19 US-Dollar pro Gallone erreichten. Das war laut dem Finanzdatenanbieter FactSet der höchste Stand seit Oktober 2023. Besonders betroffen waren Großverbraucher wie Landwirte, Fernfahrer und Logistikunternehmen. Regional machte sich der Anstieg deutlich bemerkbar: In South Carolina verteuerte sich Diesel am Dienstag um 22 Cent pro Gallone, in Ohio und Georgia um jeweils 18 Cent.

Am 10.03.2026 meldete aktien.news, dass US-Präsident Donald Trump unter Druck stand, weil die Ölpreise infolge des sich ausweitenden Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran auf den höchsten Stand seit 2022 geklettert waren. Bereits ab Montag sollte Trump laut Reuters eine Reihe politischer Optionen prüfen, um die Energiepreise wieder unter Kontrolle zu bringen. Die steigenden Energiepreise belasteten nicht nur die Aktienmärkte, sondern drohten auch weitreichende wirtschaftliche Schäden zu verursachen. Für Trump bedeutete das auch eine innenpolitische Gefahr: Hohe Energiekosten könnten seiner Republikanischen Partei schaden.

Bereits am 13.03.2026 berichtete aktien.news, dass die US-Regierung erwog, den Jones Act für einen begrenzten Zeitraum auszusetzen, um steigende Kraftstoffpreise zu bekämpfen. Weißhaus-Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte damals entsprechende Überlegungen. Hintergrund waren Lieferunterbrechungen durch iranische Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus. Der Jones Act schreibt vor, dass Waren zwischen US-Häfen ausschließlich auf in den USA gebauten, unter US-Flagge fahrenden und überwiegend in US-Besitz befindlichen Schiffen transportiert werden müssen.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem als Signal für die weitere Inflations- und Zinsdynamik in den USA relevant. Diesel ist ein zentraler Kostenfaktor für Logistik, Landwirtschaft und Industrie; dauerhaft hohe Preise wirken sich auf Transportkosten und damit auf die Güterpreise aus. Die im Quelltext genannten Rekordwerte von über 6,50 US-Dollar pro Gallone markieren eine deutliche Verschärfung gegenüber dem Stand vom 16.09.2026, als der AAA-Durchschnitt 6,27 US-Dollar betrug.

Zugleich zeigt der politische Umgang mit der Lage, wie stark der Druck auf die US-Regierung gewachsen ist. Von einem möglichen Exportverbot über eine Aussetzung des Jones Act bis zur Freigabe strategischer Reserven reicht das Spektrum der diskutierten Maßnahmen. Solche Eingriffe können kurzfristig Preise dämpfen, bergen aber Unsicherheiten für Energiemärkte und betroffene Unternehmen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Ob Trump tatsächlich Heizöl aus dem Northeast Home Heating Oil Reserve freigibt, ist offen – das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu dem Brief. Ein 90-tägiges Exportverbot für Diesel, über das Medien berichtet hatten, wurde am Mittwoch dementiert. Die Midterm-Wahlen im November, bei denen Collins um ihren Sitz kämpft, dürften den politischen Druck auf das Thema Energiekosten weiter erhöhen.

Kurz erklärt

  • Northeast Home Heating Oil Reserve: Ein strategischer Notvorrat der USA für Heizöl, der die Versorgung der Nordost-Region in Krisenzeiten sichern soll.
  • Dieselpreis pro Gallone: Der Preis für einen in den USA üblichen Rauminhalt Kraftstoff, der als Referenz für Heizöl- und Transportkosten dient.
  • Jones Act: Ein US-Gesetz, das den Transport von Waren zwischen US-Häfen auf bestimmte Schiffe beschränkt.
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