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US-Rohölreserven fallen auf niedrigsten Stand seit 43 Jahren

Die strategischen Petroleumreserven der USA sinken auf 340,3 Millionen Barrel – ein historischer Tiefstand seit über vier Jahrzehnten.

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US-Rohölreserven fallen auf niedrigsten Stand seit 43 Jahren

Die strategischen Petroleumreserven der USA (Strategic Petroleum Reserve, SPR) haben einen historischen Tiefstand erreicht. Mit einem aktuellen Bestand von 340,3 Millionen Barrel befinden sich die Reserven auf dem niedrigsten Niveau seit 43 Jahren. Die Bestände lagern in riesigen Salzkavernen entlang der US-Golfküste und dienen als strategischer Puffer für Versorgungsengpässe.

Bislang hat die US-Regierung rund 75 Millionen Barrel aus diesen unterirdischen Speichern entnommen. Hintergrund ist eine Entscheidung von Präsident Trump, der das Energieministerium (DOE) im März autorisiert hatte, insgesamt 172 Millionen Barrel freizugeben. Ziel der Maßnahme ist es, die potenziellen Auswirkungen einer Sperrung der Straße von Hormus abzufedern – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel.

Kein Verkauf, sondern ein Leihgeschäft

Bemerkenswert ist das Modell, nach dem die US-Regierung die Reserven freigibt: Die Bestände werden nicht verkauft, sondern an Abnehmer verliehen. Diese sind verpflichtet, die entnommenen Barrel zuzüglich einer Prämie in Form von zusätzlichem Rohöl zurückzugeben. Dieses Vorgehen unterscheidet sich grundlegend von früheren SPR-Freigaben, bei denen die Regierung Öl direkt auf dem Markt verkaufte.

Energieminister Chris Wright erläuterte das Modell vergangene Woche auf einer Veranstaltung des Nachrichtendienstes Bloomberg. Für jedes bislang freigegebene Barrel erhalten die USA demnach 1,28 Barrel zurück. Die Prämie sorgt also dafür, dass die Reserven nach Abschluss aller Transaktionen nicht nur aufgefüllt, sondern sogar vergrößert werden.

Nettovorteil für den Steuerzahler

Nach Angaben von Minister Wright werden sich nach Abschluss sämtlicher Rückgaben zwischen 35 und 40 Millionen Barrel mehr Rohöl in den strategischen Reserven befinden als vor den Freigaben. Und das, ohne dass dem amerikanischen Steuerzahler Kosten entstehen. Die Regierung bezeichnet das Modell damit als wirtschaftlich vorteilhaft.

Für deutsche Anleger und Energiemarktbeobachter ist die Entwicklung der US-Reserven von erheblicher Bedeutung. Die strategischen Petroleumreserven der USA sind die größten staatlichen Ölvorräte der Welt und haben direkten Einfluss auf die globalen Rohölpreise. Entnahmen aus dem SPR können kurzfristig das Angebot erhöhen und damit preisdämpfend wirken – ein Faktor, der auch europäische Energiemärkte beeinflusst. Die Straße von Hormus, deren mögliche Sperrung als Auslöser der Maßnahme gilt, ist für rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels von zentraler Bedeutung.

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