Türkei lehnt Verlängerung des Kirkuk-Ceyhan-Pipeline-Abkommens mit Irak ab
Ankara verweigert Bagdads Bitte um eine Verlängerung um mindestens ein Jahr – das Abkommen läuft am 27. Juli aus.

Die Türkei hat das Ersuchen des Irak abgelehnt, das bestehende Abkommen über die Kirkuk-Ceyhan-Ölpipeline zu verlängern. Das bestätigte ein hochrangiger türkischer Beamter. Bagdad hatte Ankara gebeten, die Vereinbarung um mindestens ein Jahr zu verlängern, um mehr Zeit für Verhandlungen über ein neues Abkommen zu gewinnen.
Das aktuelle Abkommen regelt die Rohölexporte durch die Pipeline zwischen der Türkei und dem Irak. Es läuft am 27. Juli 2026 aus. Beide Länder verhandeln derzeit über einen neuen Abkommensentwurf, der die bisherige Regelung ersetzen soll.
„Es macht keinen Sinn, ein Abkommen zu verlängern, das Gegenstand eines Schiedsverfahrens war", erklärte der türkische Beamte. Er äußerte sich unter der Bedingung der Anonymität, als er nach dem Verlängerungsantrag des Irak befragt wurde.
Jahrzehnte altes Abkommen vor dem Auslaufen
Das Pipeline-Abkommen zwischen der Türkei und dem Irak besteht bereits seit mehreren Jahrzehnten. Die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline ist eine der wichtigsten Exportrouten für irakisches Rohöl und verbindet die nordirakischen Ölfelder rund um Kirkuk mit dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan.
Die Ablehnung der Verlängerung durch Ankara erhöht den Druck auf beide Seiten, rasch eine neue Vereinbarung zu erzielen. Bis zum 27. Juli bleibt nur wenig Zeit, um einen neuen Vertrag auszuhandeln und zu unterzeichnen. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte die Ölexporte durch die Pipeline gefährden.
Der Hinweis des türkischen Beamten auf ein früheres Schiedsverfahren deutet darauf hin, dass das bestehende Abkommen in der Vergangenheit bereits Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen war. Eine bloße Verlängerung des alten Vertrags kommt für Ankara daher offenbar nicht infrage.
Bedeutung für den globalen Ölmarkt
Die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline spielt eine bedeutende Rolle für die Ölversorgung in der Region und darüber hinaus. Über sie wird nordirakisches Rohöl auf den internationalen Markt gebracht. Störungen oder Unterbrechungen des Betriebs können sich auf die globalen Ölpreise auswirken – ein Aspekt, den auch deutsche Anleger und Energieverbraucher im Blick behalten sollten.
Bagdad und Ankara befinden sich nun unter Zeitdruck, um vor dem Ablaufdatum am 27. Juli eine tragfähige neue Vereinbarung zu treffen. Wie die Verhandlungen verlaufen und ob ein rechtzeitiger Abschluss gelingt, bleibt abzuwarten.
