US-Inflationserwartungen sinken: Fed-Umfrage zeigt Entspannung
Die kurzfristigen Inflationserwartungen der US-Verbraucher sind im Januar auf 3,1 Prozent gesunken, wie eine aktuelle Umfrage der Federal Reserve Bank of New York zeigt. Gleichzeitig verbesserten sich die Einschätzungen zum Arbeitsmarkt, während die länge

Die US-Bürger blicken weniger besorgt auf die Preisentwicklung. Laut der jüngsten Verbraucherumfrage der New Yorker Federal Reserve sank die Ein-Jahres-Inflationserwartung im Januar von 3,4 auf 3,1 Prozent. Die mittelfristigen Erwartungen für drei und fünf Jahre blieben unverändert bei 3 Prozent.
Arbeitsmarkt zeigt sich robuster
Am Arbeitsmarkt hellte sich die Stimmung spürbar auf. Die Befragten schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsplatzverlustes geringer ein als im Vormonat. Zudem bewerten sie ihre Chancen, im Falle einer Kündigung eine neue Stelle zu finden, optimistischer. Die Erwartungen für das Lohnwachstum stiegen im Januar an, während das erwartete Einkommensniveau für die kommenden zwölf Monate leicht zurückging.
Paradoxerweise rechnen die Haushalte trotz des gestiegenen Optimismus mit einer höheren Arbeitslosenquote als noch im Dezember prognostiziert. Die Federal Reserve beschreibt den aktuellen Arbeitsmarkt als "low-hire, low-fire"-Umfeld – mit wenigen Neueinstellungen, aber auch wenigen Entlassungen.
Finanzielle Aussichten bleiben gedämpft
Die finanzielle Gesamtsituation bewerten die Befragten kritischer. Sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Finanzlage wurde im Januar schlechter eingeschätzt als im Vormonat. Zudem erwarten die Verbraucher, dass Kredite künftig schwerer zu erhalten sein werden.
Positive Signale für die Fed-Politik
Der Rückgang der kurzfristigen Inflationserwartungen dürfte bei den Entscheidungsträgern der Federal Reserve auf Zustimmung stoßen. Die US-Notenbank hatte 2024 ihre Leitzinsen um insgesamt 75 Basispunkte gesenkt und die Zielspanne auf 3,5 bis 3,75 Prozent reduziert. Im Januar hielt sie die Zinsen stabil, obwohl einige Ratsmitglieder für eine weitere Senkung plädierten.
"Die Daten deuten darauf hin, dass die Amerikaner darauf vertrauen, dass wir uns verpflichtet fühlen, die Inflation auf unser Zielniveau zu senken", erklärte Fed-Vizechef Philip Jefferson am Freitag. Die relative Stabilität der längerfristigen Inflationserwartungen stärke das Vertrauen der Notenbank in eine Rückkehr zum Inflationsziel von 2 Prozent.
Ausblick: Nachlassender Preisdruck erwartet
Die Fed-Vertreter rechnen damit, dass der Inflationsdruck im Jahresverlauf nachlassen wird. Als Grund nennen sie unter anderem einen erwarteten Rückgang bei den Zollbelastungen. Einige Entscheidungsträger betonen jedoch, dass die Kreditkosten gesenkt werden müssten, um eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu verhindern.
Die Glaubwürdigkeit der Fed-Politik stützt sich nach Ansicht von Jefferson auf die stabilen langfristigen Inflationserwartungen. "Wir werden in Bezug auf die aktuelle Situation, in der die Inflation über dem Zielwert liegt, weiterhin als glaubwürdig wahrgenommen", so der Fed-Vizechef.
