ANZEIGE

US-Inflation sinkt auf niedrigsten Stand seit 2021

Fed vor schwieriger Zinsentscheidung aufgrund steigender Wohnkosten und moderatem Wirtschaftswachstum

2 Min
US-Inflation sinkt auf niedrigsten Stand seit 2021

Die Inflation in den Vereinigten Staaten zeigt weiterhin eine rückläufige Tendenz. Im August 2024 sank die Inflationsrate auf 2,5 Prozent, nachdem sie im Juli noch bei 2,9 Prozent gelegen hatte. Dies markiert den geringsten Preisanstieg im Jahresvergleich seit Februar 2021. Noch im Juni des gleichen Jahres betrug die Teuerung 3,0 Prozent. Besonders auffällig ist jedoch, dass die sogenannte Kerninflationsrate, die die Preisentwicklung ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrungsmittel abbildet, im August bei 3,2 Prozent verharrte. Diese Rate wird von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders beachtet, da sie einen stabileren Indikator für die mittelfristige Preisentwicklung darstellt. Im Vergleich zum Vormonat stieg diese Kernrate sogar um 0,3 Prozent, was vor allem auf einen Anstieg der Mietpreise zurückzuführen ist.

Die Entwicklung der Inflation führt zu Spekulationen über die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve, die in der kommenden Woche erwartet wird. Viele Experten halten es aufgrund der aktuellen Datenlage für unwahrscheinlich, dass die Fed einen großen Zinsschritt von 0,5 Prozentpunkten vollziehen wird. Der Anstieg der Lebenshaltungskosten im Bereich der Wohnkosten stellt für die Zentralbank in Washington zwar eine Herausforderung dar, doch es scheint, als ob dieser Faktor nicht ausreichend wäre, um eine drastischere Erhöhung des Leitzinses zu rechtfertigen. Volkswirt Tobias Basse von der NordLB kommentierte, dass das deutliche Anziehen der Kosten im Wohnungssegment ein Problem für die Notenbank darstelle, aber die anstehende Zinswende im September voraussichtlich nicht aufhalten werde.

Die meisten Marktbeobachter und Experten erwarten daher, dass die Federal Reserve ihren Leitzins, der derzeit bei 5,25 bis 5,5 Prozent liegt, lediglich um 0,25 Prozentpunkte senken wird. Diese Annahme stützt sich auch auf das moderate Wirtschaftswachstum, das im dritten Quartal nach den vorliegenden Daten bei etwa zwei Prozent liegen dürfte. Eine größere Zinssenkung, die zuletzt von einigen Beobachtern erwartet wurde, scheint aufgrund dieser Faktoren unwahrscheinlich. Notenbankchef Jerome Powell hatte bereits zuvor eine Senkung des historisch hohen Leitzinses signalisiert, was den Erwartungen einer vorsichtigen Anpassung weiteren Vorschub leistete. Es bleibt abzuwarten, wie die Notenbank auf die aktuelle Entwicklung reagieren wird und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um das Inflationsziel langfristig zu erreichen.

USAWirtschaftInflationFEDFederal Reserve Bank

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer