US-Futures kaum verändert nach Rekord des Nasdaq Composite
Ölpreise fallen nach Iran-Gesprächen, Nasdaq schließt auf Rekordhoch

Die US-Aktienfutures haben sich am frühen Mittwoch kaum verändert, nachdem der technologieorientierte Nasdaq Composite am Vortag ein neues Rekordhoch erreicht hatte. Die Futures des S&P 500 legten um 0,09 Prozent zu, während die Futures des Nasdaq-100 flach blieben. Die Futures des Dow Jones Industrial Average stiegen um 92 Punkte beziehungsweise 0,18 Prozent.
Im regulären Handel am Dienstag fiel der Dow um 0,4 Prozent. Der Nasdaq Composite legte dagegen um 0,5 Prozent zu und markierte damit seine vierte positive Sitzung in Folge. Der technologiebetonte Index erreichte sowohl ein neues intraday-Hoch als auch einen Rekord-Schlussstand. Der S&P 500 schloss leicht niedriger, liegt aber noch etwa 0,7 Prozent unter seinem Allzeithoch.
Die Zurückhaltung an den Terminmärkten spiegelt eine abwartende Haltung der Anleger wider. Belastend wirkten zuletzt die gesunkenen Ölpreise, die jedoch zugleich Hoffnungen auf eine mögliche Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran nährten. Sowohl Brent-Rohöl als auch West Texas Intermediate (WTI) fielen in der Sitzung um jeweils rund ein Prozent.
Die Details
Die Brent-Rohöl-Futures notierten am frühen Mittwoch bei 98,57 US-Dollar pro Barrel und steuerten damit auf den sechsten Rückgangstag in Folge zu. Dies wäre der längste Verluststreak seit August 2025. Die Futures für den internationalen Benchmark Brent Crude zur November-Lieferung fielen um 0,75 Prozent auf 98,51 US-Dollar pro Barrel. Die US-West-Texas-Intermediate-Futures für November gaben um 1,03 Prozent auf 89,59 US-Dollar pro Barrel nach.
Auslöser des Ölpreisrückgangs waren die Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass US-Beamte ein "sehr gutes Treffen" mit der iranischen Delegation gehabt hätten, das etwa drei Stunden gedauert habe. Zuvor hatte Trump in seiner Rede vor der UNO erklärt, er habe eine "große Entscheidung" darüber zu treffen, ob er ein Abkommen mit Teheran erzielt oder das Land "vernichtet". Die Gespräche fanden am Rande der jährlichen Versammlung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York statt.
An den asiatischen Märkten zeigte sich ein gemischtes Bild. Der südkoreanische Kospi legte um 0,41 Prozent zu, während der kleinere Kosdaq um 0,95 Prozent gewann. Australiens Leitindex S&P/ASX 200 lag 0,15 Prozent höher. Hongkongs Hang Seng Index fiel dagegen um 0,76 Prozent, und Chinas CSI 300 gab um 0,50 Prozent nach. Die japanischen Märkte blieben wegen eines Feiertags geschlossen.
Im Fokus der Händler stehen am Mittwoch die Ergebnisberichte von General Mills, Paychex und H. B. Fuller.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 15. April 2026 berichtete aktien.news, dass die globalen Aktienmärkte neue Rekordhochs anpeilten, nachdem US-Präsident Trump die Wiederaufnahme der Iran-Gespräche innerhalb von zwei Tagen in Aussicht gestellt hatte. Der MSCI All-Country World Index legte damals um 0,2 Prozent zu und setzte seine Gewinnserie auf den neunten Tag fort.
Am 16. April 2026 erreichten der S&P 500 und der Nasdaq Composite neue Rekordhochs, angetrieben von den Iran-Hoffnungen. Der S&P 500 schloss erstmals über der Marke von 7.000 Punkten, der Nasdaq Composite legte um rund 1,6 Prozent zu.
Am 26. Mai 2026 berichtete aktien.news über steigende US-Futures dank Iran-Friedenshoffnungen, während die Ölpreise einbrachen. Die S&P 500 Futures stiegen damals um 0,6 Prozent auf 7.538 Punkte, die Nasdaq 100 Futures um 0,9 Prozent auf 29.808,75 Punkte.
Am 11. Mai 2026 zeigten sich die Märkte in einer Konsolidierungsphase nach Rekordabschlüssen. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq Composite hatten den Freitag auf Rekordniveau beendet.
Was das für Anleger bedeutet
Die aktuellen Marktbewegungen zeigen, dass die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts weiterhin ein zentraler Treiber für die Aktienmärkte ist. Die gesunkenen Ölpreise entlasten die Inflationserwartungen, was insbesondere für zyklische Werte und den breiten Markt positiv sein könnte. Gleichzeitig bleibt der Nasdaq Composite mit seinem Rekordlauf ein Gradmesser für die Stärke des Technologiesektors.
Brett Ewing, Chief Market Strategist bei First Franklin Financial Services, zeigte sich gegenüber CNBC optimistisch. Er glaubt, dass der S&P 500 vor Jahresende 8.200 Punkte erreichen könnte. "Unser Aufruf zu Beginn des Jahres lautete 8.000 für den S&P. Wir haben unser Ziel, glauben Sie es oder nicht, im August auf 8.200 bis Jahresende angehoben", sagte er.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den südkoreanischen Solaraktien. Die Aktien von Hanwha Solutions und OCI Holdings stiegen am Mittwoch um mehr als acht Prozent, da die US-Beschränkungen für chinesische Solarprodukte in den Fokus rückten. Hana Securities argumentierte, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass die USA die Beschränkungen lockern würden. Analyst Yoon Jae-sung erklärte: "Wenn die USA die Beschränkungen für chinesische Solarprodukte auf dem US-China-Gipfel lockern würden, würde dies effektiv bedeuten, von den Bemühungen zurückzutreten, eine heimische Lieferkette für ein strategisches nationales Sicherheitsgut aufzubauen."
Ausblick
Die Märkte richten ihren Blick auf den bevorstehenden Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, der diese Woche in Washington stattfinden wird. Der Handel wird voraussichtlich eines der wichtigsten diskutierten Themen sein. Die Aktienmärkte in Festlandchina und Hongkong eröffneten bereits niedriger, während Anleger die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Staatsbesuch von Xi Jinping in den USA beobachten.
Finanzminister Scott Bessent sagte am Dienstag, die USA prüften, ob sie Exporte von Diesel verbieten sollten. Der nationale Durchschnittspreis für Diesel lag nach Angaben von AAA bei 6,53 US-Dollar pro Gallone. "Wir prüfen, ob es hinsichtlich der gesamten Raffineriekapazität machbar ist und ob ein vollständiges oder teilweises Verbot funktionieren würde", sagte Bessent während eines bilateralen Treffens zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei den Vereinten Nationen.
Kurz erklärt
- Brent-Rohöl: Internationaler Benchmark für die Preisbildung von Rohöl, der die Förderkosten aus der Nordsee abbildet und als Referenz für etwa zwei Drittel des weltweit gehandelten Öls dient.
- Futures: Börsengehandelte Terminkontrakte, die den Käufer verpflichten, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.
- S&P 500: Aktienindex, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA umfasst und als einer der wichtigsten Indikatoren für die Entwicklung des US-Aktienmarktes gilt.
