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US-Bullenmarkt feiert vier Jahre – KI als treibende Kraft

Der S&P 500 notiert nahe Rekordhöhen und nähert sich dem vierten Jahrestag seines Zyklus-Tiefstands vom Oktober 2022.

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US-Bullenmarkt feiert vier Jahre – KI als treibende Kraft

Der US-amerikanische Aktienmarkt zeigt sich kurz vor seinem vierjährigen Jubiläum in robuster Verfassung. Der S&P 500 notiert nahe Rekordhöhen und nähert sich dem 12. Oktober – dem Tag, an dem der Index im Jahr 2022 seinen zyklischen Tiefstand erreichte und damit den Startschuss für die aktuelle Hausse gab. Seitdem hat der Leitindex um beeindruckende 117% zugelegt.

Als zentraler Treiber dieser Rallye gilt die Künstliche Intelligenz (KI). Massive Investitionen in KI-Infrastruktur beflügeln die Unternehmensgewinne und stützen das Wirtschaftswachstum. Für die Gewinne der S&P-500-Unternehmen wird im laufenden Jahr ein Anstieg von mehr als 35% erwartet – angetrieben durch die milliardenschweren Ausgaben der sogenannten „Hyperscaler" für den Bau von Rechenzentren. Oxford Economics schätzt, dass rund ein Drittel des jüngsten US-Wirtschaftswachstums auf KI zurückzuführen ist.

„Das Thema KI ist das prägende Merkmal dieses Bullenmarktes", sagt Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise. „Was wir nach vier Jahren Bullenmarkt sehen, ist meiner Meinung nach, dass das leicht verdiente Geld mit KI bereits gemacht wurde. Je weiter dieser Bullenmarkt voranschreitet, desto größer wird der Druck insbesondere auf Technologieunternehmen, zu beweisen, dass sich die heutigen Ausgaben tatsächlich in Gewinne ummünzen lassen."

Nvidia als Symbol einer Ära

Kein Unternehmen verkörpert den KI-Boom besser als Nvidia. Die Marktkapitalisierung des Chip-Herstellers ist von 286 Milliarden US-Dollar am 12. Oktober 2022 auf 5,8 Billionen US-Dollar gestiegen – und macht Nvidia damit zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Insgesamt weisen derzeit 13 US-Unternehmen einen Marktwert von mindestens einer Billion US-Dollar auf. Alle bis auf zwei stammen entweder aus dem Technologiesektor oder verfügen über ein erhebliches KI-Engagement.

Von den elf Sektoren des S&P 500 haben während der Hausse nur Technologie und Kommunikationsdienste – zu denen KI-Schwergewichte wie Alphabet und Meta Platforms gehören – stärkere Zuwächse als der Gesamtindex erzielt. Laut Ryan Detrick, Chefmarktstratege der Carson Group, rangiert der aktuelle Lauf als der achtlängste Bullenmarkt seit dem Zweiten Weltkrieg – ein Markt, den Experten als „mittleren Alters" bezeichnen. Mark Hackett, Chefmarktstratege bei Nationwide, bringt es auf den Punkt: „Vier Jahre sind für einen Bullenmarkt keineswegs beängstigend. Sie enden nicht an Altersschwäche, sondern an Krankheiten."

Konzentrationsrisiko und steigende Anleiherenditen als Gefahren

Die dominante Stellung der Tech- und KI-Aktien hat jedoch eine Kehrseite. Laut J.P. Morgan Asset Management ist das Gewicht der zehn größten Unternehmen im S&P 500 von rund 28% im Oktober 2022 auf etwa 40% gestiegen. „Das Konzentrationsrisiko besteht darin, dass Portfolios überproportional leiden könnten, falls das vorherrschende Thema in Ungnade fällt", warnt Angelo Kourkafas, Senior Global Investment Strategist bei Edward Jones.

Ein weiteres Risiko geht von der US-Notenbank Federal Reserve aus. Der jüngste Zinserhöhungszyklus der Fed – der auch den Bärenmarkt bis Oktober 2022 mitverursacht hatte – belastet die Märkte erneut. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen bewegte sich zuletzt bei rund 5,2% und damit auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren. Höhere Anleiherenditen stellen für Aktien Gegenwind dar, da festverzinsliche Wertpapiere als Anlagealternative attraktiver werden.

Hinzu kommt die Unsicherheit rund um die bevorstehenden US-Wahlen, die für zusätzliche Marktvolatilität sorgen könnten. Edward Jones bleibt zwar in Aktien übergewichtet, hat die Empfehlung jedoch zurückgefahren. „Wir glauben immer noch nicht, dass der Bullenmarkt vor dem Ende steht – aber es erscheint uns sinnvoll, etwas Risiko aus dem Markt zu nehmen", so Kourkafas. Für deutsche Anleger mit US-Engagements bleibt die Entwicklung des Dollars und der Anleiherenditen damit ein entscheidender Faktor für die weitere Kursentwicklung.

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