US-Aktienfonds erleiden größten Wochenabfluss seit März vor Nvidia-Zahlen
Anleger zogen 22,3 Milliarden Dollar ab – größter Nettoverkauf seit fünf Monaten.

US-Aktienfonds haben in der Woche bis zum 26. August den größten Kapitalabfluss seit fünf Monaten verzeichnet. Laut Daten von LSEG Lipper zogen Anleger netto 22,33 Milliarden Dollar aus US-Aktienfonds ab – der höchste wöchentliche Nettoverkauf seit dem 18. März.
Hintergrund sind die Neubewertung der KI-Aussichten vor dem mit Spannung erwarteten Geschäftsbericht von Nvidia sowie die Vorfreude auf möglicherweise richtungsweisende Äußerungen von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium am Freitag.
Größter Abfluss bei Large-Cap-Fonds seit fünf Jahren
Besonders stark betroffen waren Fonds mit großer Marktkapitalisierung. Aus ihnen zogen Anleger netto 24,73 Milliarden Dollar ab – der größte wöchentliche Nettoverkauf in diesem Segment seit fünf Jahren. Dies deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger gezielt ihre Positionen in den schwergewichtigen Technologie- und Wachstumswerten reduzierten.
Im Gegenzug floss Kapital in kleinere Unternehmen: Fonds mit mittlerer Marktkapitalisierung verzeichneten Zuflüsse von 2,24 Milliarden Dollar, während Fonds mit kleiner Marktkapitalisierung 794 Millionen Dollar anzogen. Dies könnte auf eine Umschichtung in weniger bewertungsintensive Marktsegmente hindeuten.
Nvidia mildert KI-Sorgen – Fed rückt in den Fokus
Nvidia prognostizierte am Mittwoch einen 70-prozentigen Anstieg des Umsatzes im nächsten Geschäftsjahr. Diese Aussicht milderte die Bedenken der Anleger hinsichtlich der KI-Nachfrage, wenngleich weiterhin Engpässe in der Lieferkette bestehen.
Gleichzeitig hat sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf die geplanten Kommentare von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium verlagert. Drei Fed-Beamte hatten zuvor gewarnt, dass die hohe Inflation persistieren könnte, was die Zinserwartungen der Anleger durcheinanderbringt.
Technologiesektor gefragt, Finanzwerte unter Druck
US-Sektorfonds verzeichneten netto rund 505 Millionen Dollar an Zuflüssen. Dabei zeigte sich ein klares Bild: Technologiefonds führten die Gewinne an und zogen 1,81 Milliarden Dollar an. Ganz anders sah es bei Fonds des Finanzsektors aus, die Nettoverkäufe in Höhe von 1,42 Milliarden Dollar verzeichneten.
Anleihenfonds bleiben im 19. Wochen in Folge beliebt
US-Anleihenfonds blieben für die 19. Woche in Folge beliebt und verzeichneten Nettozuflüsse in Höhe von 7,12 Milliarden Dollar. Besonders gefragt waren Staatsanleihen- und Treasury-Fonds mit kurzer bis mittlerer Laufzeit: Anleger kauften hier netto 3,3 Milliarden Dollar – der größte Nettoankauf seit dem 8. Juli.
Auch Kommunalanleihefonds sowie Investment-Grade-Fonds mit kurzer bis mittlerer Laufzeit verzeichneten bemerkenswerte Zuflüsse in Höhe von 1,44 Milliarden Dollar beziehungsweise 784 Millionen Dollar.
Geldmarktfonds mit zweitem Wochenabfluss in Folge
Geldmarktfonds verzeichneten hingegen zum zweiten Mal in Folge einen wöchentlichen Abfluss. Insgesamt zogen Anleger netto 8,58 Milliarden Dollar aus diesen als sicher geltenden Anlageprodukten ab. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass Anleger angesichts der unsicheren Zinsaussichten wieder verstärkt in längerfristige Anleihen umschichten.
