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UPS-Aktie: Überlebt die Dividende bis 2027 trotz Amazon-Rückzug?

Die UPS-Dividende dürfte bis 2027 gezahlt werden, doch Sicherheit sieht anders aus – eine Analyse der Risiken.

• 3 Min
UPS-Aktie: Überlebt die Dividende bis 2027 trotz Amazon-Rückzug?

Die Diskussion um die Dividende von United Parcel Service (UPS) reißt nicht ab. Im Mittelpunkt stehen drei Themen: das Schicksal der Ausschüttung, die Dividendenrendite von 6,7 Prozent (Stand Freitag, 16. Oktober) und die Entscheidung des Unternehmens, sich von hochvolumigen, margenarmen Lieferungen an Amazon abzuwenden. Da UPS bereits in diesem Jahr seine Ausschüttung eingefroren und damit eine 16-jährige Serie von Dividendenerhöhungen beendet hat, wünschen sich Anleger Klarheit und Verbindlichkeit.

Ohne eine definitive Ankündigung seitens UPS setzt sich das „Wahrscheinlichkeitsargument" durch. Demnach dürfte die Ausschüttung für den Rest des Jahres 2026 und für 2027 eingefroren bleiben. Das macht die Aktie jedoch nicht automatisch zu einem Kaufobjekt. Denn Überleben ist nicht dasselbe wie Gedeihen – und schon gar nicht dasselbe wie Sicherheit.

Der Wettbewerb um das Anlegergeld

Ein eher immaterieller Faktor könnte ein Zeichen dafür sein, dass die UPS-Dividende bis 2027 erhalten bleibt: der Wettbewerb. Kluge Managementteams bei dividendenzahlenden Unternehmen wissen, dass es einen Wettbewerb um das Geld der Anleger gibt und dass Dividenden – insbesondere die sichere und wachsende Variante – eine Quelle der Anziehungskraft für dieses Kapital darstellen.

Da sowohl die Renditen zehnjähriger als auch dreißigjähriger US-Staatsanleihen oberhalb von 5 Prozent liegen und diese Anleihen wahrscheinlich ein deutlich geringeres Risiko bieten als UPS-Aktien, könnte ein Dividendenkürzungs- oder Aussetzungsbeschluss des Industrieunternehmens leicht einen schnellen Verkaufsschub auslösen. UPS und seine Dividende konkurrieren aber nicht nur mit Staatsanleihen.

Betrachtet man die Dividend Aristocrats® – also die S&P-500-Unternehmen mit einer Mindestserie von 25 Jahren steigender Ausschüttungen –, zeigt sich: Mehr als 21 Prozent dieser Aktien stammen aus dem Industriesektor. Wird UPS zum Dividenden-Übeltäter, haben Anleger zahlreiche Alternativen im gleichen Sektor, zu denen sie wechseln können. Kombiniert man die Renditen der Staatsanleihen mit der Fülle anderer, zuverlässigerer Optionen für Dividendenwachstum, könnte der Paketlieferant dazu gezwungen oder verpflichtet sein, im nächsten Jahr keine negativen Maßnahmen zu ergreifen. Das ist kein Überleben, aber auch kein Gedeihen.

Die Sicherheit der Ausschüttung ist fraglich

Im Jahr 2025 generierte UPS 5,47 Milliarden Dollar an freiem Cashflow, wobei 5,4 Milliarden Dollar dieses Betrags zur Deckung der Dividende verwendet wurden. Das Problem: Diese Zahl soll in diesem Jahr auf 5,05 Milliarden Dollar und im Jahr 2027 auf 5,01 Milliarden Dollar sinken. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen zunehmend unter seiner Dividendenverpflichtung leidet. Eine Kürzung oder Aussetzung steht damit nicht unmittelbar bevor, doch diese Zahlen schreien nicht nach „Dividenden-Sicherheit". Auch die Schätzung, dass die Dividende 2026 rund 98 Prozent des freien Cashflows verschlingen wird, spricht nicht dafür.

Risikobereite Anleger, die Positionen in UPS erwägen, sollten die Geschichte beachten. Von 2007 bis Mitte 2025 stammten 60 Prozent der Dividendenkürzungen aus der Gruppe der Aktien mit den höchsten Ausschüttungsverhältnissen, und ein Viertel dieser Namen befand sich sowohl in der Gruppe mit dem höchsten Ausschüttungsverhältnis als auch in der Gruppe mit der höchsten Dividendenrendite. Stand Freitag, 16. Oktober, wiesen lediglich zehn Mitglieder des S&P 500 Dividendenrenditen von mehr als 6 Prozent auf – UPS ist einer davon.

Erschwerend kommt hinzu, dass UPS mit Gegenwind durch steigende Konkurrenz und hohe Kraftstoffpreise kämpft, was möglicherweise den Weg für enttäuschende Quartalsergebnisse ebnet. Für deutsche Anleger, die auf verlässliche Ausschüttungen setzen, bleibt die Lage damit zwiespältig: Die UPS-Dividende mag bis 2027 unbeschadet kommen, doch mehr Sicherheit mit weniger Stress lässt sich im Industriesektor durchaus finden – und das könnte der einzuschlagende Kurs sein.

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