United-Airlines-Chef bestätigt Fusionsannäherung an American Airlines
Scott Kirby kontaktierte American Airlines wegen einer möglichen Fusion – doch der Rivale lehnte den Vorschlag klar ab.

United-Airlines-Chef Scott Kirby hat am Montag öffentlich bestätigt, dass er American Airlines wegen einer möglichen Fusion kontaktiert hat. Der Vorschlag zielte darauf ab, eine große globale Fluggesellschaft zu schaffen, die mit ausländischen Konkurrenten konkurrieren kann. American Airlines wies die Idee jedoch entschieden zurück.
American-Airlines-CEO Robert Isom hatte sich bereits vergangene Woche klar positioniert: Ein solcher Zusammenschluss wäre schlecht für die Kunden und „wettbewerbswidrig". American Airlines lehnte es ab, sich zu Kirbys Äußerungen vom Montag gesondert zu äußern.
Kirby warb früh bei der Trump-Administration für die Idee
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person hatte Kirby die Fusionsidee bereits Anfang des Jahres gegenüber der Trump-Administration ins Spiel gebracht. Er hoffte, politische Unterstützung für das Vorhaben zu gewinnen. Doch auch Präsident Donald Trump erklärte vergangene Woche, er sei gegen einen solchen Zusammenschluss.
Kirby selbst räumte ein, dass „die öffentlichen Kommentare von American deutlich machen, dass eine solche Fusion auf absehbare Zeit vom Tisch ist". Dennoch nutzte er die Gelegenheit, um seine Vision für eine vereinte US-Fluggesellschaft zu skizzieren. Für ihn bleibt das strategische Argument bestehen.
Das Argument: Ausländische Airlines dominieren den Langstreckenmarkt
Kirby begründete seinen Vorstoß mit einem strukturellen Wettbewerbsnachteil amerikanischer Fluggesellschaften. Er betonte, dass ausländische Carrier mehr als die Hälfte der Langstreckenkapazitäten in die USA bedienen – obwohl die Mehrheit der Passagiere Amerikaner seien. Aus seiner Sicht ist das ein Ungleichgewicht, das die US-Luftfahrtbranche langfristig schwächt.
Diese Argumentation ist im amerikanischen Luftfahrtsektor nicht neu. Große US-Airlines haben seit Jahren auf staatliche Subventionen beklagen, die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten und Asien erhalten. Eine Konsolidierung der heimischen Anbieter wird von einigen Branchenvertretern als Antwort auf diesen Wettbewerbsdruck gesehen.
Spirit Airlines in separaten Rettungsgesprächen
Während die Fusionspläne zwischen United und American gescheitert sind, gibt es in der US-Luftfahrtbranche anderweitig Bewegung. Spirit Airlines befindet sich laut Berichten in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Trump-Regierung über ein Rettungspaket. Spirit hatte zuletzt erhebliche finanzielle Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden.
Die gescheiterte Fusionsidee zwischen United und American zeigt, wie angespannt die Wettbewerbssituation in der US-Luftfahrt derzeit ist. Für Anleger und Marktbeobachter bleibt die Branche ein Sektor im Umbruch – geprägt von Konsolidierungsdruck, politischen Einflüssen und internationalem Wettbewerb. Ob Kirby seine Vision einer großen amerikanischen Globalairline langfristig weiterverfolgt, bleibt abzuwarten.
