Uber stockt Delivery-Hero-Beteiligung mit 318-Millionen-Dollar-Deal auf
Uber kauft weitere 4,5 Prozent an Delivery Hero von Prosus – für rund 270 Millionen Euro, zu 20 Euro je Aktie.

Uber hat am Freitag eine Vereinbarung zum Kauf weiterer 4,5 Prozent der Anteile am deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero getroffen. Verkäufer ist Prosus, der größte Aktionär von Delivery Hero. Der Bruttoerlös für Prosus beläuft sich auf rund 270 Millionen Euro, umgerechnet etwa 318 Millionen US-Dollar.
Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 20 Euro je Aktie. Damit zahlt Uber weniger als den Schlusskurs von Delivery Hero vom Donnerstag, nachdem die Aktie zuvor eine Tagesrallye von 7 Prozent verzeichnet hatte. Laut Prosus entspricht der Preis jedoch einem Aufschlag von 22 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Aktienkurs des vergangenen Monats.
Für Uber ist dies nicht der erste Einstieg bei Delivery Hero. Das US-amerikanische Fahrdienst- und Lieferunternehmen erwarb bereits im Jahr 2024 neu ausgegebene Aktien im Wert von 300 Millionen US-Dollar und baut seine Beteiligung nun weiter aus.
Prosus reduziert Delivery-Hero-Anteil auf rund 21 Prozent
Der Verkauf steht im direkten Zusammenhang mit dem geplanten Kauf des europäischen Essenslieferriesen Just Eat Takeaway.com durch Prosus. Im vergangenen Jahr hatte Prosus ein Übernahmeangebot in Höhe von 4,1 Milliarden Euro für Just Eat Takeaway.com unterbreitet. Die Europäische Kommission signalisierte jedoch, dem Deal nur dann zuzustimmen, wenn Prosus seine Beteiligung an Delivery Hero deutlich reduziert.
Prosus hält nach dem Verkauf nun rund 21 Prozent an Delivery Hero. Zum Zeitpunkt der Ankündigung des Just-Eat-Deals im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei etwa 27 Prozent, wie ein Sprecher gegenüber dem US-Sender CNBC erklärte. Der schrittweise Abbau der Position ist damit eine direkte Reaktion auf die Auflagen der EU-Wettbewerbshüter.
EU-Kommission überdenkt Fusionskontrolle
Der Deal fällt in eine Phase, in der die europäischen Regulierungsbehörden ihren Ansatz bei Fusionen grundlegend überdenken. Die Financial Times berichtete, dass die EU-Kommission erwägt, die Regeln für große Fusionen zu lockern. Dabei sollen künftig Aspekte wie „Innovation, Investitionen und Widerstandsfähigkeit des Binnenmarktes" stärker gewichtet werden.
Die europäische Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera bekräftigte gegenüber der FT, dass der Block „wettbewerbsfördernde Fusionen" fördern wolle, die es europäischen Unternehmen ermöglichen, „relevante Akteure auf den globalen Märkten zu sein". Dies deutet auf einen möglichen Kurswechsel in der EU-Fusionspolitik hin.
Prosus-CEO Fabricio Bloisi hatte den europäischen Ansatz bei Fusionen und Übernahmen bereits zuvor öffentlich kritisiert. In einem CNBC-Interview im Januar erklärte Bloisi, dass große Fusionen notwendig seien, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig bemängelte er, dass Europas Ansatz darauf ausgerichtet sei, Konsolidierungen zu verhindern – ein Vorwurf, der im Kontext der aktuellen Regulierungsdebatte besonderes Gewicht erhält.
Für deutsche Anleger ist der Deal besonders relevant: Delivery Hero ist ein im MDAX notiertes Unternehmen mit Sitz in Berlin. Die Transaktion zeigt, dass internationale Konzerne wie Uber weiterhin Interesse an einer stärkeren Präsenz im europäischen Liefermarkt haben – trotz des herausfordernden regulatorischen Umfelds.
